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Formel 1 - Die besten Rookies der F1-Geschichte

Von Null auf Hundert

Viele Formel-1-Stars zeigten schon in ihrer ersten Saison fabelhafte Leistungen. Motorsport-Magazin.com stellt zehn Super-Rookies vor.
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Motorsport-Magazin.com - Jedes Jahr wird voller Spannung erwartet, wie sich die Neulinge in der Formel 1 schlagen. Betritt ein potenzieller Star die Bühne der Königsklasse oder war schlussendlich doch in erster Linie das liebe Geld für das Engagement ausschlaggebend? 2014 versuchen sich mit Kevin Magnussen, Daniil Kvyat und Marcus Ericsson drei Frischlinge in der Formel 1. Motorsport-Magazin.com stellt zehn ihrer Vorgänger vor, die bereits in ihren Debütsaisons für jede Menge positive Schlagzeilen sorgten.

Lewis Hamilton: Kaum ein anderer Rookie kam so gut vorbereitet in die Formel 1, wie 2007 Lewis Hamilton. Der Brite gehörte seit Kindesbeinen dem McLaren-Team an und zeigte sein enormes Potenzial von Beginn weg. In den ersten neun Rennen fuhr Hamilton stets auf das Podium und es dauerte nur bis zum sechsten Saisonlauf, dem Großen Preis von Kanada, ehe er den ersten Grand-Prix-Sieg feierte. Bis zwei Rennen vor dem Saisonfinale lag der Brite sogar auf Titelkurs, aber letztlich wurde er doch noch von Kimi Räikkönen abgefangen - lediglich ein Punkt fehlte, um die Weltmeisterschaft schon im ersten Jahr zu gewinnen. Der große Triumph sollte aber bereits eine Saison später folgen.

Hamilton nach seinem ersten Sieg mit Vater Anthony - Foto: Sutton

Emerson Fittipaldi: Lotus-Legende Colin Chapman entdeckte den jungen Brasilianer und holte ihn zunächst als dritten Fahrer in sein Team. Jochen Rindts tragischer Unfalltod sowie der Umstand, dass John Miles Lotus vorzeitig verlassen hatte, verhalfen Fittipaldi 1970 etwas überraschend zu seiner Formel-1-Premiere. Obwohl er über keinerlei Königsklassen-Erfahrung verfügte, fühlte sich Fittipaldi im Cockpit prompt wohl und erreichte bei seinem Debüt in Brands Hatch den achten Platz. Nur drei Rennen später feierte der Brasilianer seinen ersten Triumph. Beim Großen Preis der USA in Watkins Glen steuerte er seinen Lotus 72 zunächst auf den dritten Startplatz und ließ anschließend im Rennen der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Es war der erste Sieg für Lotus, seit Rindts Unfalltod in Monza.

Fittipaldi feierte in Watkins Glen seinen Premierensieg - Foto: Sutton

Jackie Stewart: Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen in diversen Nachwuchsserien stand der charismatische Schotte 1965 bei vielen Top-Teams ganz oben auf der Wunschliste, doch schlussendlich entschloss er sich dazu, einen Vertrag bei B.R.M. zu unterzeichnen. Stewart wurde den Erwartungen mehr als nur gerecht, indem er fünf Mal auf das Podium fuhr, darunter der viel umjubelte Sieg beim Großen Preis von Italien in Monza. Der Schotte beendete die Saison auf dem dritten Gesamtrang und wies auf seinen erfahrenen Teamkollegen Graham Hill nur sieben Punkte Rückstand auf.

Stewart bei einer seiner zahlreichen Siegerehrungen - Foto: Sutton

Jacques Villeneuve: Nachdem der Kanadier die IndyCar World Series für sich entschieden hatte, wechselte er 1996 in die Formel 1 und heuerte bei Williams an, wo er den Platz an der Seite des künftigen Weltmeisters Damon Hill einnahm. Schon bei seinem ersten Rennen, dem Großen Preis von Australien, stand Villeneuve auf der Pole Position, wegen technischer Probleme reichte es aber schlussendlich "nur" zum zweiten Rang. Der Kanadier sollte in seinem Debütjahr vier Grands Prix gewinnen, darunter auch den Klassiker von Silverstone, und beendete die Saison auf dem zweiten Gesamtrang. Angesichts dieser Performance verwunderte es nur die wenigsten, dass Villeneuve sich ein Jahr später noch einmal steigerte und den WM-Titel gewann.

Villeneuve mischte die Formel 1 von Anfang an auf - Foto: Sutton

Jean Alesi: Obwohl der Franzose in seiner ersten Formel-1-Saison keinen Sieg feierte, gilt auch er als einer der besten Rookies der Geschichte. 1989 wurde Alesi während der laufenden Saison vom mäßig konkurrenzfähigen Tyrrell-Team verpflichtet und überzeugte bei seinem Heimrennen prompt mit dem vierten Platz. Es folgten zwei weitere Ankünfte in den Punkterängen, weshalb das britische Traditionsteam nicht lange fackelte und ihn auch für 1990 unter Vertrag nahm. Alesi zahlte das Vertrauen sogleich zurück und belegte beim Saisonauftakt in Phoenix sensationell den zweiten Platz.

Alesi debütierte bei seinem Heimrennen für Tyrrell - Foto: Sutton

Mark Webber: Der Australier holte 2002 in seiner Premierensaison zwar nur zwei Punkte, doch diese bereits beim ersten Rennen und, was noch beeindruckender war, in Diensten des unterfinanzierten Hinterbänklerteams Minardi. Nachdem er sich auf dem 18. Startplatz qualifiziert hatte, raste der Lokalmatador in Melbourne bis auf den fünften Rang nach vorne und machte nicht nur Teamchef Paul Stoddart überglücklich. Webber wurde mit dem Titel "Rookie of the Year" ausgezeichnet und seine guten Leistungen ermöglichten ihm im Folgejahr den Wechsel zu Jaguar, wo er auf deutlich konkurrenzfähigeres Material zurückgreifen konnte und die Saison als Zehnter abschloss.

Webber hatte von Anfang an Spaß und Erfolg - Foto: Sutton

Clay Regazzoni: Der Schweizer nahm 1970 in Diensten von Ferrari lediglich an acht von dreizehn Grands Prix teil, beendete die Saison aber trotzdem auf dem dritten Gesamtrang. Regazzoni musste sich das Cockpit zunächst mit dem Italiener Ignazio Giunti teilen, doch da dieser keine ansprechenden Leistungen bot, durfte er ab der Saisonhälfte alle Rennen bestreiten. Im bereits fortgeschrittenen Alter von 30 Jahren zahlte Regazzoni der Scuderia dieses Vertrauen postwendend zurück und erreichte vier Podiumsplätze, darunter den prestigeträchtigen Sieg in Monza.

Regazzoni ließ die Tifosi in Monza jubeln - Foto: Sutton

Phil Hill: Hill stieg in der zweiten Hälfte der Saison 1958 in die Formel 1 ein und steuerte in Frankreich zunächst einen vom Joakim Bonnier Racing Team eingesetzten Maserati 250F auf den siebten Platz. Daraufhin wurde Ferrari aufmerksam und nahm den US-Amerikaner unter Vertrag. Bei seinem Debüt in Diensten der Scuderia erreichte Hill auf dem Nürburgring zwar nur den neunten Platz, doch sowohl beim Heimrennen von Ferrari in Monza als auch beim Saisonfinale in Marokko schaffte er als Dritter den Sprung auf das Podium. Hill sollte Ferrari noch einige Jahre die Treue halten und sich 1961 zum Weltmeister krönen.

Hill wurde 1961 mit Ferrari Weltmeister - Foto: Sutton

John Surtees: Der Brite hatte die Motorradszene in den späten 50er-Jahren wie kein anderer dominiert, doch Surtees strebte nach Höherem und wagte den Schritt in die Formel 1. 1960 erhielt er einen Teilzeitvertrag bei Lotus, aber da er weiterhin Motorradrennen bestritt - und sowohl in der 350er- als auch 500er-Klasse Weltmeister wurde -, fehlte ihm die Zeit für ausgiebige Testfahrten. Dennoch erzielte Surtees bereits bei seinem zweiten Grands-Prix-Start in Silverstone den zweiten Platz und untermauerte sein Können kurz darauf mit der Pole Position und der schnellsten Rennrunde beim Großen Preis von Portugal. Obgleich Surtees bei vier Rennstarts nur einmal das Ziel sah, erhielt er für die nächste Saison einen Vollzeitvertrag bei Cooper und sollte sich 1964 auch auf vier Rädern zum Weltmeister krönen.

Surtees holte 1960 in Silverstone den zweiten Platz - Foto: Sutton

Michael Schumacher: Eine ewige Bestenliste ohne Michael Schumacher? Nein, auch der Rekordweltmeister findet in dieser Aufzählung Erwähnung. 1991 gab Schumacher für Jordan sein Formel-1-Debüt beim Ardennenklassiker in Spa, und obwohl er wegen eines Kupplungsdefekts schon in der ersten Runde ausfiel, hatte er die Fachwelt mit seinem siebten Startplatz nachhaltig beeindruckt. Benetton-Teamchef Flavio Briatore war vom Deutschen hellauf begeistert und nahm ihn prompt für die restliche Saison unter Vertrag. In den verbleibenden fünf Rennen holte Schumacher drei Mal Punkte und konnte nur durch Motorprobleme gestoppt werden. Ein Jahr darauf folgte bereits der erste Sieg des Kerpeners - wie könnte es anders sein, in Spa-Francorchamps.

Schumacher beeindruckte im Jordan - Foto: Sutton

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