Formel 1 - Vettel: KERS-Defekt keine Ausrede

Mit KERS acht Zehntel vor Mercedes

Einmal mehr war die Red-Bull-Performance beängstigend für die Konkurrenz. Dabei stoppte Sebastian Vettel noch ein KERS-Defekt.
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Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettels Pole-Serie in Japan ist gerissen. Seit 2009 stand der Heppenheimer in jedem Jahr in Suzuka auf der Pole Position. 2013 muss sich der Weltmeister mit Startplatz zwei begnügen. Nachdem schon im dritten Freien Training das KER-System seines RB9 streikte, musste er auch im Qualifying auf die Extra-PS verzichten. "Ja, wir hatten KERS-Probleme. In Q1 ist es ausgefallen, in Q2 hat es wieder funktioniert und in Q3 gab es erneut Probleme", gab Teamchef Christian Horner zu. "Das macht schon eine Menge aus", fügte er an.

Ich hatte immer meine Strecken, wo ich ein bisschen schneller war als er, er aber genauso.
Sebastian Vettel

Doch Sebastian Vettel will das nicht aus Ausrede gelten lassen, auch wenn er mit weniger als zwei Zehntelsekunden nur knapp am Teamkollegen scheiterte. "Ja, wir hatten Probleme aber ich bin kein großer Fan von Leuten, die immer sagen: Ich bin damit nicht glücklich und damit war ich auch nicht glücklich." Dass er nur wegen des KERS-Defekts hinter Mark Webber landet, wollte Vettel so auch nicht sagen. "Er ist schnell hier. Ich hatte immer meine Strecken, wo ich ein bisschen schneller war als er, er aber genauso." Am Sonntag erwartet Vettel auch Druck von hinten. "Alle sind eng beisammen."

Niki Lauda sieht das hingegen anders. "Sebastian wäre mit KERS sieben oder acht Zehntelsekunden schneller gewesen als Lewis [Hamilton]. Das ist alarmierend", so Lauda. Doch auch teamintern sieht der Österreicher keinen Grund, wieso der Dreifachweltmeister nicht seinen fünften Sieg in Folge einfahren sollte. "Webber wird für Vettel im Rennen keine Konkurrenz sein, das behaupte ich jetzt schon."

KERS bereitet Red Bull nicht zum ersten Mal Kopfschmerzen - Foto: Mercedes-Benz

Sorgen bereitet derweil noch die Technik. Es ist nicht das erste Mal, das Red Bull größere Probleme mit dem kinetischen Energierückgewinnungssystem hat. Meistens trifft es Mark Webber, in Japan war bislang Vettel der Leidtragende. "Warum KERS andauernd kaputt ist, muss man hinterfragen", warnte Lauda. Hinterfragt wurde das Problem von Red Bull natürlich schon längst, doch die Mannschaft von Christian Horner ist derzeit noch etwas ratlos, wie der Teamchef zugibt. "Wir haben schon ziemlich alles an KERS ausgetauscht, es scheint ein elektronisches Problem zu sein. Wir müssen heute Nacht sehen, wo das Problem wirklich liegt."


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