Formel 1 - Interview - Renault-Boss Rob White: Rückstand ist erheblich

Jetzt erst auf Jerez-Level

Renault ist die Enttäuschung der bisherigen Testfahrten. Motorenchef Rob White gesteht im Interview: Die Franzosen hinken dem Zeitplan weit hinterher.

Motorsport-Magazin.com - Was waren die Schlüsselverbesserungen bei Renault zwischen den Tests in Jerez und Bahrain?
Rob White: Wir nahmen einige Veränderungen an der Spezifikation unseres Energiespeichers vor, diese beinhalteten eine veränderte Hardware und sorgten dafür, dass wir uns auf der Ingenieursseite, bei der Beschaffung, beim Zusammenbau und der Logistik etwas strecken mussten.

Es gab einige Rückschläge, aber wir haben definitiv Fortschritte erzielt.
Rob White

Wir führten auch zwei Software-Updates bei den Kontrollsystemen der Power Unit ein. Das erste wäre ein vernünftiger Startpunkt für Jerez gewesen. Es merzte einige Bugs aus, sodass wir Korrekturen am Mapping und der Kalibrierung vornehmen konnten. Auf diese Weise konnten wir die Autos robuster rannehmen und somit mehr Kilometer zurücklegen.

Die zweite Runde an Software-Veränderungen brachte mehr Funktionen, um den Kontrollsystemen mehr Einfluss zu geben. Dies bewirkte eine bessere Performance und Fahrbarkeit sowie eine bessere Integration der Power Unit-Systeme. Alle vier Autos begannen mit dem ersten Update und wurden dann auf die zweite Lösung umgestellt, nachdem wir mehr Kilometer abgespult hatten.

Wie verlief der Bahrain-Test in dieser Woche für Sie?
Rob White: Es gab einige Rückschläge, aber wir haben definitiv Fortschritte erzielt und einige Schritte nach vorne gemacht. Die Veränderungen haben das Verhalten der PU im Auto verbessert und wir haben wertvolle Kilometer absolviert. Es gab Unterbrechungen, sowohl auf unserer Seite als auch von Chassis-Seite, aber wir konnten einige große Probleme beheben und den Teams damit erlauben, mehr Erfahrung mit ihren Autos zu sammeln.

Kleinere Zwischenfälle können Ruhezeiten hervorrufen, die nur schwierig oder gar nicht aufgeholt werden können. Besonders am letzten Testtag haben wir mehr Zeit als erwartet verloren. Wir befinden uns noch nicht auf dem Level auf dem wir sein möchten, das gilt sowohl für die Abläufe als auch die Leistung, aber wir haben eine solidere Basis, auf der wir aufbauen können. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Schwierige Tage für Rob White - Foto: Sutton

Liegen Sie nun wieder im Plan?
Rob White: Mit Blick auf die Performance der PU und dem Einsatz im Auto haben wir Boden gutgemacht. Wir sind nun an einem Punkt angelangt, den wir zur Mitte des Jerez-Tests als akzeptabel empfunden hätten. Wir haben einige Probleme gelöst und andere entdeckt. Wir liegen noch nicht wieder im Plan, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Die zurückgelegten Kilometer waren sehr wertvoll für uns. Unsere Herausforderung ist es, die Steigerungsrate zu verbessern, denn der Abstand zu dem Level, an dem wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich sein wollten, ist erheblich.

Wir liegen einige Wochen hinter dem Plan zurück und wir geben zu, dass es Zeit benötigen wird, um die volle Performance der PU zu entfalten. Wir arbeiten hart, um dorthin zu gelangen und wir sind fest entschlossen, dies zu schaffen. Wir haben weiter Vertrauen in unsere PU und deren Systeme. Leider sind wir einfach noch nicht auf dem Level, auf dem wir sein wollten. Die fehlende Reife der PU in Kombination mit der verlorenen Zeit aufgrund von Zwischenfällen bedeutet, dass auch die Arbeiten am Chassis hinter dem Plan zurückliegen. Aus dieser Sicht müssen wir uns anstrengen, um die Formkurve zu verbessern.

Aus dieser Sicht müssen wir uns anstrengen, um die Formkurve zu verbessern.
Rob White

Wie geht die Arbeit in der kurzen Pause zwischen den beiden Tests weiter?
Rob White: Ende nächster Woche fahren wir erneut in Bahrain. Die Deadline für die Homologation rückt immer näher und die Rennmotoren für Melbourne befinden sich in der frühen Aufbauphase. Es gibt derzeit jede Menge Arbeit zu erledigen. Das Team in Viry arbeitet Tag und Nacht, um unsere Probleme zu lösen. Die Zusammenarbeit mit den Teams ist enger denn je. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist abseits der Strecke extrem hoch. Dass wir effektive Lösungsansätze sehr schnell entwickeln und überprüfen können, zeigt die Entschlossenheit und Hartnäckigkeit all unserer Teammitglieder.

Jetzt müssen wir eine Liste mit Problemen von diesem Test abarbeiten. Dabei müssen wir natürlich die wichtigen von den weniger wichtigen trennen, aber wir werden beim nächsten Test stärker zurückkehren und mehr über die Power Unit lernen, um uns weiter auf Melbourne vorzubereiten.


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