Formel 1 - Optik der Turbo-Autos 2014: Es wird hässlich

Schnell statt schön

Inzwischen ist klar: Die neuen Turbo-Autos werden keine Schönheiten. Am Ende entscheidet der Speed - die Optik darf aber nicht ganz außer Acht gelassen werden.
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Motorsport-Magazin.com - Die Spannung steigt so langsam ins Unermessliche: Wie sehen wohl die Turbo-Autos der Generation 2014 aus? Erste Eindrücke lassen nichts allzu Gutes erahnen. Tief gezogene Schnabeltier-Nasen an der Front haben nicht wenige Fahrer und Ingenieure dazu veranlasst zu sagen, dass die nächstjährigen Boliden keine Schönheiten werden. Schuld daran ist das strikte Reglement, welches den Designern nur wenig Spielraum lässt und Sicherheit vor Ästhetik stellt. Nun ist es kein Geheimnis, dass die Teams das Aussehen der Autos gern vernachlässigen - Hauptsache, sie sind schnell. Doch selbst Adrian Newey meinte nun, dass der optische Aspekt nicht gänzlich außer Acht gelassen werden sollte.

"Wegen der tiefen Nase könnten wir nächstes Jahr eine ziemlich ungünstig aussehende Ästhetik haben", kündigte Red Bulls Design-Genie an. "Deshalb sollte dies meiner Meinung nach etwas mehr in Erwägung gezogen werden, wenn die neuen Regeln erstellt werden." Die Optik sei zwar ein wichtiger Punkt, doch der Job des Designers sei es nun einmal, ein möglichst schnelles Auto zu bauen statt einen Schönheitspreis zu gewinnen. "Ich muss aber zugeben, dass die Regeln ein paar hässliche Bereiche hervorgebracht haben", so Newey. "In Sachen Stufen-Nase ist es nicht mehr so attraktiv wie früher. In Wahrheit sahen die Autos, die nah am Asphalt liegen, immer etwas unverhältnismäßig aus im Vergleich zu den Autos vor 1998."

Es ist unsere Pflicht, das Ding schnell statt schön zu machen.
James Allison

Zustimmung gab es in dieser Hinsicht von James Allison, bei Ferrari für die Entwicklung des Chassis zuständig. "Wenn man sich die vergangenen Jahre einmal anschaut, waren manche schöner als andere", sagte der Brite. "Als das Jahr 2009 kam, gefiel mir das Aussehen dieser Autos nicht, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und ich finde, dass sie ziemlich sexy aussehen." Vor allem die diskutable Stufen-Nase machte dem ehemaligen Lotus-Mitarbeiter zu schaffen, doch er habe sich inzwischen auch an diesen Anblick gewöhnt. Allison sah es wie Newey - Hauptsache, der Speed passt: "Es ist unsere Pflicht, das Ding schnell statt schön zu machen. Hoffentlich gibt es die Schönheit obendrauf."

Dass Schönheit oftmals im Auge des Betrachters liegt, verdeutlichte Paddy Lowe. "Ich denke, dass jedes Auto, das schnell ist, irgendwann anfängt gut auszusehen", sagte der Mercedes-Ingenieur. "Am Ende tendieren Autos dazu gut auszusehen, wenn sie schnell sind."


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