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Formel 1 - Brasilien GP: Die Tops & Flops

Ein Abdanken nach Maß

Mark Webber ließ in Sao Paulo die Sau raus, Felipe Massa fluchte und der V8-Motor verabschiedete sich rauchend aus der Königsklasse.

Top: Webber, die coole Sau

Wie fühlt sich eine Runde in einem Formel 1 an? Das dürften wohl nicht viele Leute wissen, Mark Webber gehört nun aber zu dieser erlesenen Gruppe. In der Auslaufrunde kämpfte er sein HANS nieder und ließ sich den Fahrtwind durch das allmählich schütter werdende Haar brausen. Webber war an diesem Tag ohnehin die coolste Socke im gesamten Paddock. Vor dem Start spielte er "Waltzing Mathilda" an seiner mit australischer Flagge geschmückten Box und er nahm es auch mit einem Lachen, als er auf dem Podium beim Sektspritzen eine stilechte Bauchlandung hinlegte. Seinen Slogan "Made my Mark" nahm er an diesem Tag wörtlich.

Top: Donuts im Doppelpack

Donuts: Wer liebt sie nicht? - Foto: Sutton

Wer auf den Geruch von verbranntem Gummi steht, der kam in Sao Paulo voll auf seine Rechnung. Zumindest, wenn er einen Tribünenplatz auf der Zielgeraden hatte. Mit Sebastian Vettel und Felipe Massa nebelten sich gleich zwei Piloten vor ihrem Abzweiger in den Parc ferme mit ihren Pirellis ein. Zur Freude von Paul Hembery hielten die Dinger das sogar aus, sodass die Saison nicht mit einem explodierenden Reifen endete.

Top: Silly Season

So verrückt wie in diesem Jahr war der Fahrermarkt noch nie - zumindest nicht zu so einem späten Zeitpunkt! Die Saison ist vorbei und mehr als ein Drittel aller Cockpits sind offiziell noch leer. Nico Hülkenberg und Adrian Sutil könnten Plätze tauschen, Pastor Maldonado und sein Geldköfferchen gelten ohnehin überall als beliebt und was bei Lotus hinter den Kulissen abgeht, da blickt sowieso niemand mehr durch. Wer auf Gerüchte und Spekulationen steht, der dürfte derzeit dauererregt sein. Ob in Sao Paulo ob der vielen Spekulationen der Kaffeesud ausging, wissen wir leider nicht.

Top: V8-Ära endet mit Knall

Acht Jahre lang befeuerten die 2,4-Liter V8-Aggregate die Formel 1. Auch wenn die Kastration der 3,0-Liter V10-Motoren von vielen kritisch gesehen wurde, der Achtzylinder lieferte in den vergangenen 147 Rennen mehr als solide Dienste. Über die Geräuschkulisse beklagte sich ohnehin niemand und über die Leistung schwieg man nach einem Jahr ebenfalls.

Nur die Standfestigkeit wurde in den letzten Jahren so perfektioniert, dass es fast keine spektakulären Motorschäden mehr gab. Aber zum allerletzten Rennen gab es dann doch noch einmal ordentlich Qualm. Ausgerechnet ein Renault-Motor, das mit Abstand erfolgreichste Aggregat der V8-Ära, verabschiedete sich nach nur drei Runden auf dem Autodromo Carlos Pace - standesgemäß - mit einem Knall.

Flop: Massa-Strafe

Massa wurde standesgemäß verabschiedet - Foto: Sutton

Felipe Massa durfte bei seinem letzten Ferrari-Rennen - noch dazu vor heimischer Kulisse - einmal mit 100 Stundenkilometern durch die Boxengasse schleichen und seine Fans auf der Haupttribüne noch einmal herzlich grüßen. Naja, ganz so wird Massa seine Strafe wohl nicht empfunden haben. Unabhängig davon, ob die Entscheidung der Stewards für das wiederholte Überfahren der weißen Linie am Boxeneingang sportlich vertretbar ist, war es für Felipe Massa ein Schlag ins Gesicht.

Auf Position vier liegend musste er die Strafe antreten, die Hoffnung auf eine mögliche Podiumsplatzierung somit dahin. Besonders bitter: Teamkollege Fernando Alonso hatte ihm zuvor versprochen, ihm den dritten Platz zu überlassen, sollten die beiden auf den Rängen drei und vier fahren. Es wäre ein kleiner Ausgleich für die Dienste gewesen, die Massa in den letzten vier Jahren für Alonso geleistet hatte. Nebenbei verlor Ferrari damit auch die Chance auf Platz zwei bei den Konstrukteuren.

Flop: Reifen-Test fällt ins Wasser

Reifen, Reifen, Reifen! Mit diesen Worten eröffnete Mark Webber in Melbourne die Saison und auch das Saisonfinale in Brasilien sollte ganz im Zeichen des schwarzen Goldes stehen. Pirelli brachte Prototypreifen für 2014 nach Sao Paulo, die von den Teams im Training bereits auf Herz und Nieren geprüft werden sollten. Petrus hatte mit diesen Plänen allerdings offenbar keine Freude und setzte die Strecke am Freitag kurzer Hand unter Wasser, sodass sich lediglich Sebastian Vettel für eine Runde mit Slicks auf die nasse Bahn wagte. Pirelli will übrigens noch im Dezember Testfahrten in Bahrain absolvieren. Dort stehen die Chancen auf trockene Verhältnisse deutlich besser…

Flop: Wo war denn jetzt der Regen?

Auch Ecclestone wäre für Regen gewappnet gewesen - Foto: Sutton

Nachdem Freitag und Samstag in Brasilien bereits im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen waren, rieben sich die Fans bereits die Hände und freuten sich auf ein zünftiges Regen-Rennen. Doch nichts da! Der Himmel über Sao Paulo hielt seine Schleusen eisern geschlossen und ließ gerade einmal wenige Tropfen entweichen. Da half es auch nichts, dass sich nahezu alle Teams sicher waren, dass der große Guss von oben in wenigen Minuten einsetzen würde. Wir raten: engagiert für 2014 bessere Wetterfrösche, dann klappt's auch mit der richtigen Prognose.

Flop: Unbelohnter Dauerbrenner Chilton

Max Chilton war der absolute Dauerbrenner der Saison 2013. Der britische Rookie beendete als einziger Pilot im Feld sämtliche 19 Rennen, was 1.103 Runden respektive 5.647 Kilometern entspricht. Trotz dieser stattlichen Bilanz schaffte der Marussia-Mann nicht den Sprung in die Punkteränge und ein 14. Platz blieb das Höchste der Gefühle. Generell gilt es für die gar nicht mehr so neuen Teams weiterhin auf die ersten Zähler zu warten. Auch im vierten Jahr stand bei Marussia und Caterham die Null.


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