Formel 1 - Tost: Melbourne mag uns

Doppelte Punktefahrt und Rekord

Jean-Eric Vergne und Daniil Kvyat platzierten erstmals seit Oktober 2012 zwei Toro Rosso in den Punkterängen. Kvyat stellte zudem einen Rekord auf.
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Motorsport-Magazin.com - Toro Rosso freute sich in Australien über die erste doppelte Punktefahrt seit dem Korea GP 2012. Jean-Eric Vergne fuhr nach den Positionen elf und zwölf in den vergangenen beiden Jahren mit Platz neun sein bestes Ergebnis in Australien ein. Daniil Kvyat holte bereits bei seinem ersten Formel-1-Rennen den ersten Punkt und ist der jüngste Pilot aller Zeiten, dem das gelang. Mit 19 Jahren, zehn Monaten und 18 Tagen löste er Sebastian Vettel ab, dem dies beim USA Grand Prix 2007 im Alter von 19 Jahren, elf Monaten und 14 Tagen gelang.

"Ich freue mich sehr für Daniil, der gerade der jüngste Fahrer geworden ist, der in seinem ersten Formel-1-Rennen einen Punkt holt", sagte Teamchef Franz Tost. "Das ist vielversprechend und ich bin überzeugt, dass das der Beginn einer langen Serie ist."

Intensiver Nachmittag für Kvyat

Kvyat berichtete nach seinem Premierenrennen von einem sehr intensiven Nachmittag. "Mein erstes Rennen mit einem Punkt zu beenden, ist ein großartiges Gefühl", schwärmte er. "Ich hatte nie erwartet, in meinem ersten Rennen einen Punkt einzufahren, daher fühlt es sich unglaublich an. Es ist ein wirklicher Schub für uns. Wir müssen nun weiter hart arbeiten und wenn wir so weitermachen, können wir auf eine wirklich positive Saison vorausblicken."

Ich hatte nie erwartet, in meinem ersten Rennen einen Punkt einzufahren, daher fühlt es sich unglaublich an.
Daniil Kvyat

Noch nicht ganz so positiv war für den Rookie der Start, den er als chaotisch bezeichnete. "Aber danach habe ich es geschafft, in einen Rhythmus zu finden und das Auto schien im Vergleich zur Konkurrenz wettbewerbsfähig", stellte er fest. "Es war am Ende knapp mit Jev, aber ich musste gegen Ende Benzin sparen, deshalb hätte ich ihn nicht attackiert."

Beinahe-Dreher von Vergne

Vergne klagte über Probleme mit den Bremsen, die ihn viel Zeit kosteten. "Aber am Ende sind wir alle zufrieden, das Rennen mit zwei Autos in den Punkten beendet zu haben", sagte er. "Ich bin mit den drei Punkten in der Gesamtwertung vor allem aus Sicht des Teams zufrieden. Nach einer langen, schwierigen Zeit und so viel harter Arbeit diesen Winter ist es eine großartige Erleichterung für alle Jungs in der Garage und es ist schön für uns Fahrer, ihnen etwas zurückgeben zu können."

Ich bin mir sicher, dass wir noch viel mehr Gelegenheiten haben werden, mehr Punkte zu holen.
Jean-Eric Vergne

Einen kleinen Moment lang wird Vergne die Mechaniker in seiner Garage allerdings nicht glücklich gemacht haben. "Was meinen Fehler in der letzten Kurve angeht: Ich habe versucht, mich gegen Mercedes zu verteidigen, und habe nach der besten Linie gesucht, um gut herauszukommen, aber ich bin auf das Gras gekommen und hatte Glück, mich nicht zu drehen", räumte er seinen Fehler ein. "Es ist wirklich schade, aber es ist gerade einmal das erste Rennen und ich bin mir sicher, dass wir noch viel mehr Gelegenheiten haben werden, mehr Punkte zu holen. Insgesamt ist es heute ein gutes Ergebnis."

Tost war nach der doppelten Punktefahrt seines Teams enthusiastisch: "Melbourne mag uns." Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Autos erstmals eine volle Renndistanz zurücklegten, sei das Ergebnis ein guter Erfolg. "Das ist natürlich der Lohn für sehr gute Arbeit, sowohl vom Team als auch Renault", betonte er. Die beiden Toro-Rosso-Piloten legten am Australien-Wochenende insgesamt 316 Runden zurück. In der Rundenbilanz aller Piloten liegen Vergne und Kvyat knapp hinter Kevin Magnussen auf den Rängen zwei und drei.

Lob von Dr. Helmut Marko

Toro Rosso plagten bei den Testfahrten zum Teil ähnliche Probleme wie Red Bull. Laut Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko arbeitete die Scuderia intensiv mit Renault und Red Bull zusammen, um aufzuholen. "Die Früchte davon sieht man und es war eine tolle Leistung vor allem vom jungen Kvyat, ohne jegliche Vorbereitung", lobte er. "Er ist nicht ganz fehlerfrei gefahren, aber sehr beherzt. Das gibt uns Hoffnung. Was wir immer wollten, ist, dass Toro Rosso ein gutes Mittelfeldteam werden soll und muss."


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