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Formel 1 - Kolumne - Pro und Contra

Ron Dennis is back

Ron Dennis hat bei McLaren wieder das Kommando übernommen. 2014 fungiert er wieder als CEO, doch ist das wirklich eine gute Nachricht für das Team?

Pro: Zurück in die Erfolgsspur

Ron Dennis ist zurück und übernimmt als Geschäftsführer wieder die Führung der gesamten McLaren-Gruppe. Vor allem für das Formel-1-Team der britischen Automobilschmiede sind dies hervorragende Nachrichten, denn seit sich Dennis 2009 nach einigen Querelen zurückzog und den Staffelstab an den nunmehrigen Teamchef Martin Whitmarsh übergab, ging es für McLaren sukzessive bergab.

McLaren war Ende der 80er das Maß der Dinge in der Formel 1 - Foto: Sutton

Die Bemühungen waren zwar groß, doch seit Lewis Hamiltons Weltmeistertitel 2008 konnte McLaren keine nennenswerten Erfolge mehr feiern und der letzte Triumph in der prestigeträchtigen Konstrukteurs-Wertung liegt bereits unglaubliche 16 Jahre zurück - für einen Rennstall dieses Kalibers eine untragbare Situation. Diese wurde in der letzten Saison sogar noch einmal deutlich verschärft, da man beim Design des MP4-28 völlig danebengriff und nicht einen einzigen Podestplatz erzielte.

Es ist also die Zeit für Veränderungen gekommen und auch wenn Teamchef Whitmarsh vermeintlich fest im Sattel sitzt, wird Dennis die Zügel wieder an sich reißen und versuchen, sein Lebenswerk zurück auf Kurs zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind denkbar günstig. Dank des neuen Reglements beginnen alle Teams wieder bei null und 2015 kehrt Honda als Motoren-Partner zurück. Womöglich stellt der 16. Januar 2014 den Anbeginn einer ähnlichen Erfolgsgeschichte wie einst in den 80ern und 90ern dar, als McLaren unter der Führung von Dennis unvergleichliche Triumphe feierte.

Contra: You should never go back

Es stimmt, hinter McLaren liegt eine enttäuschende Saison, doch wenn das Team 2014 bzw. 2015 wieder in die Erfolgsspur zurückkehren sollte, dann beruht das sicherlich nicht auf der Tatsache, dass Ron Dennis wieder Geschäftsführer ist, sondern auf die Vorarbeit, die Martin Whitmarsh geleistet hat. Die Position als CEO hatte Dennis bereits von 1982 bis 2012 inne und der Traditionsrennstall mag sich vermutlich eine ähnliche Erfolgsstory wie bei Steve Jobs erhoffen, der zu Apple zurückkehrte und dem lahmenden Unternehmen neuen Schwung verlieh.

Whitmarsh hat momentan weniger zu lachen - Foto: Sutton

Doch das Sprichwort 'You should never go back' hat durchaus seine Berechtigung und Ron Dennis hat seinen Posten vor fünf Jahren nicht ohne Grund bzw. nicht ganz freiwillig geräumt. Unter seiner Herrschaft hatte das Team mehrmals mit enormen Imageschäden zu kämpfen, inklusiver der Aberkennung sämtlicher Konstrukteurspunkte und einer 100 Millionen Dollar Geldstrafe im Spionagefall von 2007. Die Dauerfehde zwischen Dennis und FIA-Präsident Max Mosley war in der Vergangenheit ebenfalls nicht immer hilfreich.

Was den sportlichen Erfolg angeht, mag Dennis durchaus mehr Titel auf seinem Konto verbuchen als Martin Whitmarsh,- insgesamt zehn Fahrer- und sieben Konstrukteurstitel - allerdings rührte letzterer aus dem Jahr 1998. Damit hatte es auch Dennis nicht mehr geschafft in letzten zehn Jahren als Teamchef einen Konstrukteurstitel einzufahren. Zudem muss stets bedacht werden, dass nicht der Teamchef bzw. Geschäftsführer das Auto baut. Vielleicht mit ein Grund, weshalb McLaren die Mail mit der offiziellen Bekanntgabe erst um 18.24 Uhr Donnerstagabend ausschickte. Da wollte man wohl keine große Schlagzeile produzieren...


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