Formel 1 - Indien GP: Die Strategievorschau

Pirelli traut sich was

Eines ist klar: 2013 wird das Rennen in Indien anders ablaufen als im Vorjahr. Verantwortlich ist Pirelli, der Reifenhersteller geht aggressiver zu Werke.

Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende steigt in Indien das viertletzte Rennen der Formel-1-Saison 2013. Sebastian Vettel kann den vorzeitigen Titelgewinn klarmachen - die Chancen stehen gut: Der amtierende Champion ist das Maß aller Dinge auf dem Buddh International Circuit, gewann in den vergangenen beiden Jahren beide Rennen von der Pole Position. Anscheinend kann nur ein technischer Defekt die vorzeitige Titelverteidigung stoppen. Für den Indien Grad Prix hat sich Pirelli einen besonderen Kniff einfallen lassen: 2012 stellte der Reifenhersteller die Hart/Soft-Kombination zur Verfügung. Ein sehr konservativer Ansatz, wie sich herausstellen sollte: Die Fahrer kamen locker mit leidglich einem Reifenwechsel durch das Rennen und hatten selbst im letzten Stint keine Schwierigkeiten.

Die Strecke bietet 16 Kurven - Foto: Sutton

Diesmal traut sich Pirelli mit der Medium/Soft-Kombination etwas mehr, dies sollte zu einem Zwei-Stopp-Rennen auf dem 5,125 km langen Kurs führen. Einige Teams könnten versuchen, zwei Stints auf dem weichen und schnelleren Reifen zu absolvieren, darunter Force India und Lotus. Die hohen Temperaturen in Indien sollten vor allem der Performance des weichen Reifens entgegenkommen, der bei kühleren Bedingungen zum Graining tendierte. Nachdem es in den vergangenen Jahren keine Probleme mit überhöhtem Reifenverschleiß gab, sollten die Pneus auch diesmal eher im Hintergrund stehen.

Pirelli-Vorschau: Indien GP: (2:00 Min.)

Die Strecke mitten im Nirgendwo wird nur selten für motorsportliche Veranstaltungen genutzt, der Asphalt des drei Jahre alten Kurses ist also in guter Verfassung. Aber: Die Strecke ist zu Beginn des Wochenendes extrem grün - vor allem wegen des Staubs - und verbessert sich im weiteren Verlauf des Wochenendes zusehends. Reifen-Daten aus den Trainings am Freitag müssen also nicht unbedingt die Form fürs Rennen widerspiegeln. Am meisten müssen die Piloten auf den linken Vorderreifen, der wegen des Streckenlayouts besonders stark gefordert wird. 70 Prozent einer Runde werden mit Vollgas durchfahren, der von Hermann Tilke gestaltete Kurs besteht überwiegend aus langsamen Kurven und langen Geraden. Auch erwähnenswert: Zwischen Kurve 1 und Kurve 3 besteht ein Höhenunterschied von 14 Metern.

Pirellis Indien-Wahl: Soft/Medium - Foto: Sutton

Da die weichen und Medium-Reifen in Sachen Performance relativ nah beisammen liegen, sollten im Rennen zahlreiche unterschiedliche Strategien zum Tragen kommen. Einige Fahrer außerhalb der Top-10 könnten auf der langsameren Mischung starten und möglichst lange auf ihrem ersten Stint fahren um Positionen gutzumachen, während andere Teams versuchen könnten, zwei Stints auf den Options zu fahren und somit den Vorteil der schnellen Reifen auszureizen. Die Top-10 des Qualifyings werden wahrscheinlich auf den weichen Mischungen starten und laut dem UBS Strategy Report in den Runden 14 oder 15 zum ersten Boxenstopp hereinkommen.

Die zweiten Reifenwechsel - diesmal auf frische Mediums, werden in den Runden 35 bis 38 erwartet. Ein Reifen schonendes Team könnte stattdessen auf gebrauchte Softs gehen. Der Schlüssel wird darin liegen, die Längen der einzelnen Stints richtig auszunutzen, damit die Reifen nicht ausgehen. Einige Teams könnten versuchen, die ab Runde 35 erwarteten Stopps zu undercutten. Dadurch käme dem finalen Stint eine besondere Bedeutung zu, wenn die Fahrer ihre Reifen bis zum Schluss ausreizen müssen, um nicht hinter die früheren Stopper zu fallen. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Safety-Car-Phase Strategieänderungen erfordert, ist extrem gering: Bislang rückte das Führungsfahrzeug von Bernd Mayländer noch nie auf dem Buddh International Circuit aus.


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