Formel 1 - Best of 2013: Top5 - McLaren vs. Ferrari

Rivalen der Rennbahn

Ein halbes Jahrhundert in der Formel 1 und kein bisschen kampfesmüde. Vor allem mit Lieblingsgegner Ferrari lieferte sich McLaren einige legendäre Duelle.

5. McLaren vs. Ferrari: 1974

Sieger: Emerson Fittipaldi (McLaren)

"Let Michael pass for the championship" - dieser legendäre Funkspruch an Ferrari-Pilot Rubens Barrichello stammt zwar aus einem anderen WM-Kampf zwischen Ferrari und McLaren, dennoch ist der Funkspruch eng mit der Saison 1974 verwoben. Warum? Weil ausgerechnet Immer-Wieder-WM-Gegner McLaren in jenem Jahr die Formel 1 revolutionierte, indem das Team einen Funkverkehr zwischen der Boxenmauer und dem Fahrer einführte. Eine Revolution, für die McLaren durchaus einen eigenen Titel verdient gehabt hätte, den Fahrertitel musste sich der britische Rennstall trotzdem auf der Strecke erkämpfen, und zwar gleich gegen drei Gegner.

Gegen Ende der Saison führte Clay Regazzoni (Ferrari) die Fahrerweltmeisterschaft mit 46 Punkten vor Jody Scheckter (Tyrrell) mit 45 Punkten und Emerson Fittipaldi mit 43 Punkten an. Der Viertplatzierte Niki Lauda (Ferrari) hatte dank seiner Zauberkünste im Qualifying ebenfalls noch mathematische Chancen auf den Titel. Allerdings war sein Ferrari extrem unzuverlässig, was der fleißige Punktesammler Emerson Fittipaldi schamlos ausnutzte und sich so den Fahrertitel sicherte.

4. McLaren vs. Ferrari: 1990

Sieger: Ayrton Senna (McLaren)

Entscheidung in Suzuka: Alain Prost gegen Ayrton Senna - Foto: Sutton

McLaren gegen Ferrari wurde zu Beginn der 90er Jahre zum Duell der beiden Erzrivalen Alain Prost und Ayrton Senna. Senna gewann 1990 sechs Rennen, Prost deren fünf. Den entscheidenden Grand Prix beendeten jedoch beide nicht. Schon 1989 kollidierten die damaligen McLaren-Teamkollegen beim Finale in Japan miteinander. Ein Jahr später wiederholte sich das Drama. Senna fühlte sich betrogen, weil die Pole Position auf Geheiß von FIA-Präsident Jean-Marie Balestre nicht wie von der Rennleitung zugesagt auf die bessere Außenseite verlegt worden war.

Prost musste das Rennen gewinnen, um seine Titelchancen für den Saisonabschluss in Takt zu halten. Gerechtigkeitsfanatiker Senna kündigte derweil bereits am Samstag an: "Vielleicht bin ich morgen schon Weltmeister, bevor das Rennen zu Ende ist." Genauso kam es. Prost startete besser, machte vor Kurve eins aber für einen Sekundenbruchteil eine Lücke auf. Senna hielt wie versprochen "voll drauf" und beide flogen ins Kiesbett ab. Das Ergebnis: Senna und McLaren waren Weltmeister, Ferrari-Star Prost tobte: "Was für ein Skandal, mehr als unsportlich!"

3. McLaren vs. Ferrari: 1998

Sieger: Mika Häkkinen (McLaren)

Der fliegende Finne holte sich den WM-Titel - Foto: Sutton

Wutentbrannt sprang er aus seinem Wagen und stürmte in Richtung McLaren-Box. Den Helm hatte er herunter, die Ohrenstöpsel herausgerissen. Als er schließlich David Coulthard erblickte, sah Michael Schumacher endgültig Rot. Wäre nicht eine Handvoll Teammitgliedern ihm im Weg gestanden, wäre er dem Schotten wohl an die Gurgel gegangen. Doch somit blieb ihm nur die verbale Attacke. Schumacher beschimpfte Coulthard als 'Fucking Killer', da er überzeugt davon war, dass der McLaren-Pilot absichtlich gebremst hatte, damit Schumacher ihm ins Heck knallte - immerhin war sein Teamkollege und WM-Leader Mika Häkkinen vorzeitig ausgeschieden.

Die bitterste Rivalität der F1-Geschichte, McLaren gegen Ferrari, erlebte Ende der 90er Jahre eine Neuauflage. Doch Ferrari-Dreirad hin oder her - 1998 hatte McLaren einfach das schnellste Gesamtpaket. Neun Siege, zwölf Pole Positions und neun schnellste Rennrunden sicherten am Ende des Jahres dem Rennstall den Fahrer- und Konstrukteurstitel. Für McLaren war es der achte Konstrukteurstitel in der Teamgeschichte.

2. McLaren vs. Ferrari: 2000

Sieger: Michael Schumacher (Ferrari)

Endlich Champion mit Ferrari: Schumacher 2000 - Foto: Sutton

Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben, dennoch zollte er seinem Gegner Mika Häkkinen Respekt, der ihm soeben in seinem belgischen Wohnzimmer eine empfindliche Niederlage verpasst hatte. "Ich habe mein Bestes versucht, aber Mika ist an mir vorbeigeflogen." Der Flying Finn wurde mit seinem Überholmanöver vier Runden vor Schluss, bei dem er nicht nur Michael Schumacher überholte, sondern gleich auch noch Riccardo Zonta überrundete, seinem Ruf mehr als gerecht.

Die Medien schrieben bereits über den dritten Fahrertitel in Folge für McLaren und den Finnen, doch in der Formel 1 kommt es immer anders, als man denkt. Ausgerechnet im Ferrari-Heimatland in Monza schlug Schumacher vor zehntausenden Tifosi mit seinem 41. GP-Sieg zurück. Danach war Ferrari nicht mehr zu stoppen - so überlegen wie Schumacher die ersten drei Rennen gewann, gewann er auch die letzten drei Saisonrennen und holte den ersten Fahrerweltmeistertitel für Ferrari seit 1979.

1. McLaren vs. Ferrari: 2008

Sieger: Lewis Hamilton (McLaren)

Last-Minute-Champion: Hamilton siegt in letzter Sekunde - Foto: Sutton

Tränen blitzten in seinen eigenen Augen auf. Fassungslos ließ er im Cockpit noch einmal die vergangenen Minuten Revue passieren, ehe er ausstieg. Weltmeister? Kein Weltmeister? Doch Weltmeister! Lewis Hamilton krönte sich bei der dramatischsten WM-Entscheidung seit 1994 zum bis dato jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte. Von einem sieben Punkte Vorsprung blieb zwar nach dem Saisonfinale in Brasilien nur noch ein einziges Pünktchen übrig, doch das reichte für McLaren zum zwölften und bis dato letzten Fahrertitel in der Teamgeschichte.

Ferrari gewann im Jahr 2008 zwar die Konstrukteurs-WM, die Freude wurde allerdings vom Rennausgang in Sao Paulo getrübt. Denn für wenige Sekunden hatte es nach dem Gewinn beider Weltmeisterschaften ausgesehen, doch dann überholte Hamilton auf der letzten Runde in der letzten Kurve Timo Glock - der im Nassen auf Trockenreifen unterwegs und somit ein leichtes Opfer war - und sicherte sich den für den Titelgewinn notwendigen fünften Platz. Felipe Massa blieb nur ein Tränenmeer. Insgesamt gingen acht Pole Positions und sechs Saisonsiege auf das Konto von McLaren.

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