Formel 1 - Fry: Probleme kosteten doppelt so viel Zeit

Die Autos sind kompliziert

Pat Fry und John Booth stellten bei den Testfahrten fest, dass die neuen Boliden kompliziert sind und Anpassungen viel Zeit in Anspruch nehmen.
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Motorsport-Magazin.com - Zeit ist Geld - das gilt vielleicht nirgendwo so sehr wie derzeit in der Formel 1. Während der Testfahrten standen viele Boliden mehr in der Garage als auf der Strecke zu fahren. Die Mechaniker arbeiteten im Schichtdienst daran, den Wagen flottzumachen. Von außen bekommt man den Eindruck, dass sich jedes kleine Detail, das nicht passt, viel stärker auswirkt, als dies in der jüngeren Vergangenheit der Fall war. Ferraris Technikdirektor Pat Fry bestätigt diesen Eindruck. "Die Autos sind so kompliziert, es braucht eine Weile, sich einzuarbeiten und das Problem zu finden."

Es braucht eine Weile, sich einzuarbeiten und das Problem zu finden.
Pat Fry

Es sei schwieriger, das Teil zu finden, das geändert werden muss, als es dann zu ändern. "Ich hätte gedacht, dass uns die Dinge, die uns zurückgeworfen und vier Stunden gekostet haben, nur etwa halb so viel Zeit kosten würden", räumte er ein. Dennoch sieht er nicht schwarz, denn andere Teams hätten bewiesen, dass wenn das Auto einmal laufe, es relativ zuverlässig sein kann.

Ferraris Kundenteam Marussia hatte ebenfalls seine liebe Not und spulte bei den ersten beiden Testfahrten in Jerez und Bahrain insgesamt nur 289 Kilometer ab und ist damit Schlusslicht. "Wenn man das Auto ohne Motorabdeckung sieht, ist es einfach nur kompliziert", gestand Teamchef John Booth gegenüber Autosport. "Um etwas zu bearbeiten, muss man drei oder vier andere Teile entfernen, nur um an das heranzukommen, was man eigentlich tun möchte."

Wenn wir nach Melbourne kommen, werden wir fertig hergerichtete Motoren haben, die nur noch eingebaut werden müssen.
John Booth

Ein großes Problem bei Marussia war, dass ein Motor ausgetauscht werden musste. Da in dieser Saison nur noch fünf und nicht mehr acht Aggregate pro Fahrer erlaubt sind - für jedes weitere muss der Pilot aus der Box starten - hatte das Team keinen Ersatzmotor vorbereitet. Die Vorbereitung dauert aber in etwa zehn Mal so lang wie die eigentliche Montage, erklärte Booth. "Wenn wir nach Melbourne kommen, werden wir fertig hergerichtete Motoren haben, die nur noch eingebaut werden müssen." Damit werde ein Motorenwechsel deutlich schneller vonstatten gehen, auch wenn man nicht an die Zeiten mit den früheren Cosworth-Triebwerken herankommen werde.


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