Formel 1 - Der Turbo-Sound: Reine Gewohnheitssache

Nächstes Jahr schon Schnee von gestern

Der neue Turbo-Sound der Formel 1 sorgt weiter für Diskussionen. In Melbourne zeichnet sich ein klares Bild ab, wie die Königsklasse wirklich klingt.
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Motorsport-Magazin.com - Vijay Mallya sorgte am Freitag für den Lacher des Tages in Melbourne. Der Boss von Force India brüllte während des zweiten Trainings lauthals in die TV-Kamera: "Der Sound der Formel 1 ist weg! Wir brauchen diesen Sound der F1 aber!" Bei den Trainings zum Australien Grand Prix waren die neuen Autos erstmals in - mehr oder weniger - voller Zahl auf der Strecke zu hören statt nur in kleinen Gruppen wie bei den Testfahrten vor der Saison. Viel änderte sich nicht mit Blick auf die Geräuschkulisse. Der Turbo-Sound ist nicht mit dem Lärm der alten V8-Sauger zu vergleichen, sogar quietschende Reifen sind inzwischen deutlich zu hören.

"Diese Autos werden in den nächsten paar Rennen schneller sein als ihre Vorgänger", brach Toto Wolff eine Lanze für die neue Ära der Königsklasse. "Wir werden uns an den Sound gewöhnen und ich verspreche, dass wir uns nächstes Jahr nicht mehr an den Unterschied erinnern werden." Dies sei laut dem Mercedes-Motorsportchef nun einmal der Weg, den die Formel 1 einschlägt - hin zur Effizienz, dem geflügelten Begriff dieser Monate. "Das ist die moderne Technologie, da führt der Weg der Straßenautos hin. Downsizing lautet das Motto und wir müssen einfach akzeptieren, dass sich die Formel 1 verändert hat."

Ich denke, dass die Leute einfach ein gutes Rennen am Sonntag sehen wollen.
Claire Williams

Schon in den Fahrerlagern von Jerez und Bahrain fiel die relative Stille auf - erstmals in der Geschichte der Formel 1 war es problemlos möglich, in der Boxengasse zu telefonieren und dabei auch etwas zu verstehen. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis der Turbo-Sound allgemein akzeptiert wird, erste Fans gibt es aber jetzt schon. "Ich persönlich mag den Klang der Motoren", sagte Claire Williams, Williams' stellvertretende Teamchefin. "Ich denke, dass sich die Leute relativ schnell daran gewöhnen werden, wie die Formel-1-Motoren klingen."

Sie stimmte in den gleichen Kanon ein wie Kollege Wolff - der Mensch ist ein Gewohnheitstier und vergisst schnell, was in der Vergangenheit war. "Ich denke, dass die Leute einfach ein gutes Rennen am Sonntag sehen wollen", so Williams. "Und solange wir das liefern können, glaube ich, dass sämtliche Probleme oder strittige Diskussionen verschwinden werden."


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