Formel 1 - Whiting nach Ricciardo-Strafe: Red Bull schuld

Menschliche Entscheidung

FIA-Obmann Charlie Whiting bezieht Stellung zu Daniel Ricciardos Disqualifikation in Australien. Für ihn ist klar: Red Bull muss mit den Konsequenzen leben.
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Motorsport-Magazin.com - Die Disqualifikation von Daniel Ricciardo vom Australien Grand Prix schlägt hohe Wellen. Red Bull ist sich keiner Schuld bewusst und hat angekündigt, gegen das Urteil der FIA Berufung einzulegen. Für FIA-Renndirektor Charlie Whiting ist die Angelegenheit allerdings klar. Seiner Meinung nach hätte Red Bull einfach nur die Vorgaben der Rennleitung befolgen müssen, dann hätte es keine Konsequenzen gegeben und Ricciardo wäre nicht nachträglich aus dem Rennen genommen worden.

Wenn sie den Hinweisen gefolgt wären, hätten wir kein Problem gehabt und sie wären nicht bestraft worden.
Charlie Whiting

"Wir haben ihnen zweimal nach dem Qualifying und nach der fünften Rennrunde mitgeteilt, die nötigen Schritte zu unternehmen, um den Regeln zu entsprechen", erklärte Whiting in der Nacht auf Montag im Fahrerlager von Melbourne. "Sie haben sich dazu entschieden, ihre eigenen Kalkulationen zu verwenden um zu zeigen, dass sie den Auflagen entsprechen. Wenn sie den Hinweisen gefolgt wären, die wir ihnen zu dieser Zeit gegeben haben, hätten wir kein Problem gehabt und sie wären nicht bestraft worden."

Horner verständnislos

Red Bulls Teamchef Christian Horner war mit dem Urteil, dass mehr als fünf Stunden nach Rennende gefällt worden war und Ricciardo seinen Podiumsplatz kostete, überhaupt nicht einverstanden. Das Fuel-Flow-Meter, welches der Australier an Bord seines RB10-Boliden hatte, sei unzuverlässig gewesen. Überhaupt stecke die Entwicklung dieses Messgeräts aus dem Hause Gill Sensors noch in den Kinderschuhen. Schon während der vergangenen Testfahrten hatte es Probleme mit der Funktionalität gegeben.

Wir haben an unsere Messwerte geglaubt.
Christian Horner

"Sie haben uns informiert und wir informierten sie darüber, dass uns ihr Sensor ernsthafte Sorgen bereitete", erklärte Horner den Entscheidungsprozess an Red Bulls Kommandostand. "Wir haben an unsere Messwerte geglaubt. Ansonsten befindest du dich in einer Situation, in der man große Mengen an Leistung aus dem Motor nimmt - und wir glaubten daran, dass wir voll mit den Regeln übereinstimmten."

Red Bull hatte es in der Hand

Laut FIA beging Red Bull damit jedoch Vergehen gegen das Sportliche sowie das Technische Reglement, indem das Team ein eigens ausgewähltes Fuel-Flow-Meter einsetzte und sich nicht an die Vorhaben der Regelhüter hielt. "Wenn ihr Sensor kaputt gewesen wäre, hätte die Sache anders ausgesehen", sagte Whiting. "Hier handelt es sich um eine menschliche Sache, weil sie die Fähigkeit besaßen, etwas zu tun um die Auflagen zu erfüllen."

Renault hat Red Bull Hilfe bei der Berufung zugesichert. "Den Protest von Red Bull Racing gegen die Entscheidung der Rennkommissare werden wir natürlich unterstützen", sagte Motorenchef Remi Taffin. Experten rechnen dem Weltmeister-Team allerdings keine allzu großen Chancen auf Erfolg aus. Schon vor dem Rennwochenende in Melbourne hatte Whiting in aller Deutlichkeit gesagt, dass es bei der Kraftstoffregelung (100 Kilo Sprit pro Rennen / max. 100 Kilo Durchfluss pro Stunde) keinerlei Toleranz geben werde.


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