Formel 1 - Australien GP - Team für Team

Durchstarter, Dramen, Disqualifikation

Das erste Rennen 2014 ist zu Ende und hat klare Gewinner und deutliche Verlierer zu bieten. Motorsport-Magazin.com liefert den Überblick.
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Motorsport-Magazin.com - Wir haben einen Australien-Sieger und er heißt Nico Rosberg. Der Deutsche demonstrierte die Stärke des Mercedes, sein Teamkollege Lewis Hamilton eher die Probleme mit der Zuverlässigkeit. Einen mehr als schwarzen Tag erlebte Red Bull. Während Weltmeister Sebastian Vettel früh das Rennen beendete, fuhr Teamkollege Daniel Ricciardo aufs Podest - bis die Disqualifikation folgte. Besser war die Laune hingegen bei McLaren: Die Plätze zwei und drei und ein Eintrag in die Geschichtsbücher für Kevin Magnussen. Am Ende des Feldes hingegen das gewohnte Bild: Lotus und Caterham brachten ihre Boliden nicht ins Ziel und nahmen Williams noch teilweise mit.

Mercedes

Nico Rosberg fuhr allen um die Ohren - Foto: Sutton

Sonntag: Strahlender Sieger Nico Rosberg, enttäuschter ausgefallener Lewis Hamilton. Schon am Start schob sich Rosberg an die Spitze des Feldes und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab. Mit Ausnahme von teils zu kühlen Reifen und einem Teil der Bremskühlung, das bei Boxenstopp abflog, lief es für den Deutschen rund. "Der Silberpfeil ist einfach unglaublich. Es ist so cool, ein derartiges Geschoss unter sich zu haben", jubelte Sieger und WM-Führender Rosberg. Anders die Gefühlslage von Hamilton. Im Motor des Briten gab es Fehlzündungen eines Zylinders und Mercedes entschied, das Auto vorsorglich aus dem Rennen zu nehmen.

Samstag: Favoritenrolle erfüllt - fast. Lewis Hamilton raste im letzten Moment mit seiner Zeit von 1:44.231 Minuten zur 100. Pole für Mercedes in der Formel 1. "Die Pole Position heute ist ein fantastisches Resultat", strahlte der Brite, der wie Teamkollege Nico Rosberg das gesamte Q3 auf Regenreifen setzte. Während Hamilton aber feierte, war Rosberg frustriert. Eigentlich war der Deutsche der Schnellere und sollte für seine finale Runde als letzter Pilot die Linie überqueren. Ein Ausrutscher ins Kiesbett kostete aber kurz zuvor die entscheidenden Sekunden, wodurch Rosberg um einen Hauch an einer weiteren Runde scheiterte.
Qualifying-Duell: Hamilton vs. Rosberg 1:0

Freitag: Freud und Leid bei Lewis Hamilton. Bereits auf der Installationsrunde ging der Motor aus. Grund: Ein Problem mit einer Sensor-Kalibrierung. Im zweiten Training war alles behoben und der Mercedes-Pilot brannte die absolute Bestzeit von 1:29.625 Minuten in den Asphalt. "Ich fühlte mich etwas auf dem falschen Fuß erwischt, aber wir kamen im zweiten Training recht schnell auf Pace und fanden relativ schnell die Balance", freute sich Hamilton. Nico Rosberg erlebte einen problemfreien Freitag und komplettierte mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:29.782 Minuten die Mercedes-Doppelspitze.

McLaren

Kevin Magnussen ist einer der besten Rookies der Geschichte - Foto: Sutton

Sonntag: Perfekter Start ins neue Jahr und Führung in der Konstrukteurs-WM. McLaren holte in Australien sensationell ein Doppel-Podest - der Disqualifikation von Daniel Ricciardo geschuldet. Mit Rang zwei trug sich Kevin Magnussen als bester Rookie neben Jacques Villeneuve in die Geschichtsbücher ein. Gegen Ende des Rennens musste sich der Däne gegen Teamkollege Jenson Button verteidigen, der aber auf älteren Reifen war und schließlich abreißen ließ. Button hatte von einem perfekt getimten Boxenstopp vor der Safety-Car-Phase profitiert und sich nach vorne geschoben. Während Magnussen über ein perfektes Auto sprach, klagte Button über Untersteuern hinter anderen Fahrzeugen. Dies stand aber nicht in Zusammenhang mit seiner beim Boxenstopp beschädigten Nase.

Samstag: Freud und Leid im Chrom-Lager. Rookie Kevin Magnussen startet sensationell von P4, während Jenson Button am Einzug in Q3 scheiterte. Dabei kam der MP4-29 wunderbar mit den regnerischen Bedingungen zurecht und eine gute Zeit jagte die nächste - wie Magnussen demonstrierte. "Ich bin Vierter - mehr hätte ich mir nicht wünschen können", jubelte der Däne. Kurz musste er noch zittern: Die Stewards warfen ihm vor, unter Gelben Flaggen nicht genug verlangsamt zu haben. Während Magnussen Glück hatte, wurden genau die Gelben Flaggen zu Buttons Problem. Der Brite musste auf seinem finalen Run in Q2 langsamer machen und schied aus. "Bei den nassen Bedingungen hätten wir eine gute Chance gehabt, ganz weit vorne zu landen. Es nicht in die Top-10 zu schaffen, war einfach unglaubliches Pech."
Qualifying-Duell: Button vs. Magnussen 0:1

Freitag: Jenson Button spulte einen größtenteils problemfreien ersten Trainingstag in Melbourne ab und konzentrierte sich auf Reifenabbau und Spritverbrauch. Insgesamt funktionierte der MP4-29 besser als der Weltmeister von 2009 erwartete, kleine Probleme gab es dennoch: "Die Balance unseres Autos passt noch nicht ganz - wir kämpfen noch ein bisschen in den Hochgeschwindigkeitskurven." Nach den Rängen zwei und fünf zeigte er sich aber zufrieden mit der Geschwindigkeit des Autos. Teamkollege Kevin Magnussens Programm beinhaltete vor allem viele Runden im Albert Park, um sich an die neue Strecke und die Rennabläufe zu gewöhnen. Insgesamt spulte McLaren 115 Runden ab.

Red Bull

Daniel Ricciardo überraschte mit Rang zwei - bis zur Disqualifikation - Foto: Sutton

Sonntag: Kein einziger Punkt, aber ein Haufen Probleme. Schon vor dem Start klagte Sebastian Vettel über fehlende Power, nach fünf Runden die bittere Wahrheit: Mit einem Motorenproblem musste der vierfache Weltmeister seinen Boliden abstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Red Bull aber noch ein Eisen im Feuer - und es glühte. Daniel Ricciardo landete bei seinem Heimrennen auf Platz zwei, doch die Freude währte nur kurz. Der Australier und Red Bull wurden zur FIA zitiert, denn es gab Probleme mit dem Fuel-Flow-Meter. Schließlich wurde bekannt, dass Ricciardos RB10 konstant die maximale Benzindurchlaufmenge von 100kg/h überschritte haben soll. Das Urteil: Disqualifikation.

Samstag: Klar verteilte Rollen beim Weltmeisterteam: Daniel Ricciardo startet von Rang zwei, Sebastian Vettel scheiterte am Einzug in Q3 und landete auf P13. Schon im dritten Training klagte der Deutsche über die Unfahrbarkeit seines RB10. "Aus irgendeinem Grund war es heute schlechter als gestern. Da kann ich jetzt nicht viel machen, aber wir sind schon enttäuscht", erklärte ein geknickter Weltmeister. Schuld war ein Renault-Software-Update, das - aus noch ungeklärter Ursache - die Leistung und Fahrbarkeit stark beeinflusste. Glück im Unglück für Ricciardo, der noch mit der alten Software unterwegs war. "Die Jungs haben mir am Funk gesagt, dass ich eine gute Pace habe. Das hat mir Selbstvertrauen gegeben", jubelte der Australier über den besten Startplatz seiner Formel-1-Karriere.
Qualifying-Duell: Vettel vs. Ricciardo 0:1

Freitag: Für Red Bull heißt es Aufatmen. Die schlimmsten Befürchtungen traten in Melbourne - bisher - nicht ein. Zwar spulte Sebastian Vettel am Vormittag nur zehn Runden ab, weil sein Unterboden getauscht werden musste, am Nachmittag setzte er dafür mit 41 Runden die Bestmarke. Auch seine Zeit von 1:30.381 Minuten und damit Rang vier lässt den Deutschen hoffen. "In gewisser Weise ist das heute ein große Erleichterung", sagte Vettel, der sich über die gute Performance und Balance freute. Daniel Ricciardo spulte mit 68 Runden sogar noch mehr Kilometer ab als sein Teamkollege und war begeistert: "Wir haben Mercedes an der Spitze erwartet, aber unser Abstand ist innerhalb einer Sekunde und das ist deutlich besser als wir dachten."

Ferrari

Kimi Räikkönen kämpfte mit vielen Baustellen - Foto: Sutton

Sonntag: Ernüchternde Bilanz bei Ferrari. Die erhoffte Steigerung der Rennpace nach dem Qualifying blieb aus. Während Fernando Alonso in einem für ihn unspektakulären Rennen von Startplatz fünf letztlich auf Rang vier fuhr, sorgte Räikkönen für einiges an Spektakel. Der Finne wurde gleich am Start von Kamui Kobayashi berührt, konnte aber ohne Probleme weiterfahren. Beim Boxenstopp während der Safety-Car-Phase musste er sich hinter Alonso anstellen und verlor einen Platz. Damit aber nicht genug: Mehrfach verpasste der Finne mit blockierenden Rädern den Kurvenscheitelpunkt. Grund waren aber nicht alleine die Bremsen, sondern Untersteuern durch Graining kam hinzu. Zu allem Überfluss kam noch Elektronik-Probleme hinzu, die Leistung kosteten. Somit landete Räikkönen nur auf P7.

Samstag: Die Trainingszeiten am Freitag verhießen Gutes, doch für Fernando Alonso war klar, dass er im Qualifying rund um Platz fünf landen würde. "Ich wusste, dass die Trainings nicht das wirkliche Kräfteverhälntis gezeigt haben", sagte der Spanier. Er setzte in Q3 zuerst auf die Intermediates und dann auf Regenreifen, eine andere Strategie hätte seiner Meinung nach aber auch keine Vorteile gebracht. Um diese Entscheidung musste sich Kimi Räikkönen keine Gedanken mehr machen, denn er sorgte in Q2 für den größten Abflug des Qualifyings. Auf Rang zehn gelegen presste der Finne alles aus seinem F14 T heraus, um für Q3 qualifiziert zu bleiben. Allerdings erwischte er einen Kurvenausgang mit zu viel Speed, drehte sich und crashte mit der Front in die Mauer. Vorzeitiges Aus und nur Startplatz zwölf.
Qualifying-Duell: Alonso vs. Räikkönen 1:0

Freitag: Im ersten Freien Training ließ Fernando Alonso erstmals aufblitzen, was im F14 T steckt. Mit 1:31.840 Minuten war am Vormittag niemand schneller. In dieser Session lag die Konzentration auf dem Setup, um besonders die Balance des Autos zu verbessern. Am Nachmittag standen der weiche Reifen und einige Longruns auf dem Programm. Während beim Spanier über den Tag keinerlei Probleme auftauchten, kämpfte Kimi Räikkönen mit einigen Kinderkrankheiten. "Heute war ein sehr fordernder Tag, denn obwohl wir unser Programm absolvieren konnten, lief es nicht problemfrei", erklärte Räikkönen, der mit seiner Zeit von 1:30.898 Minuten auf dem siebten Rang landete.

Williams

Für Felipe Massa war das Rennen nach einer Kurve beendet - Foto: Sutton

Sonntag: Frust bei Williams. Gleich in der ersten Runde wurde Felipe Massa von Kamui Kobayashi abgeräumt - schuld war ein technischer Defekt am Caterham. Valtteri Bottas versuchte, die Kohlen aus dem Feuer zu holen und zündete tatsächlich die Rakete. Der Finne überholte Auto nach Auto und setzte neben Rosberg die stärksten Zeiten im Feld. Dann allerdings eine kleine Unachtsamkeit, er berührte die Mauer und holte sich einen Plattfuß. Bottas profitierte von seiner selbst ausgelösten Safety-Car-Phase, wühlte sich erneut durchs Feld und landete auf Rang fünf.

Samstag: Die Startplätze neun und zehn waren nicht das, was sich Williams in Melbourne nach den starken Leistungen während der Trainings und der Testfahrten vorgestellt hatte. Felipe Massa und Valtteri Bottas setzten starke Zeiten und lagen teilweise an der Spitze des Feldes - bis der Regen einsetzte. Das Problem: Dem Williams fehlte auf Intermediates Abtrieb auf der Hinterachse. "Diese Bedingungen haben uns wohl mehr als den anderen geschadet", ärgerte sich Massa. Damit aber nicht genug der Rückschläge: Vor dem Qualifying musste Bottas' Getriebe gewechselt werden, damit wird er für das Rennen noch fünf Plätze strafversetzt.
Qualifying-Duell: Bottas vs. Massa 0:1

Freitag: Williams arbeite am Vormittag am Chassis und der Aerodynamik, während am Nachmittag die Longrun-Pace und die Performance auf dem weichen Reifen im Vordergrund stand. Das Team zeigte sich begeistert von der Pace des Boliden - sowohl mit viel als auch wenig Sprit. Die Plätze drei und vier im ersten Training unterstreichen das. Valtteri Bottas freute sich über die verbesserte Balance des FW36, während Felipe Massa ein gutes Gefühl für das Verhalten des Autos im Albert Park entwickeln konnte.

Force India

Nico Hülkenberg überzeugte mit Rang sechs - Foto: Sutton

Sonntag: Nico Hülkenberg freut sich über Rang sechs und seine ersten Punkte in Australien. Er legte einen guten Start hin und arbeitete sich im Verlauf des Rennens bis auf die vierte Position nach vorne. Mit Ausnahme von leichtem Graining des linken Vorderreifens (weich), gab es bei Hülkenberg keine Probleme - bis zum Stopp. "Es war schade, bei meinem zweiten Stopp zwei Positionen zu verlieren, aber es sieht auch so aus, als hätten einige der Autos um uns herum momentan etwas mehr Pace", gab der Deutsche zu. Für Sergio Perez startete schon die erste Runde mit einem Reifenschaden, nachdem ihn Esteban Gutierrez in Kurve drei erwischte. Im Verlauf des Rennens arbeitete er sich - auch durch Hilfe des Safety Cars - wieder bis auf Rang zehn nach vorne.

Samstag: Jubel und Frust bei Force India. Nico Hülkenberg landete auf der siebten Startposition und hatte keinerlei Probleme, obwohl er den Boliden noch nie im Regen fuhr. "Ich fühlte mich von Fleck weg wohl und selbstbewusst und die Balance war sowohl auf den Intermediates als auch den Regenreifen gut", freute sich der Deutsche über die Harmonie zu seinem Auto. Ganz anders dagegen Sergio Perez, der nur P16 erreichte. Als die Strecke in Q2 am besten war, musste der Mexikaner an die Box, um sich neue Reifen zu holen. Als er für seinen finalen Run schließlich wieder auf die Strecke ging, blockierten in Kurve drei hinein die Reifen und er verlor die Kontrolle.
Qualifying-Duell: Hülkenberg vs. Perez 1:0

Freitag: Mit insgesamt 116 Runden zieht Force India nach Tag eins in Melbourne eine positive Bilanz in Sachen Zuverlässigkeit. Der Zehntplatzierte Nico Hülkenberg sprach von einem konkurrenzfähigen Boliden, allerdings wartet noch Arbeit bei der Balance. Sergio Perez landete auf Rang zwölf und war mit seinen Longruns - trotz Verkehr - sehr zufrieden. Beide Piloten leisteten sich Ausrutscher, Hülkenbergs Ausflug ins Kiesbett beendete seinen Tag. "Ich kam während des Bremsens aufs Gras. Aber die Bedingungen waren wegen der tiefstehenden Sonne schwierig", erklärte Hülkenberg, der im Kies steckenblieb.

Toro Rosso

Daniil Kvyat ist der jüngste Fahrer, der jemals Punkte in der Formel 1 gewann - Foto: Sutton

Sonntag: Auf ein starkes Qualifying folgte ein starkes Rennen. Erstmals seit Korea 2012 landeten beide Piloten in den Punkten. Jean-Eric Vergne war umso glücklicher über Rang acht, da er über das gesamte Rennen mit den Bremsen kämpfte und sich in der letzten Kurve beinahe drehte. "Ich wollte mich gegen Mercedes verteidigen und suchte die beste Linie für den Kurvenausgang. Dabei geriet ich aufs Gras und hatte Glück, den Dreher vermeiden zu können." Daniil Kvyat kam nach seinem ersten GP nicht mehr aus dem Strahlen heraus. Zwar erlebte er einen schwierigen Start und musste zum Ende des Rennens Sprit sparen, durch seinen neunten Rang löste er aber Sebastian Vettel als jüngsten Punktesammler der Formel-1-Geschichte ab. "Ich hätte niemals erwartet, in meinem ersten Rennen Punkte zu sammeln", jubelte der Russe.

Samstag: Freudestrahlende Gesichter bei Toro Rosso. Beide Autos in Q3 und mit den Rängen sechs und acht sehr gute Ausganspositionen für das Rennen. Während die Stärke des Teams für den ein oder anderen überraschend kam, blieb Jean-Eric Vergne cool. "Wir haben ein gutes Auto für die Saison, ich glaube an das Team und mich selbst und daher kann ich nicht sagen, dass ich wirklich überrascht bin", strahlte der Franzose. Gleiches galt für Daniil Kvyat. Der Rookie hatte sich einfachere Bedingungen für sein erstes Qualifying erhofft, blieb aber bis auf einen kleinen Ausrutscher, bei dem sein Frontflügel leicht beschädigt wurde, fehlerfrei.
Qualifying-Duell: Vergne vs. Kvyat 1:0

Freitag: Toro Rosso spulte am Freitag 128 Runden ab und zeigte solide Zeiten. Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne absolvierten Short- und Longruns sowie Boxenstoppübungen. Im Gegensatz zu den Testfahrten bewies der Bolide Standfestigkeit, lediglich das Brake-by-Wire-System machte Probleme und sorgte für einige Ausrutscher beider Piloten. "Für unsere Fahrer ist es keine einfache Situation. Sie tun sich schwer die richtige Bremsbalance zu finden", erklärte Franz Tost.

Sauber

Adrian Sutil und Esteban Gutierrez landeten auf den Plätzen 11 und 12 - Foto: Sutton

Sonntag: Mit den Rängen 11 und 12 gab es für das Team zwar eine Steigerung im Vergleich zum Qualifying, zufrieden wirkte bei Sauber aber kaum jemand. "Ich wusste genau, dass unsere Performance im Rennen nicht so stark sein würde. Da brauchen wir uns nichts vormachen. Wir müssen uns einfach verbessern", sagte Adrian Sutil im Interview mit Motorsport-Magazin.com. Besonders auf der Geraden fehlte es erheblich an Geschwindigkeit. Für Esteban Gutierrez begann der Grand Prix schon denkbar schlecht. In Kurve drei erwischte er Sergio Perez und musste einen ungeplanten Stopp einlegen.

Samstag: Für Sauber geht mit dem Qualifying in Melbourne ein schwarzer Tag zu Ende. Seinen 14. Startplatz (Platz 13 durch Bottas-Strafversetzung) kommentierte Adrian Sutil recht simpel: "Wir sind einfach zu langsam", so die klare Aussage des Deutschen. Etwas mehr wäre vielleicht noch möglich gewesen, doch die gelben Flaggen am Ende von Q2 machten auch den letzten Hoffnungsschimmer zunichte. Zu diesem Zeitpunkt war Esteban Gutierrez bereits Zuschauer. Der Mexikaner fühlte sich durch einige andere Fahrer behindert und kam nicht über Rang 19 hinaus. Dank eines Getriebewechsels geht es am Sonntag ganz ans Ende der Startaufstellung.
Qualifying-Duell: Sutil vs. Gutierrez 1:0

Freitag: Bei Adrian Sutil und Esteban Gutierrez streikte im ersten Freien Training das ERS-System. Während der Deutsche zumindest noch 13 Runden fuhr - ohne voll einsatzfähiges Hybridsystem -, musste bei Gutierrez zudem noch das Getriebe gewechselt werden. Am Nachmittag sah es in Sachen Kilometer deutlich besser aus und Sauber erledigte das Basisprogramm - für Abstimmungsarbeit blieb aber kaum Zeit. Mit dem Speed ist das Team aber noch nicht zufrieden, was die Plätze 14 und 15 untermauern.

Marussia

Jules Bianchi sorgte für einen Startabbruch

Sonntag: Schlechter hätte das Rennen für das Team nicht beginnen können: Max Chilton blieb mit abgestorbenem Motor vor der Einführungsrunde stehen. Der Motor konnte in der Box aber gestartet werden und Chilton fuhr aus der Boxengasse los. Kaum war das Feld zurück für den Start, blieb Jules Bianchi stehen - Startabbruch. Es dauerte sechs Runden, bis der Franzose endlich dem Feld folgen konnte. Er beendete zwar das Rennen, wurde aber nicht gewertet. Damit landete er dennoch direkt hinter Chilton, der als 13. erneut das Schlusslicht bildete.

Samstag: Für das Team startete das Qualifying mit einigen Fragezeichen, denn beide Autos wurden im dritten Freien Training von Eletronik-Problemen geplagt. Während Max Chiltons Auto in Q1 gut funktionierte, hatte Jules Bianchi weniger Glück. Die Veränderungen griffen nicht richtig und er wurde von Sensorproblemen geplagt. Daher musste er auf seiner schnellen Runde Änderungen am Setup vornehmen und landete hinter Chilton auf Platz 18.
Qualifying-Duell: Bianchi vs. Chilton 0:1

Freitag: Jules Bianchi war am Freitag mit Entwicklungsteilen unterwegs, die einen Frontflügel, Bremstrommeln und einige Komponenten des Unterbodens enthielten. Im ersten Training kam Marussia aber nur zehn Runden weit, weil beide Autos durch ein Software-Problem ausgebremst wurden. Am Nachmittag absolvierten Bianchi und Max Chilton aber jeweils 29 Runden mit dem Fokus auf Longruns und einigen Live-Boxenstopps. In der Gesamtabrechnung reichte es allerdings nur für die Ränge 17. und 19.

Caterham

Kamui Kobayashi rammte sich den Weg frei - Foto: Sutton

Sonntag: Gleich auf den ersten Metern setzt sich Kamui Kobayashi ungewollt in Szene. Der Caterham-Pilot schoss nach vorne, die Reifen qualmten und er landete gemeinsam mit Felipe Massa im Kiesbett. Während Massa sofort eine Strafe forderte, gab es einen Freispruch der Verantwortlichen. Der Zwischenfall wurde durch ein ernsthaftes technisches Problem hervorgerufen und Kobayashi war unschuldig. Viel besser lief es für Teamkollegen Marcus Ericsson ebenfalls nicht. Der Rookie musste das Rennen nach eine Problem mit dem Öl-Druck vorzeitig beenden.

Samstag: Deutlicher Aufschwung und keines Ausrufezeichen. Zwar landete Rookie Marcus Ericsson nur auf dem 20. Startplatz, Kamui Kobayashi schaffte aber den Sprung in Q2. Zuerst auf Regenreifen unterwegs, ging nicht viel nach vorne, am Ende ließ der Japaner mit seiner Zeit von 1:45.867 Minuten in Q2 aber sogar Sergio Perez im Force India hinter sich. Ericcson haderte nach Problemen mit dem Motor-Mapping bereits im dritten Training mit der Fahrbarkeit seines Caterham. Bis zum Qualifying gab es Verbesserungen, aber das Auto war laut dem Schweden immer noch nicht optimal.
Qualifyingduell: Kobayashi vs. Ericsson 1:0

Freitag: Mehr als ein holpriger Start für Caterham. Marcus Ericsson stellte seinen Boliden nach einem elektronischen Problem am Motor nach einer Installationsrunde ab. Am Nachmittag das gleiche Ergebnis, diesmal aber einem Hydraulik-Leck geschuldet. Für Kamui Kobayashi lief der Tag in Australien noch frustrierender. Durch ein Leck im Benzinsystem brach nach der Installationsrunde unter der Motorabdeckung ein kleines Feuer aus. Als Folge musste die gesamte Power Unit ausgebaut werden und Kobayashi war für den Rest des Tages Zuschauer.

Lotus

Lotus hat sich mit der Rundenanzahl selbst überrascht - Foto: Sutton

Sonntag: Die Zusammenfassung lautet: Besser als erwartet. Zwar schieden sowohl Pastor Maldonado als auch Romain Grosjean im Rennen aus, schafften aber 29 respektive 45 Runden. Bei beiden Piloten war ein mechanisches Problem der Ausfallgrund. "In gewisser Weise war es ein recht positiver Tag. Ich erwartete nach all den Problemen, die wir am Wochenende hatten, rund 15 bis 20 Runden zu fahren - jetzt haben wir 45 geschafft", versuchte Grosjean noch das Positive zu sehen.

Samstag: Lotus ist der ganz klare Verlierer. Im dritten Freien Training fielen von Romain Grosjean mehrfach Worte wie "unglaublich" oder "schrecklich." Und genau so sollte es im Qualifying kommen. Der Franzose landete auf P21, Pastor Maldonado sogar noch einen Platz dahinter. Gefühlt war der neue E22 mehr neben als auf der Strecke unterwegs, denn beide Piloten leisteten sich Ausflüge ins Kiesbett. "Wir hatten heute eine Menge Probleme und immer wenn wir eines gelöst hatten, trat ein neues auf", ärgerte sich Grosjean.
Qualifying-Duell: Grosjean vs. Maldonado 1:0

Freitag: Für Lotus ging es in Melbourne weiter, wie es in Bahrain aufhörte. Romain Grosjean blieb am Vormittag durch ein Leck im Getriebe komplett in der Box. Nach einem Wechsel ging es am Nachmittag für 12 Runden auf die Strecke, mehr als 4.021 Sekunden Rückstand auf die Spitze und ein Abflug ins Kiesbett waren aber nicht drin. Pastor Maldonado versuchte im ersten Training sein Glück, ein Elektronikdefekt wurde aber schon auf der Installationsrunde zum Hindernis. Als Grund wurde ein Problem am Kabelstrang festgestellt, der gewechselt werden musste. Damit beendete der Venezolaner den Tag mit einer einzigen Runde.


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