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Formel 1 - Interview - Coulthard: Vettel wird immer besser

Die besten Fahrer finden die besten Autos

Motorsport-Magazin.com unterhält sich mit David Coulthard über Sebastian Vettel. Der Brite erklärt, warum Vettel nicht unbedingt das Team wechseln muss.
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Motorsport-Magazin.com - David, wie siehst du Sebastian nun als vierfachen Champion?
David Coulthard: Ich ändere meine Meinung da nicht: Sebastian hat all seine Fähigkeiten hinter dem Lenkrad schon bei seinem ersten Titelgewinn unter Beweis gestellt. Mit seinem vierten Titelsieg hat er aber an Selbstbewusstsein zugelegt, er ist reifer geworden und hat sich auch physisch weiterentwickelt. Er wird besser und besser und darüber muss sich die Konkurrenz Sorgen machen. Irgendwann wird auch er seine Leistungsgrenze erreichen - aber das ist noch nicht der Fall.

Wie geht es dann weiter? Kann er Michael Schumachers Rekorde knacken?
David Coulthard: Dazu ist er sicherlich in der Lage. Natürlich weiß man nicht, ob seine künftigen Autos auch siegfähig sind, aber das ändert nichts an seinem zweifellosen Talent. Deshalb wird ja auch Fernando Alonso so sehr respektiert, obwohl er nicht so viele Rennen gewinnt, weil sein Ferrari nicht so stark ist. Manchmal ist es für Sebastian schwierig, die richtige Anerkennung zu bekommen. Die Leute sagen dann, dass er einfach im besten Auto sitzt. Ich sage: Die besten Fahrer finden die besten Autos, das ist Teil der Fähigkeiten. Sebastian arbeitet viel mit dem Team und ist in der Fabrik - er verdient den Titel.

Viele sagen, dass er mit einem anderen Team Weltmeister werden muss, um seine Stärke unter Beweis zu stellen. Wie siehst du das?
David Coulthard: Ich verstehe diesen Punkt. In der Geschichte der Formel 1 gab es mehrere Fahrer, die mit unterschiedlichen Teams Champion geworden sind. Aber schauen wir mal zum Fußball: Ryan Giggs hat seine gesamte Karriere bei Manchester United gespielt und wird für seine Loyalität respektiert. Man kann die Leute nicht auf der einen Seite respektieren, weil sie loyal sind, und auf der anderen Seite sagen, dass sie das Team wechseln müssen. Ein David Beckham hätte wahrscheinlich mehr erreicht, wenn er nicht so häufig bei anderen Klubs angeheuert hätte, aber ihm ging es nicht nur um Fußball, sondern den Star-Status und anderes. Ein Wechsel ist für mich also kein Argument, um wahre Größe zu beweisen.


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