Formel 1 - Mercedes: Zwei Alpha-Tiere an der Front

Wer setzt den Silberstreif am Horizont?

Nico Rosberg und Lewis Hamilton - eine Freundschaft mit gesunder Rivalität. Doch wie lange wird die Sympathie bleiben, wenn es um Sieg oder Niederlage geht?
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Motorsport-Magazin.com - Mercedes geht als einer der großen Favoriten in die Saison, was neben dem - zumindest anhand der Testfahrten - starken F1 W05 auch an der extrem konkurrenzfähigen Fahrerpaarung aus Lewis Hamilton und Nico Rosberg liegt. Doch wer wird sich am Ende durchsetzen? Hamilton gilt für viele als klarer Top-Favorit auf seinen zweiten Titel und freut sich sehr über diese Wertschätzung. "Es ist immer schön, positive Kommentare und Feedback zu erhalten und zu wissen, dass die Leute positiv über mich denken", erklärte der Weltmeister von 2008.

Auch wenn ich einige Stolpersteine auf meinem Weg hatte, habe ich immer zurückgeschlagen.
Lewis Hamilton

Mit nun 29 Jahren zählt sich der Brite zu den älteren Piloten im Feld und ist überzeugt, dass er sich über seine Jahre in der Formel 1 verändert hat. "Alles was passiert, passiert aus einem bestimmten Grund. Ich habe aus meinen Erfahrungen viel gelernt. Auch wenn ich einige Stolpersteine auf meinem Weg hatte, habe ich immer zurückgeschlagen", gab sich Hamilton kämpferisch.

Rosberg gönnt Hamilton bedingt Siege

Allerdings ist sich Hamilton wohl bewusst, dass noch einige Stolpersteine und viel Arbeit warten, bevor er möglicherweise in Australien - geschweige denn den WM-Titel - gewinnen kann. Nicht zuletzt, weil Rosberg die gleichen Ambitionen hat. Die beiden galten jahrelang als enge Freunde, zuletzt beschrieb Rosberg das Verhältnis aber eher als neutral und wettkämpferisch. "Wir lachen zusammen, sprechen aber auch mal ein ernstes Wort, wenn es auf der Strecke nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen", untermauerte Rosberg in Australien nochmals.

Zu jeder Zeit sei es aber möglich gewesen, Probleme mit gegenseitigem Respekt anzugehen und zu lösen. Diese Meinung teilt auch Hamilton, der an alte Zeiten erinnert. "Nico und ich fahren seit wir 14 sind gegeneinander Rennen. Wir waren von Anfang an vorne dabei und waren im ersten Rennen die gesamte Zeit auf eins und zwei", dachte er zurück. Auch als sie Teamkollegen waren und gegeneinander um den Titel kämpften, tat das der Freundschaft keinen Abbruch. "Natürlich ist die Formel 1 ein bisschen heftiger, der Wettkampf ist härter und es ist ein ernstes Business, aber wir hatten immer Respekt voreinander und Freundschaft füreinander."

Wenn ich persönlich den Erfolg nicht haben kann, dann wäre es am schönsten, wenn Lewis diesen Erfolg von mir bekommt.
Nico Rosberg

Für Rosberg ist wichtig, dass das auch in einem möglichen Kampf um die WM so bleibt. Für ihn ist klar, dass es in einem Sport wie der Formel 1 zwischen den Fahrern immer schwierige Phasen gibt, aber wichtig sei, diese auszuarbeiten und weiterzugehen. Daher würde er Hamilton Siege gönnen - mit Einschränkungen. "Wenn ich persönlich den Erfolg nicht haben kann, dann wäre es am schönsten, wenn Lewis diesen Erfolg von mir bekommt", sagte Rosberg. "Vor allem für das Team. Ich weiß, wie hart alle arbeiten und sie können dann den Erfolg durch Lewis haben, insofern ich zuerst aus dem Rennen bin. Aber am liebsten gewinne ich natürlich selbst."

Faires Racing

Eine schwierige Aufgabe, vor der nun auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff steht. Zum ersten Mal musste er in Malaysia 2013 die Entscheidung für einen - oder gegen den anderen - Fahrer treffen. Keine einfache Situation, die auch in Zukunft wartet. Für den Österreicher überwiegen aber die Vorteile, schließlich sei Mercedes in der glücklichen Situation, zwei sehr schnelle und sehr intelligente Fahrer zu haben und ein faires Verhältnis zueinander ist dem Mercedes-Mann sehr wichtig. "Wir hatten erst kürzlich ein derartiges Gespräch und ich denke, wir wollen alle zusammen als Team Fortschritte machen, aber wir sind hier, um Rennen gegeneinander zu fahren", machte Wolff deutlich und sprach sich gegen Eingriffe von Seiten des Kommandostands aus. "Solange wir die Regeln des Rennfahrens und des Fahrens gegeneinander und im Team befolgen - und da habe ich keine Zweifel - sind wir hier, um Rennen gegeneinander zu fahren."


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