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Formel 1 - RBR, Mercedes & Co: Bereit für Australien?

Let's get ready to rumble

Am 16. März geht der Saisonstart in Australien über die Bühne. Motorsport-Magazin.com weiß, wer für das Auftaktrennen bereit ist und wer nicht.
von

Red Bull Racing

Sebastian Vettel ist das Lachen vergangen. Sein neuer Dienstwagen entpuppte sich bei den Testfahrten als Pannenfahrzeug. Mal streikte der Motor, mal explodierte die Bremsscheibe, mal bestand Überhitzungsgefahr. Wegen letzterem stand in Bahrain stets ein Feuerlöscher griffbereit, die Mechaniker sollen sogar provisorische Schlitze in die Karosserie geschnitzt haben. Wenn die Piloten von Problemen verschont blieben, beeindruckten sie zumindest mit ihren Rundenzeiten auf den Short- und Longruns. Nichtsdestotrotz befindet sich Red Bull in der Defensive. "Wir wollen uns in Melbourne so gut wie möglich präsentieren, aber wir haben im Vergleich zu einigen anderen Teams nur ein Drittel der Kilometer abgespult", ist sich Christian Horner bewusst und hält den Ball für das erste Rennen flach. Das Ziel: die Zielflagge sehen.

Fazit: Es kann nur besser werden

Ein bekanntes Bild während der Tests - Foto: Sutton

Mercedes

"Es waren sehr gute Tests, unter anderem weil die Standfestigkeit besser als erwartet war. Wir konnten direkt viele Runden drehen. Es läuft echt gut momentan, aber ich kann überhaupt nicht sagen, wo wir genau stehen", erklärte Nico Rosberg. In punkto Standfestigkeit konnte dem Mercedes-Motor bei den Tests keiner das Wasser reichen. Rosberg und Lewis Hamilton spulten knapp 5000 Kilometer ab, die Mercedes-befeuerten Teams kamen auf über 16000 Kilometer. Hamilton tritt allerdings auf die Euphoriebremse und sieht sowohl in Sachen Speed und Zuverlässigkeit noch Verbesserungsbedarf - und tatsächlich zeichneten sich die Mercedes-Piloten für einige roten Flaggen verantwortlich, dennoch leuchtet vor dem Saisonauftakt kein Stern heller als jener von Mercedes.

Fazit: Verdient in der Favoritenrolle

Mercedes ist bereit - Foto: Sutton

Ferrari

Ferrari spulte über 4000 Testkilometer ab, was zeigt, dass die Power Unit mit der der silbernen Konkurrenz in punkto Standfestigkeit mithalten kann. "Wir werden eines der besten Teams sein und ich einer der Fahrer mit den meisten Runden. Das verschafft mir einen Vorteil", tönte Fernando Alonso. Die PS-Stärke sorgt allerdings für Fragezeichen. Auf Longruns mit gleicher Rundenanzahl war Mercedes eine Sekunde schneller, dennoch spielte Kimi Räikkönen Gerüchte, wonach der Ferrari-Motor hinterherhinkt, herunter: "Schon bevor die Autos auf der Strecke fuhren, wurde behauptet, dass der Mercedes-Motor der stärkste ist. Vielleicht ist es so, vielleicht nicht. Ich kann auch nur raten." Zumindest blieben Showeinlagen für die italienische Presse aus - von Panik bei Ferrari also keine Spur.

Fazit: Noch nicht 100-prozentig bereit

Der F14T ist zumindest standfest, aber auch schnell? - Foto: Sutton

Lotus

Software-Probleme, Getriebeschaden, Probleme mit dem Auspuff - um die Zuverlässigkeit des Lotus E22 war es bei den Testfahrten weniger gut bestellt. Immer wieder musste der Rennstall den Testtag vorzeitig beenden, weshalb man vor dem Australien GP bei weitem nicht alle Häkchen hinter der To-Do-Liste gesetzt hat. "Es gibt noch so vieles, was wir vor dem Saisonauftakt ausprobieren wollten und auch die Freien Trainings in Melbourne werden nicht ausreichen, um alles zu testen", gestand Romain Grosjean. Die Ziele für den Saisonauftakt als auch für das zweite Rennen in Malaysia sind bei Lotus tief angesiedelt. "Es wäre schon ein Erfolg, wenn wir ein paar punkte holen könnten. Wenn nicht, dann nehmen wir es als Ansporn, um uns zu verbessern", betonte Grosjean. Zumindest die Rundenzahlen im Simulator als auch auf der Strecke sind laut Lotus vielversprechend. Der Lichtblick: Das Auto hat Potenzial.

Fazit: Australien ist bereits abgehakt

Lotus hat die ersten beiden Rennen abgehakt - Foto: Sutton

McLaren

"Als Team sind wir bereit. Wir sind bereits ganz gut darin das Maximum aus der Power Unit herauszuholen und verstehen das Auto generell schon gut", freute sich Jenson Button über einen geglückten Testwinter. Nach dem Debakel im Vorjahr tat McLaren alles, um 2014 besser in die Saison zu starten. "Unser Ziel war es ein gutes Basis-Auto hinzustellen. Deshalb haben wir alles Furchterregende vermieden", so Button. Das erste Ziel hat McLaren erreicht, doch was heißt das für den Saisonauftakt in Australien? Kehrt McLaren im Albert Park auf die Siegerstraße zurück? "Wir können eine Renndistanz abspulen. Das gibt uns Zuversicht und zeigt auch, wie hart das vergangene Jahr für uns alle war", sagte Button. Das größte Manko ist allerdings der Speed. "Wir sind nicht die Schnellsten", gibt McLaren offen zu. Das soll sich allerdings mit dem endgültigen Race-Paket ändern.

Fazit: McLarens Trumpfkarte ist die Zuverlässigkeit

Problemfreie Wintervorbereitung für McLaren - Foto: Sutton

Force India

Trotz der drei Tagesbestzeiten in der ersten Bahrain-Woche blieben Zweifel an der Stärke von Force India. Doch in der finalen Bahrain-Testwoche gaben nico Hülkenberg und Sergio Pérez noch einmal ordentlich Gas und bewiesen, dass den Ingenieuren mit dem VJM07 ein Kompromiss aus Standfestigkeit und Speed gelungen ist. Mit knapp 2000 Kilometern an den vier finalen Testtagen zählte Force India zu den Kilometerkönigen. "Wir haben einen guten Job gemacht, was auch das Ziel war", betont Force India-Neuankömmling Sergio Pérez. Im Gegensatz zu anderen Teams scheint Force India für den Saisonauftakt bereit zu sein. "Wir können wirklich zufrieden sein", betonte Nico Hülkenberg.

Fazit: Australien kann kommen

Force India braucht sich nicht verstecken - Foto: Sutton

Sauber

Wie die Aussichten für Sauber für den Saisonauftakt im Albert Park aussehen, ist schwer zu sagen. Der Schweizer Rennstall blieb bei den Testfahrten unscheinbar. Zwar spulte Sauber eine ordentliche Kilometerzahl in Jerez und Bahrain ab, wobei Adrian Sutil und Esteban Gutierrez auch immer wieder von Problemen zurückgeworden wurden. Hinter der Zuverlässigkeit des C33 steht ein ebenso großes Fragzeichen wie hinter dem Speed. Den ordentlichen Longruns stehen allerdings mit einer Ausnahme keine wirklich schnellen Zeiten gegenüber.

Fazit: Viele Fragezeichen vor Melbourne

Probleme stoppten Sauber immer wieder - Foto: Sutton

Toro Rosso

Auch wenn Toro Rosso in Jerez und Bahrain doppelt so viele Testkilometer wie Red Bull abspulte, zählt der Rennstall vor dem Saisonauftakt in Australien zu den Sorgenkindern. Die immensen Zuverlässigkeitsprobleme des Autos sowie des Antriebsstrangs von Renault ließen Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne lediglich davon träumen, Rennsimulationen abzuspulen. Somit wäre man bei Toro Rosso schon froh, in Australien die schwarz-weiß-karierte flagge zu sehen. "Ich wünschte, wir könnten etwas anderes anpeilen, aber wir setzen uns definitiv als Ziel, das Rennen zu beenden", erklärte Vergne. Neben der Zuverlässigkeit steht auch hinter dem Speed des Renners ein großes Fragezeichen. "Wir befinden uns in der Aufholphase. Es gibt noch viel herauszufinden, wir können noch viel herausholen", sagte Kvyat.

Fazit: Weder zuverlässig, noch schnell

Sorgenkind Toro Rosso - Foto: Sutton

Williams

Dass Mercedes, Ferrari und McLaren in der Kilometer-Statistik die ersten drei Plätze belegen, ist wenig überraschend. Sie gehören in die Riege der Top-Teams, die sowohl über die finanziellen als auch personellen Ressourcen verfügen, um auf die Regeländerungen perfekt zu reagieren. Dass allerdings Williams mit über 4000 abgespulten Testkilometern die Top-4 komplettiert, ist da schon die größere Überraschung. In Bahrain ließ Williams den Stotterstart von Jerez schnell vergessen. Dass Williams nur aufgrund der neuen Power Unit aus Brixworth so gut unterwegs ist, bestreitet der Rennstall vehement. "Ein Auto ist mehr als nur ein Motor oder eine Power Unit. Es ist eine Kombination aus allem - auch guten Fahrern und Designern", betonte Cheftestingenieur Rod Nelson. Doch trotz der positiven Tests verfällt Williams nicht in Übermut: "Wenn wir nach Melbourne in den Spiegel sehen und sagen können: Wir haben unser Bestes gegeben, dann sollten wir damit zufrieden sein."

Fazit: Williams ist für eine Überraschung gut

Rosige Aussichten für Williams - Foto: Sutton

Marussia

Marussia erlebte einen Horror-Winter. Bei den Testfahrten kamen Jules Bianchi und Max Chilton kaum einen Meter vorwärts, immer wieder tauchten neuerliche Probleme auf. "Zum Glück tritt kein Problem zwei Mal auf", übte sich der Rennstall in Galgenhumor, doch die schrillenden Alarmglocken sind nicht mehr zu überhören. Der neue Renner ist weder zuverlässig, noch schnell. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht im Geringsten besorgt bin. Es ist okay, zu denken, dass man die Probleme lösen kann, aber man muss es beweisen", betonte John Booth.

Fazit: Große Sorgen vor Australien

Bei Marussia gibt es noch viel zu tun - Foto: Sutton

Caterham

Caterham erlebte während der Wintertests sowohl Hochs als auch Tiefs, doch mit knapp 3000 Testkilometern legte Caterham die beste Testperformance eines Renault-befeuerten Teams hin. Zwar lagen die Rundenzeiten von Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson zumeist nicht im Bereich der für eine Rennteilnahme geforderten 107-Prozent-Regel, jedoch erwies sich der CT05 als durchaus standfest und zuverlässig. Bis zum Australien GP hofft der Rennstall noch deutlich mehr Speed aus dem gesamten Paket herauszuholen. "Wir haben für Australien nochmals neue Teile, also gibt es eine Menge Grund zur Vorfreude", sagt Ericsson.

Fazit: Die Basis ist vorhanden

Caterham überzeugte bei den Tests - Foto: Sutton

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