Formel 1 - Button: Opfer von McLarens Zickzack-Strategie

Chef gibt Fehler zu

Jenson Button hatte sich fest vorgenommen, in Spa auf das Podium zu fahren. Lange Zeit sah es wirklich danach aus, doch die Strategie kam ihm in die Quere.
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Motorsport-Magazin.com - Jenson Button hatte es schon Wochen vor dem Belgien Grand Prix angekündigt: "In Spa sehe ich für uns die besten Chancen, auf das Podium zu fahren." An diesem Rennsonntag erweckte es wirklich lange Zeit den Anschein, als ob der McLaren-Pilot seine Vorhersage wahrmachen würde. Button, als Sechster gestartet, fuhr Runden lang auf dem dritten Platz hinter Sebastian Vettel und Lewis Hamilton - allerdings hatte der Brite einen Boxenstopp weniger absolviert. Je weiter der Rennverlauf, desto mehr wurde klar: Er versucht es mit einer Ein-Stopp-Strategie nach dem Wechsel auf harte Reifen in der 17. Runde.

Während des Rennens tauschte er sich immer wieder via Boxenfunk mit dem Team aus, von Plan A und Plan B war die Rede. Doch am Ende ging Plan A - also die Einstopp-Taktik - nicht auf und er musste ein weiteres Mal an die Box. Statt dem Podium wurde es schließlich der sechste Platz. "Beim Start des Rennens unterlief uns ein Fehler, weil wir zu früh stoppten", erklärte Button anschließend. Ein Grund dafür sei gewesen, dass der Rest des Feldes im ersten Stint früher als erwartet die Reifen wechselte. "Wir wechselten von einer Einstopp- auf eine Zweistopp-Strategie und wieder zurück, aber der linke Vorderreifen machte nicht mehr mit." Das Team entschied sich zwar zunächst dazu, Button auf der Strecke zu lassen, doch das zahlte sich nicht aus. Button: "Die Pace war nicht gut genug. Am Ende ist es besser, zu jagen als überholt zu werden."

Wir haben es eigentlich gar nicht so falsch gemacht, aber vielleicht war es nicht die beste Entscheidung.
Martin Whitmarsh

Teamchef Martin Whitmarsh gestand ein, dass der Zickzack-Kurs bei Buttons Strategie nicht optimal war und wahrscheinlich ein besseres Resultat möglich gewesen wäre. "Wir versuchten es bei Button mit einem Boxenstopp und wenn wir Nico Rosberg hätten covern können, wären wir näher an den Mercedes' dran gewesen", so Whitmarsh. "Wir haben es eigentlich gar nicht so falsch gemacht, aber vielleicht war es nicht die beste Entscheidung."

Immerhin war bei McLaren nach all den schwierigen Wochen und Monaten ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar. "Es ist definitiv ein Fortschritt", sagte Button. "Wir hatten erwartet, um Platz drei zu kämpfen. Wir kennen die Gründe und hoffentlich bekommen wir in Monza alles richtig hin. Es geht bei uns voran, aber im Moment ist es schon hart. Aber es war schön, mit Mercedes und Red Bull da vorne kämpfen zu können - und wir haben beide Lotus fair auf der Strecke besiegt." Button war bewusst, dass es für McLaren noch nicht reicht, um mit den Top-Teams richtig kämpfen zu können, auch in Monza nicht. "Wir haben noch viel Luft nach oben, aber die Balance des Autos stimmt und ich fühle mich wieder wohl im Cockpit."


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