Tipp

Formel 1 - Kolumne - Pro und Contra

Doppelte Punkte beim Saisonfinale sinnvoll?

Ab 2014 werden beim Saisonfinale der Formel 1 doppelte Punkte vergeben. Ist diese Regelung sinnvoll oder führt sie den Sport ad absurdum?
von

Pro: Spannung bis zum Ende

von: Michelle Noah

Im nächsten Jahr bekommt das Reglement der Formel 1 einen neuen Anstrich. Künftig wird beim Saisonfinale in Abu Dhabi die doppelte Punktzahl an den Sieger des Rennens vergeben. Das heißt im Klartext: Der Grand-Prix-Sieger erhält 50 anstatt wie bisher 25 Zähler auf sein Konto. Dadurch soll die Spannung um die WM-Krone bis zum letzten Rennen gehalten werden. Ein radikaler Schritt, aber andererseits gar keine so schlechte Idee.

Sebastian Vettel soll eingebremst werden - Foto: Sutton

Alle Formel-1-Muffel, die in den letzten Jahren durch Sebastian Vettels Dominanz gelangweilt wurden, können wieder aufatmen. Die Regel, die künstlich Spannung erzeugen soll, limitiert die Überlegenheit des Vierfach-Champions und die verzweifelten Teams sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Zudem werden die Fahrer und ihre Crews motiviert, bis zum Ende der Saison alles zu geben, denn die 50 Punkte beim Finale können für unerwartete Überraschungen sorgen.

2014 stehen die Formel-1-Sterne nach dem Motto: Doppelt hält besser. Dieser Paukenschlag wird gewiss jede Menge Action mit sich bringen und von Fernando Alonso und Co. werden einige Grands Prix vor Schluss keine Miesmacher-Sprüche wie diese mehr zu hören sein: "Wir wussten bereits vor drei oder vier Rennen, dass Sebastian die Weltmeisterschaft gewinnen wird", so der Spanier drei Rennen vor Saisonende.

Contra: Wettkampf wird ad absurdum geführt

von: Philipp Schajer

Seit Montagabend ist die Formel-1-Community in Aufruhr. "Doppelte Punkte beim Saisonfinale - wer lässt sich denn so einen Blödsinn einfallen?", lautet der einhellige Tenor unter den Fans der Königsklasse. Und sie haben damit völlig Recht, denn diese neue Regelung schlägt dem Fass in der Tat den Boden aus und führt den sportlich fairen Wettkampf ad absurdum.

Ein Sieg in Abu Dhabi nun doppelt so viel wert - Foto: Sutton

Es ist durchaus verständlich, dass sich die Rechtevermarkter ein spannendes Saisonfinale wünschen, das von möglichst vielen Zuschauern vor dem Fernsehschirm verfolgt wird, aber zu diesem Zwecke darf nicht einfach das Reglement beliebig adaptiert werden. Dass das Finale ausgerechnet in Abu Dhabi stattfindet, setzt der skandalösen Entscheidung die Krone auf, denn damit ist ein Sieg auf der Retortenstrecke doppelt so viel wert wie ein Triumph in Monza, Monaco oder Silverstone - den heiligen Hallen der Formel 1.

Aufgrund der neuen V6-Motoren, die ab 2014 zum Einsatz kommen, weiß ohnehin niemand, wie sich das Kräfteverhältnis darstellen wird, weshalb die umstrittene Maßnahme noch unverständlicher ist. Sollte Sebastian Vettel die Konkurrenz dank eines Geniestreichs von Adrian Newey abermals in Grund und Boden fahren, dann ist das zu akzeptieren. Wer den besten Job macht, soll dafür auch gebührend belohnt und nicht künstlich eingebremst werden. Die Formel 1 muss aufpassen, dass sie nicht den letzten Kredit verspielt und sich auf das Niveau von Showsportarten wie Wrestling begibt.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x