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Formel 1 - Teil 3: Teamkollegen im Vergleich

Teamleader setzen sich durch

In Top-Teams fahren Top-Piloten - allerdings keineswegs auf einem Level. Motorsport-Magazin.com zieht den Vergleich bei Lotus, Ferrari, Mercedes und Red Bull.
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Lotus: Räikkönen vs. Grosjean

Punkte: 183/132 - Qualifying: 11/6

Ob anhand der Punkte oder anhand der Qualifying-Ergebnisse: Kimi Räikkönen ist im teaminternen Duell bei Lotus der klare Sieger - auf den ersten Blick. Tatsächlich war der Finne in den ersten neun Rennen klar stärker, betrachtet man aber die zweite Saisonhälfte - exklusive Austin und Brasilien - hat Grosjean mächtig aufgeholt. In den ersten neun Rennen startete Räikkönen durchschnittlich von Startplatz sechs, Grosjean nur von zehn. In den folgenden Rennen aber wendete sich das Blatt. Der Franzose gewann im Schnitt drei Plätze, Räikkönen verlor zwei.

Dennoch war Räikkönen der bessere Pilot im Rennen. Er holte 51 Punkte mehr als sein Teamkollege, obwohl er die letzten beiden Rennen nicht mehr bestritt. Allerdings ist auch hier ein klares Muster zu erkennen. Während Grosjean in der ersten Saisonhälfte 75 Punkte auf seinen Teamkollegen verlor, waren es in der zweiten - bis zu Räikkönens vorzeitigem Aus - nur noch sechs.

Ferrari: Alonso vs. Massa

Punkte: 242/112 - Qualifyings: 11/8

Die Zahlen sprechen für sich: Fernando Alonso hat Felipe Massa in dieser Saison erneut dominiert. Der Spanier holte mehr als doppelt so viele Punkte wie sein Teamkollege - von Siegen und Podestplätzen ganz zu schweigen. Alonso feierte zwei Erfolge und stand insgesamt neun Mal auf dem Podest, Felipe Massa erreichte nur ein einziges Mal die Top-3.

Lediglich im Qualifying setzte Massa hin und wieder ein Ausrufezeichen. Acht Mal stand der Brasilianer sogar vor seinem Teamkollegen in der Startaufstellung, wobei hier die strategischen Entscheidungen wie harte Reifen nicht vernachlässigt werden dürfen. In der Endabrechnung war Massa dem Spanier nicht weit hinterher. Er belegte im Durschnitt (das nicht gestartete Qualifying in Monaco ausgeklammert) den siebten Startplatz, Alonsos Mittelwert lag bei Startplatz sechs.

Mercedes: Hamilton vs. Rosberg

Punkte: 189/171 - 11/8

Das teaminterne Duell bei Mercedes war wohl eines der ausgeglichensten der Saison. In Sachen Pole Positions hatte Lewis Hamilton mit fünf zu drei die Nase knapp vorne. Betrachtet man die Durchschnittsergebnisse lag der Brite im Qualifying aber nur gering vor Rosberg. Im Durchschnitt startete Hamilton in seinem ersten Mercedes-Jahr von Position drei, sein Teamkollege eine Position dahinter. Die wohl wichtigste Pole der Saison ging aber auf das Konto des Deutschen: Er startete in Monaco ganz vorne und holte damit den Prestige-Sieg im Fürstentum.

Ohnehin stand Rosberg einmal mehr auf dem obersten Treppchen, wobei er in Silverstone von den Ausfällen seines Teamkollegen Hamilton und Sebastian Vettel profitierte. Dennoch hat sowohl in Sachen Punkten als auch bei der Anzahl der Podestplätze (5/4) Hamilton die Nase vorne. Insgesamt kleine Vorteile für den Briten, über die ganze Saison mit technischen Problemen und taktischen Schwierigkeiten aber eine ausgeglichene Fahrerpaarung.

Red Bull: Vettel vs. Webber

397/199 - Qualifying: 17/2

Mark Webber sollte am besten nicht auf seine Bilanz im Vergleich zu Sebastian Vettel schauen. Der Australier kommt in der Endabrechnung nicht einmal auf 50 Prozent der Punkte seines Teamkollegen. Noch viel deutlicher: Während Vettel in 19 Saisonrennen 13 Mal siegte - eine Quote von 68,4 Prozent - durfte Webber nicht ein einziges Mal feiern. Auch die Podest-Anwesenheit ist für Webber ernüchternd: 16 Mal war der vierfache Weltmeister unter den besten Drei, Webber nur halb so oft. Zugutegehalten werden muss dem Australier allerdings seine Pech- und Pannenserie mit defekten Lichtmaschinen, Getriebeproblemen und dem permanent streikenden KERS.

Die Qualifying-Ergebnisse sind für Webber wahrscheinlich nicht weniger frustrierend. Lediglich zwei Mal startete der 37-Jährige vor Vettel - in Japan allerdings nur, weil Vettels KERS streikte. Die Platzierungen im Qualifying sprechen einen klare Sprache: Vettel fuhr insgesamt neun Poles heraus und landete im Durchschnitt auf Startplatz 2, bei Webber reichte es nur zu Durschnittsrang 4,47.


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