Formel 1 - Vier Deutsche in Japan - Der Samstag

Von KERS-Problemen und Pechvögeln

Das Qualifying in Suzuka lief für die deutschen Piloten nicht unbedingt nach Wunsch. Motorsport-Magazin.com fasst ihre Leistungen zusammen.
von

Sebastian Vettel

Bis zum 15. Rennwochenende dauerte es, ehe Sebastian Vettel im Qualifying-Duell gegen Mark Webber den Kürzeren zog. In Suzuka war es schließlich soweit, doch nicht etwa Vettels fehlender Speed, sondern ein KERS-Defekt war dafür verantwortlich, dass der Heppenheimer statt der gewohnten Pole Position nur den zweiten Platz ergatterte. "Mit Sicherheit wären wir mit KERS etwas schneller gewesen", sagte Vettel bei Motorsport-Magazin.com. "Leider haben wir den Fehler nicht finden können. Wir versuchen natürlich heute Nacht das Problem beheben zu können."

Das primäre Ziel ist mit Sicherheit der Grand Prix
Sebastian Vettel

Ob mit oder ohne KERS - Vettel lässt die Thematik relativ kalt, kann er sie doch ohnehin nicht beeinflussen. "Wenn wir den Fehler finden, bin ich mir sicher, dass wir keine Probleme haben werden und wenn nicht, müssen wir uns auf das Rennen ohne KERS konzentrieren", meinte er. Ebenso kalt lässt ihn der im Raum stehende vorzeitige Gewinn des WM-Titels, wofür er siegen müsste, während Fernando Alonso maximal Neunter wird. "Ich denke, wir müssen uns auf das Rennen konzentrieren und dann werden wir relativ schnell herausfinden, ob es gereicht hat", betonte der Red-Bull-Pilot und fügte hinzu: "Aber das primäre Ziel ist mit Sicherheit der Grand Prix."

Nico Rosberg

Gerade einmal anderthalb Zehntelsekunden trennten die Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Doch während sich der Brite als Dritter qualifizierte, musste sich der Wiesbadener mit dem sechsten Rang begnügen und war darüber nicht wirklich erbaut. "Es war eine gute Runde, aber es ist ärgerlich, wenn du aus dem Auto steigst und der Abstand zu den Autos vor dir ist so klein", klagte Rosberg.

Geht Rosbergs Poker auf? - Foto: Sutton

War der Ärger erst einmal verflogen, kehrte die Zuversicht jedoch bald zurück. "Ich habe mein Setup in Hinblick auf morgen Nachmittag gewählt, deshalb ich ziemlich optimistisch für das Rennen, das für die Reifen wohl sehr schwierig wird", schilderte der Silberpfeil-Fahrer. "P6 ist keine schlechte Ausgangsposition und ich werde versuchen, ein paar Plätze zu gewinnen."

Nico Hülkenberg

Unmittelbar hinter Rosberg ordnete sich Nico Hülkenberg auf dem siebten Platz ein und prolongierte damit Saubers Aufwärtstrend. "Leicht war es heute auf keinen Fall. Wir wussten, dass wir die Chance auf die Top-10 haben, da musste aber alles passen", zeigte sich der Emmericher nach dem starken Ergebnis erleichtert, zumal er sich sogar vor Fernando Alonso platzieren konnte.

Wir dürfen uns nicht ins eigene Fleisch schneiden, weil wir den Ferrari und den Lotus hinter uns halten wollen
Nico Hülkenberg

Dennoch erachtet Hülkenberg den Spanier nicht als unmittelbaren Gegner im Rennen, vielmehr könnte es sogar gefährlich sein, den Fokus auf Alonso zu richten. "Wir dürfen uns nicht ins eigene Fleisch schneiden, weil wir den Ferrari und den Lotus hinter uns halten wollen, aber dadurch am Ende des Tages auf McLaren verlieren", warnte er.

Glück im Unglück hatte Hülkenberg im Training: Zwar wurde er des Vergehens schuldig befunden, Max Chilton aufgehalten zu haben, Sauber kam jedoch mit einer Geldbuße in Höhe von 20.000 Euro davon, da die Stewards davon absahen, eine härtere Strafe zu verhängen, die sich in der Startaufstellung widergespiegelt hätte.

Adrian Sutil

Daumenhalten in der Sutil-Box - Foto: Sutton

Den Titel des Pechvogels des Tages darf fraglos Adrian Sutil für sich reklamieren. Der Force-India-Pilot flog im Freien Training ab, was seinen Wagen so schwer beschädigte, dass ein Getriebewechsel vorgenommen werden musste, was die obligate Rückstufung um fünf Startplätze zur Folge hatte. "Ich habe heute Morgen einen Fehler gemacht, der mir den ganzen Tag ruiniert hat", ärgerte sich Sutil. "Ich weiß nicht genau was passiert ist, ich habe das Auto ausgangs der Kurve verloren."

Noch dicker kam es im Qualifying, denn Sutil musste bereits in Q1 die Segel streichen, was ihm den letzten Startplatz einbrachte. Daran war aber weder er, noch der schwer zu fahrende Force-India-Bolide schuld. "In Q1 hatte ich die Rotlichtphase exakt in meiner Aufwärmrunde. Ich habe diese abgebrochen, doch anstatt einen neuen Reifensatz raufzugeben, habe ich für den letzten Versuch den gleichen Reifen draufbehalten", lieferte er die Erklärung für das frühzeitige Aus und die damit verbundene miserable Ausgangslage für den Grand Prix.


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