Formel 1 - Renault: Ein Alptraum für Red Bull

Welche Rolle spielt Newey?

Red Bull hat Probleme an allen Ecken - auch mit Renault. Der Motorenhersteller wundert sich, spricht von einem enttäuschenden Alptraum-Tag und gelobt Besserung.
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Motorsport-Magazin.com - Remi Taffin gehört in diesen Tagen zu den gefragtesten Gesprächspartnern im Fahrerlager von Bahrain. Täglich gibt der Motorenchef von Renault neue Wasserstandsmeldungen bezüglich der hauseigenen Power Units ab. Red Bull ist der Grund für die plötzliche Berühmtheit des Franzosen, der wohl nur zu gern auf diesen Promi-Status verzichtet hätte. Das Weltmeister-Team krebst weiter hinterher und erlebte am Samstag das nächste Debakel, als Sebastian Vettel lediglich eine Runde im RB10-Boliden drehen konnte, die schon in der vierten Kurve mit einem Ausfall endete. Unterschiedliche Gründe machten Red Bull zu schaffen: Morgens spielte die Elektrik nicht mit, nachmittags sorgte ein mechanisches Problem - ein Leck, wie Red Bull durchblicken ließ - für Ärger.

"Es ist enttäuschend, dass wir nicht mehr Kilometer auf das Auto packen konnten", räumte Taffin ein. "Aber wir arbeiten daran." Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass es zwischen Red Bull und Renault nach all den erfolgreichen Jahren kriselt und sich das Team sogar nach einem neuen Motorenpartner umsehen könnte. Seitens Red Bull waren aber sowohl Christian Horner als auch Sebastian Vettel sehr darauf bedacht, den Franzosen nicht den schwarzen Peter zuzuschieben.

Wir arbeiten mit allen Kunden gleich - mit Red Bull vielleicht sogar noch mehr.
Remi Taffin

Auch Taffin wollte von einem vermeintlichen Bruch nichts wissen, ganz im Gegenteil sogar: "Wir arbeiten mit allen Kunden gleich - mit Red Bull vielleicht sogar noch mehr. Es ist überraschend, dass wir mit ihnen mehr Probleme haben als mit anderen, aber so ist es nun einmal." Dafür gebe es keinen offensichtlichen Grund. Stattdessen predigte Taffin die gute Beziehung zum Team aus Milton Keynes: "Wir hatten noch nie zuvor so viel Unterstützung von Red Bull, uns bei unseren Problemen zu helfen. Und so ist es auch andersherum. Wenn wir ihnen helfen können, dann machen wir das. Es ist nicht so, dass wir zwei unterschiedliche Listen mit Problemen haben - wir haben einen Zettel."

Die To-Do-Liste dieser Partnerschaft dürfte allerdings ziemlich ausufernd sein, immer wieder tauchen neue Probleme auf. Schon am Samstagmorgen hatte Red Bull zweieinhalb Stunden benötigt, um eine der Batterien der Power Unit auszutauschen und den RB10 fahrtüchtig zu machen. Das Ergebnis ist bekannt. Laut Taffin soll es für den Sonntag - Vettels letzte Testmöglichkeit vor Melbourne - noch einen weiteren Batteriewechsel geben. "Das war ein ziemlicher Alptraum heute", fasste Taffin den Tag aus Red-Bull-Sicht zusammen. "Es gibt so Tage, da läuft es einfach nicht. Genau das war heute der Fall. Du fährst spät raus, entdeckst ein Problem, löst es und findest dabei ein neues - das ist frustrierend."

Dabei hilft es nicht, dass Adrian Teil der Truppe ist, die das Auto gebaut hat.
Remi Taffin

Immerhin handele es sich bei Red Bull nicht um ein ernstes Problem, das unlösbar sei. Allerdings sagt Taffin dies schon seit einigen Wochen, doch Besserung war bei Red Bull bislang nur bedingt in Sicht. Ein Auf und Ab mit wesentlich mehr Talfahrten als Höhepunkten. Dass es auch anders geht bei Renault, hat am Samstag Caterham bewiesen, das mit Marcus Ericsson locker 100 Runden in Bahrain abspulte.

Fast schon tragisch komisch, dass der vermeintlich langsamste Renault-Kunde den geringsten Ärger hat und das schnellste Team die größten Probleme aufweist. Laut Taffin sei diese Konstellation ein Zufall - wenn auch mit einem gewissen Hintergrund. "Wenn du das schnellste Auto hast, setzt du da gewisse Bereiche vielleicht mehr unter Druck als es bei anderen Autos der Fall ist", sagte Taffin. "Dabei hilft es nicht, dass Adrian [Newey, d.Red.] Teil der Truppe ist, die das Auto gebaut hat." Red Bulls Designchef ist bekannt dafür, gern extrem kompakte Autos zu bauen, die zunächst nicht immer im Einklang mit der vorhandenen Technik sind. In den vergangenen Jahren sorgte das KER-System wegen der engen Bauweise des Autos häufiger für Probleme.


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