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Formel 1 - Vettel und Ferrari? Experten raten von Wechsel ab

Kein neues Team für Vettel

Bernie Ecclestone hat mal wieder eine Diskussion angestoßen. Soll Sebastian Vettel zu Ferrari wechseln? Motorsport-Magazin.com hörte sich in der F1-Welt um.
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Motorsport-Magazin.com - Johnny Herbert lacht und schüttelt leicht mit dem Kopf. "Wenn Sebastian morgen aufhören würde, wäre er einer der Größten in der Geschichte, denn er gewann vier Titel in Serie." Vettel ist aber erst 26 Jahre jung und hat in Herberts Augen noch mindestens zehn Jahre auf höchstem Niveau vor sich. "Seine Karriere ist noch nicht vorbei."

Ich denke, dass Vettel zu einem Team wechseln muss, das ihm dabei hilft, weitere Titel zu gewinnen.
Bernie Ecclestone

Es gibt also noch viel zu gewinnen. Bernie Ecclestone sieht das genauso, glaubt allerdings nicht, dass Vettel seine gesamte Karriere bei Red Bull verbringen wird. "Er ist jung, er wird nicht das ganze Leben dort bleiben, wo er ist", sagte der Formel-1-Boss.

Immer wieder werden Gerüchte um Vettel und Ferrari hochgekocht, Ecclestone sieht den Serienchampion aber nicht unbedingt in Maranello landen. "Das Problem ist, dass alle Piloten ihre Karriere bei Ferrari beenden wollen. Das ist nicht gut", betonte er. "Ich denke, dass Vettel zu einem Team wechseln muss, das ihm dabei hilft, weitere Titel zu gewinnen. Das muss nicht unbedingt Ferrari sein."

Brundle: Teamwechsel unterstreicht Vettels Brillanz

Vettel gehen bald die Finger für die Siegesserie aus - Foto: Sutton

Motorsport-Magazin.com hörte sich unter den Formel-1-Experten um - muss Vettel wirklich das Team wechseln, um irgendwann zu den ganz Großen zu zählen? "Sollte Red Bull 2014 kein so gutes Jahr haben, wird er am Vertragsende schauen, in welche Richtung er gehen könnte", sagte uns Johnny Herbert. Ein potentielles Ziel ist Mercedes. "Wenn aber Nico und Lewis gute Arbeit leisten, ist dort kein Platz frei."

Martin Brundle hält einen Teamwechsel nicht für zwingend notwendig, aber durchaus für hilfreich. "Ich denke nicht, dass er das Team wechseln muss, um einer der Größten zu werden - aber es würde seine Brillanz unterstreichen", sagte der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Andererseits gewann Senna alle seine Titel mit McLaren und an ihm zweifelt auch keiner."

Für Alexander Wurz ist die Diskussion unter dem Strich unnötig. "Wenn ich Vettel wäre, würde ich dort hingehen, wo ich das beste Auto habe und das hat immer noch Red Bull", sagte uns Wurz. "Warum sollte er woanders hingehen? Die Anerkennung ist ihm mit seinen vierten Titeln sicher."

Coulthard: Loyalität zählt auch etwas

Man kann nicht nur deshalb wechseln, um das Publikum glücklich zu machen.
Alain Prost

Entsprechend versteht David Coulthard die Wechselaufforderungen nicht. "Schauen wir mal zum Fußball: Ryan Giggs hat seine gesamte Karriere bei Manchester United gespielt und wird für seine Loyalität respektiert. Man kann die Leute nicht auf der einen Seite respektieren, weil sie loyal sind, und auf der anderen Seite sagen, dass sie das Team wechseln müssen."

So hätte David Beckham wahrscheinlich mehr erreicht, wenn er nicht so häufig bei anderen Klubs angeheuert hätte. "Aber ihm ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um den Star-Status", erklärt Coulthard im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Ein Wechsel ist für mich also kein Argument, um wahre Größe zu beweisen."

Das sieht Alain Prost genauso, und der muss es als vierfacher Champion eigentlich wissen. "Wenn ich Sebastian wäre, würde ich das Team nicht wechseln", sagte Prost zu Motorsport-Magazin.com. "Man kann nicht nur deshalb wechseln, um das Publikum glücklich zu machen." Ein Teamwechsel verlange nach sinnvollen Gründen - zum Beispiel mangelnde Motivation beim bisherigen Team.

"Vielleicht geht das Sebastian ja in ein oder zwei Jahren so", mutmaßt Prost. "Oder er denkt, dass in ein paar Jahren vielleicht Ferrari, Mercedes oder Lotus auf einmal konkurrenzfähiger sein werden." Auch das wäre in seinen Augen ein Grund für einen Teamwechsel. "Aber nur woanders hinzugehen, damit andere glücklich sind - das kann es eigentlich nicht sein. Ein Fahrer muss dort fahren, wo es für ihn am besten ist. Das ist das allerwichtigste."

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