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Formel 1 - Favoritencheck: Alles Mercedes, oder was?

Topspeed-Vorteil für die Mercedes-Armada

Mercedes kann am Sonntag nur ein Defekt oder Unfall stoppen. Für die Konkurrenz geht es nur um Rang 3 - doch wer hat in diesem Kampf die besten Karten?
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Motorsport-Magazin.com - Selten zuvor war eine Favoritenrolle so klar vergeben wie diesmal in Bahrain. Mercedes dominierte jede einzelne Session, womit auch am Sonntag kein Weg an den Silberpfeilen vorbeiführt. In allen drei Trainings lag das Mercedes-Duo auf den ersten beiden Plätzen und im Qualifying sicherte sich Nico Rosberg vor Lewis Hamilton die Pole Position. Der Rest des Feldes folgte mit Respektabstand. Schon am Freitag ging aus unserer Longrun-Analyse hervor, dass Mercedes nicht nur auf eine Runde, sondern auch auf einen gesamten Stint das bei weitem schnellste Auto hat.

Red Bull macht sich keine Hoffnung auf die Top-3 - Foto: Red Bull

Die spannende Frage am Sonntag ist daher, wer die besten Karten im Kampf um Platz drei hat. Red Bull Racing dürfte schlechte haben. Zwar war Daniel Ricciardo Drittschnellster in der Qualifikation, doch wegen des Boxenvergehens des Teams in Sepang wurde der Australier um zehn Plätze auf P13 rückversetzt. Da es bei Sebastian Vettel einen technischen Defekt gab, startet der Weltmeister nur aus der fünften Reihe. Zudem hat das Weltmeisterteam ein weiteres Problem: "Es wird morgen ganz schwierig, weil wir 15 km/h langsamer sind. Wie wir damit überholen sollen, ist uns unklar", ärgerte sich Motorsportchef Helmut Marko. Red Bull Racing diesmal also kein Kandidat für das Podium? "Schon Punkte wären erfreulich", so der Österreicher.

Mercedes-Armada gegen Ferrari

Der Kampf um das Podium wird daher wohl zwischen den Mercedes-Motorenkunden und Ferrari ausgefochten. Das Problem der Scuderia könnten aber - wie bei Red Bull - die Überholmanöver werden, denn die Mercedes-Armada lag bei sämtlichen Geschwindigkeits-Messungen voran.

Am augenscheinlichsten wurde die Topspeed-Überlegenheit im Qualifying bei der Messung bei Start/Ziel: Hier landeten die achte Mercedes-befeuerten Autos mit einem Wert von 291,1 bis 288,4 km/h auf den ersten acht Rängen. Erst dahinter folgten Räikkönen und Alonso auf den Plätzen neun und zehn. Auch beim absoluten Topspeed fehlten Räikkönen elf, Alonso fast zwölf km/h auf die Spitzenwerte.

Topspeed-Werte bei den einzelnen Messungen

Intermediate 1 Intermediate 2 Start/Ziel Speed Trap
244,9 - Bottas 268,5 - Massa 291,1 - Massa328,8 - Perez
244,7 - Massa 268,5 - Hamilton 290,7 - Hamilton327,9 - Hülkenberg
243,7 - Button 267,3 - Bottas 290,5 - Rosberg 327,2 - Button

Sogar Ferraris Motorenchef Luigi Fraboni musste am Freitag eingestehen: "Im Hinblick auf die absolute Leistung kann man sehen, dass es in der Endgeschwindigkeit große Unterschiede zwischen den Autos gibt. Da geht es aber nicht nur um die Power Unit." Ein Longrun-Vergleich der Podiumskandidaten aus dem 2. Training zeigt, dass Ferrari auf mehrere Runden gesehen gar nicht so weit von den Mercedes-Kunden entfernt ist.

Wundertüte Williams?

Die große Unbekannte bleibt Williams. Valtteri Bottas fuhr bisher nur 19 Runden in Bahrain und auch Felipe Massa bestritt am gesamten Wochenende keine zehn Runden in Folge, weshalb es keinen aussagekräftigen Longrun-Vergleich gibt. Der Brasilianer war nach dem Qualifying aber optimistisch: "Wir werden morgen mitkämpfen."

Nicht unterschätzen sollte man jedenfalls Sergio Perez. Der Mexikaner fuhr nicht nur zwei starke Longuns am Freitag, sondern könnte über die Strategie ein weiteres Ass im Ärmel haben. Force India bewies zuletzt in Sepang, als man Hülkenberg als einen von nur zwei Piloten im gesamten Feld auf zwei Stopps setzte, dass man Mut zu einer konträren Herangehensweise besitzt.


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