Formel 1 - Red Bull Chefdesigner Marshall: Piloten gefordert

Alle Teams auf einer steilen Lernkurve

Red Bull Chefdesigner Rob Marshall erklärt, worauf es bei den nächsten beiden Rennen in Malaysia und Bahrain ankommt. Er beschreibt die neue Rolle des Fahrers.
von

Motorsport-Magazin.com - Die Strecken in Malaysia und Bahrain sind sehr unterschiedlich. Denken Sie, die neuen aerodynamischen Regeln werden auf dem einen Kurs eine größere Herausforderung darstellen als auf dem anderen?
Rob Marshall: Sepang wird sehr heiß und schwül sein. Zudem besteht immer die Gefahr, von einem Monsun-Regen überrascht zu werden, bei dem du dir dann natürlich wünschst, du hättest immer noch die selbe Downforce an den Autos wie letzte Saison. Es gibt dort viele schnelle Kurven, aber auch lange Geraden. Es wird also vor allem darauf ankommen, die richtige Mischung zwischen den Einstellungen für Downforce aber auch für geringen Luftwiderstand zu finden, um auf allen Teilen der Strecke gut unterwegs zu sein.

Die richtige Mischung zwischen den Einstellungen für Downforce aber auch für geringen Luftwiderstand sind in Malaysia entscheidend
Rob Marshall

Bahrain auf der anderen Seite wird ein wenig kühler und natürlich trockener sein. Die große Herausforderung dort wird es sein, mit den starken und ständig wechselnden Winden klarzukommen, die vor allem nachmittags immer über die Strecke fegen. Diese können die äußerst sensiblen aerodynamischen Einstellungen an den Autos durcheinanderbringen und im Handumdrehen einen großen Zeitverlust innerhalb einer Runde herbeiführen. Die Boliden können sich also am Nachmittag urplötzlich komplett anders anfühlen, nur weil auf einmal der Wind aufgekommen ist.

Wie entscheidend werden in dieser Saison die Freien Trainings vor allem an den Freitagen sein? Denken Sie, diese werden nun vor allem von Entwicklungsarbeit dominiert?
Rob Marshall: Alle Teams sind momentan auf einer äußerst steilen Lernkurve unterwegs. Wir alle müssen mit den neuen Power Units klarkommen, diese verstehen und natürlich lernen, sie bestmöglich einzusetzen. Aber natürlich können auch die anderen konventionellen Entwicklungsbereiche an den Boliden von niemand einfach vernachlässigt werden. Auch diese bedürfen einer stetigen Verbesserung, soll die allgemeine Performance der Autos gesteigert werden. Das dürfen wir nicht vergessen.

Im Endeffekt sind es immer noch die Fahrer, die das Auto permanent am Limit bewegen müssen
Rob Marshall

Wir haben schon viel über die neuen Autos gesprochen, aber welchen Einfluss haben diese denn auf die Fahrer? Müssen diese nun mehr Arbeit im Cockpit leisten?
Rob Marshall: Ja, sicher. Sie müssen vor allem viel mehr nachdenken und sicherstellen, dass die Power Unit stets korrekt und im optimalen Fenster läuft. Natürlich bekommen sie permanent eine Menge Hilfe und Instruktionen über den Boxenfunk, aber im Endeffekt sind sie es, die das Auto über die Renndistanz am Limit bewegen müssen. Wenn das Auto an sich schon einmal rund läuft, ist das zusätzliche Betätigen der vielen Knöpfe und Funktionen am Lenkrad kein allzu großes Problem für die Fahrer mehr.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x