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Formel 1 - Belgien GP: Die sieben Antworten zum Rennen

Souveräner Sieg und das Ende einer Serie

Motorsport-Magazin.com liefert die wichtigsten Antworten zum Belgien GP: wer feierte, wer wurde bestraft und wogegen wurde protestiert?

Was machte Vettel so schnell?

Sebastian Vettel setzte sich durch - Foto: Sutton

Bereits am Freitag strafte Sebastian Vettel alle lügen, die im Vorfeld behaupteten, dass Spa-Francorchamps eine Mercedes-Strecke sei. Im Freien Training deklassierte er die Gegner im Trockenen und das gleiche Bild bekam man auch im Rennen zu sehen. Vermutlich wäre die Dominanz im Regen oder unter Mischbedingungen nicht so schlimm ausgefallen, doch Fakt ist, dass Red Bull über die Sommerpause noch einmal zugelegt hat. In Belgien musste Vettel nur noch eines tun, um den Sieg zu holen - am Start die Führung übernehmen, was er tat.

Der Red Bull-Pilot überholte nach dem Start auf der langen Geraden nach Eau Rouge Lewis Hamilton. "Ich konnte mir ein bisschen KERS aufsparen und habe dann mit Sicherheit vom Windschatten profitieren können und habe ihn dann einfach auf der Geraden vernaschen können. Danach hatte ich eine unglaubliche Pace. Das Auto wurde immer besser und ich konnte das Rennen kontrollieren", sagte Vettel.

Wie kam Alonso nach vorne?

Die Antwort ist ganz einfach - der Erfolgsschlüssel auf das Podest war der Start. Von Platz neun kommend, raste der Ferrari-Pilot in der Startphase auf Platz sechs nach vorne. Wie ihm das gelang, konnte er Motorsport-Magazin.com nur schwer erklären. "Das macht man instinktiv. Man entscheidet, wo man denkt, dass Platz ist und es ist auch ein bisschen Glück dabei. Manchmal hat man es, manchmal nicht. Heute bin ich innen ganz gut durchgekommen und war dann gleich mal Sechster." Danach stand zwischen ihm und Platz zwei nur noch einer - Lewis Hamilton. "Als ich dann an Lewis vorbei war, war alles ziemlich klar - nach vorne ging nichts mehr, von hinten kam aber auch niemand mehr, der mich wirklich gefährdet hätte", sagte Alonso.

Warum schied Räikkönen aus?

Kimi Räikkönens Serie ging zu Ende - Foto: Sutton

Bisher waren Kimi Räikkönen und die Zielflagge dicke Freunde. In den letzten 39 Rennen kam Räikkönen ins Ziel, in den letzten 27 Rennen holte er sogar Punkte. Heute war für den Finnen aber bereits nach 25 Runden Schluss - nach einem Bremsdefekt hätte es keinen Sinn mehr gemacht, das Rennen fortzusetzen.

Bereits in der Startphase fiel auf, dass am Lotus von Räikkönen besonders viel Bremsstaub ausgestoßen wurde. "Wir dachten eigentlich, dass wir die Probleme wieder in den Griff bekommen haben, bis es dann zum endgültigen Defekt kam", so Räikkönen, der sogar noch Glück hatte, nicht in den vor ihm fahrenden Felipe Massa zu krachen. Ersten Informationen zufolge vermutet Lotus, dass ein blockierter Kühlungskanal zu dem Bremsdefekt geführt hat. Die Ursache für die Blockade soll ein abgerissenes Visier gewesen sein.

Warum wurde Maldonado bestraft?

Absolut klar war der Fall Pastor Maldonado. Der Williams-Pilot war in einen Mehrkampf verwickelt, als er sich in der letzten Schikane plötzlich dazu entschied, in die Boxengasse abzubiegen. "Das war angesichts seiner Position auf der Strecke allerdings unmöglich. Also traf er mich hinten rechts", klagte Paul di Resta, der seinen an der Hinterachse komplett zerstörten Force India nach der Kollision abstellen musste.

Von der Rennleitung gab es für diesen Vorfall eine besonders harte Strafe: 10 Sekunden lang musste Maldonado an der Box anhalten, das dürfte ihm aufgrund seiner Position im Rennen aber nicht besonders schwer gefallen sein. Wirklich einsehen wollte er seine Schuld aber nicht: "Adrian Sutil hat mich berührt. Er hat meine Linie aggressiv gekreuzt und meinen Frontflügel berührt. Ein Teil meines Frontflügels war unter meinem Auto und ich hatte vorne keinen Grip mehr. Es hatte nichts mit di Resta zu tun - der Unfall wurde komplett von Sutil ausgelöst und ich wurde dafür bestraft. Das war unfair."

Wofür wurde Perez bestraft?

In einem eher ruhigen Rennen in Spa sorgte Sergio Perez für ein bisschen Action. Der McLaren-Pilot legte sich mit Romain Grosjean in Les Combes an und kassierte anschließend eine Durchfahrtsstrafe, weil er dabei zu hart agierte und den Lotus-Piloten von der Strecke drängte. Perez wurde durch die Strafe weit zurückgeworfen und beendete den Belgien Grand Prix auf Position elf. "Was da mit Romain passiert ist, war unglücklich", so der Mexikaner. "Ich war vor ihm, als ich in die Kurve fuhr, aber jetzt verstehe ich den Grund für die Strafe."

Rückendeckung für den nicht selten ungestümen McLaren-Youngster gab es vom Chef höchstpersönlich. "So schlimm fand ich die Aktion gar nicht", meinte Martin Whitmarsh. "Sergio muss noch einiges lernen, aber ich will nicht, dass er zurücksteckt. Er ist kein Fahrer, der vorsichtig an solch ein Rennen herangehen kann, dann würde er verlieren."

Was bedeuteten die Funksprüche bei McLaren?

Jenson Button unterhielt sich während des Rennens prächtig - Foto: Sutton

Geheimsprache ist in der Formel 1 ein beliebtes Thema. Diesmal setzte McLaren bei Jenson Button auf offene Geheimniskrämerei via Teamfunk. Von 'Plan A' und 'Plan B' war da die Rede. Diesmal war die Angelegenheit aber leicht durchschaubar: Variante A bedeutete: ein Boxenstopps. Variante B: zwei Boxenstopps. McLaren verwirrte während des Rennens die halbe Formel-1-Welt, als der Plan immer wieder geändert wurde - und am Ende nicht aufging. Button sollte das Rennen eigentlich mit nur einem Boxenstopp durchbringen, doch die Reifen machten nicht mehr mit und so war ein Strategiewechsel unumgänglich.

Beim Start des Rennens unterlief uns ein Fehler, weil wir zu früh stoppten", erklärte Button anschließend. Ein Grund dafür sei gewesen, dass der Rest des Feldes im ersten Stint früher als erwartet die Reifen wechselte. "Wir wechselten von einer Einstopp- auf eine Zweistopp-Strategie und wieder zurück, aber der linke Vorderreifen machte nicht mehr mit." Mit einem humpelnden Chrompfeil wollte Button dann auch nicht mehr fahren. Der Brite: Die Pace war nicht gut genug. Am Ende ist es besser, zu jagen als überholt zu werden."

Was wollten die Greenpeace-Leute?

Proteste in Spa - Foto: Sutton

Jubel- und gleichzeitig Buh-Rufe? Da war selbst Belgien-Sieger Sebastian Vettel kurzzeitig verwirrt. Für die Buh-Rufe nach dem Rennen waren Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace verantwortlich. Diese demonstrierten am Wochenende gegen Shell, den Hauptsponsor des Belgien GP, weil dieser nach Öl in der Arktis suchen will. Einige der Aktivisten sollen sogar über Paddock Club-Pässe verfügt haben, die es ihnen gestattete maximale Aufmerksamkeit zu erregen. Während der Siegerehrung seilte sich beispielsweise ein Aktivist vom Dach ab, um ein Plakat zu entrollen - was von der FOM absichtlich von den TV-Schirmen verbannt wurde. Ein ähnliches Plakat mit der Aufschrift 'Arctic Oil? Shell No!' war auf der Haupttribüne zu sehen.


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