Formel 1 - Rosberg vs. Hamilton: Wer macht das Rennen?

Offener Kampf

Eigentlich kann nur Mercedes in Bahrain gewinnen: Doch wer macht das Rennen? Nico Rosberg stellt sich auf ein hartes Duell gegen Lewis Hamilton ein.
von

Motorsport-Magazin.com - An diesem Rennwochenende stellt sich zum dritten Mal in Folge die Frage: Welcher der beiden Mercedes gewinnt das Rennen? Die Silberpfeile sind derzeit das Nonplusultra in der Formel 1, die Konkurrenz fast eine Sekunde entfernt. Bislang teilen sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton je einen Sieg - wer setzt sich in Bahrain durch? Besonderheit vor dem dritten Rennen: Erstmals starten die beiden Piloten aus der ersten Reihe direkt nebeneinander.

"Es wird eng, da bin ich sicher", stellte sich Rosberg auf ein hartes teaminternes Duell ein. "Wer als Erster in Kurve 1 einbiegt, hat einen Vorteil. Es ist immer einfacher, ein Rennen anzuführen als dahinter festzuhängen." In diesen Genuss kam Hamilton vergangene Woche in Malaysia, als er schon nach zwei Runden zwei Sekunden Vorsprung zum Rest des Feldes herausgefahren hatte. Rosberg hingegen musste mit Sebastian Vettel und stärker abbauenden Reifen kämpfen und hatte nie eine Chance gegen Hamilton.

Ich hätte morgen gern ein langweiligeres Rennen, das wäre eher nach meinem Geschmack.
Nico Rosberg

Rosberg auf Langeweile aus

Einen ähnlichen Rennverlauf würde sich Rosberg am Sonntag wünschen - nur in umgekehrter Reihenfolge. "Ich hätte morgen gern ein langweiligeres Rennen, das wäre eher nach meinem Geschmack", sagte der Australien-Sieger mit einem breiten Grinsen im Gesicht - das er nach seiner ersten Pole in diesem Jahr auch Stunden später noch hatte: "Es ist immer befriedigend, meinen Teamkollegen zu besiegen - auch, weil er so stark ist. Ich genieße es auf jeden Fall, vor ihm zu sein."

So nah sollte Red Bull Mercedes im Rennen nicht kommen - Foto: Mercedes AMG

Doch Hamilton wird auf dem Bahrain International Circuit nicht zurückstecken. Wenn es auf beiden Seiten keine technischen Probleme gibt, können sich alle wohl auf ein packendes Duell an der Spitze einstellen; es wird mit offenem Visier gekämpft. "Wir werden uns nicht einmischen, die fahren Rennen gegeneinander", kündigte Toto Wolff an. "Die wissen schon, wie man gegeneinander fährt." Keine Absprachen also - doch eine kleine Einschränkung gebe es laut dem Mercedes-Motorsportchef: "Wenn wir mit einem Auto in Probleme geraten - wie etwa einem Benzinproblem, was wir aber nicht erwarten - dann könnten wir die Fahrer darüber informieren."

Wir werden uns nicht einmischen, die fahren Rennen gegeneinander.
Toto Wolff

Nachteil für Rosberg?

Doch mit plötzlicher Spritknappheit sollte am Sonntag nicht zu rechnen sein, auch in Malaysia waren bei den Silberpfeilen zum Schluss noch Reserven vorhanden. "Das ist nicht schlimmer geworden als in der Vergangenheit", bestätigte Hamilton. "Darüber wird zwar viel geredet, aber bei uns sollte es morgen passen." Der größere Punkt sei der Reifenverschleiß - traditionell ein Thema in Bahrain. Wohlweislich haben die Silberpfeile während des Qualifyings Reifen gespart wie kein anderes Team.

Das große Duell: Rosberg gegen Hamilton - Foto: Sutton

Könnte der Reifenverbrauch Hamilton in die Karten spielen, nachdem Rosberg in Sepang Probleme mit dem Abbau seiner Pirellis hatte? Laut dem Deutschen sei dies ausgiebig analysiert worden. "Wir haben fast alles verstanden und werden es auf jeden Fall morgen besser machen", versicherte er. "Der Schlüssel zum Erfolg ist hier, die Reifen richtig im Griff zu haben." Darauf hatte sich Mercedes bereits in den Trainings vorbereitet - hier hatte Hamilton stets die Nase vor Rosberg. Wenn auch nur leicht. Als es im Q3 des Qualifyings drauf ankam, setzte sich Rosberg mit einer Zehntel Vorsprung durch.

Wolff tritt auf die Bremse

Vom reinen Speed ist der Wagen wirklich gut, aber man muss es auch zu Ende fahren.
Toto Wolff

"Ich will mich nicht mit meinem Teamkollegen vergleichen, aber ich kann sagen, dass ich eine gute Balance gefunden habe", so Rosberg. "Mit Blick auf das Rennen bin ich guter Dinge und sehr optimistisch." Trotz all der Euphorie trat Wolff ein wenig auf die Bremse - im guten Wissen, dass mit den neuen Power Units immer etwas schief gehen kann, wie etwas bei Hamiltons Ausfall in Melbourne. "Das Auto muss halten", sagte er gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Vom reinen Speed ist der Wagen wirklich gut, aber man muss es auch zu Ende fahren."

Doch kaum jemand rechnet damit, dass Mercedes am Sonntag nicht seinen dritten Sieg in Folge feiern wird - die Konkurrenz ist einfach zu weit weg. Das spannendste Duell lautet: Rosberg gegen Hamilton. Oder wie es der Deutsche ausdrückte: "An einem schlechten Tag fahren wir auf Platz zwei, an einem guten auf Platz eins. Das ist ein tolles Gefühl und viel besser als in den vergangenen Jahren, wo wir an einem schlechten Tag auf dem sechsten Platz landeten."


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x