Formel 1 - Keine breiteren Reifen 2014

Zu spät für Änderungen

Die Reifen werden auch 2014 so bleiben wie sie sind. Es wird keine Änderungen bei den Größen geben, wie es diskutiert worden ist.
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Motorsport-Magazin.com - Für so manchen Formel-1-Fan mit einem Herz für dicke Reifen gab es über die Sommerpause hinweg Hoffnungen, dass es endlich wieder größere Walzen in der kommenden Saison geben würde. Das wird aber zumindest 2014 nicht geschehen, wie Formel-1-Blogger James Allan vermeldet. Der Grund: Der Vorschlag wurde einfach zu spät diskutiert; die Teams sind längst dabei, ihre Fahrzeuge auf Basis der jetzigen Reifengrößen zu entwickeln. Somit könnten breitere Reifen frühestens 2015 eingeführt werden. Sollten sich die Pneus kommendes Jahr aber bewähren, gäbe es dafür keinen Grund mehr.

Der Plan sah vor, dass die Reifenbreite an der Hinterachse sich von 380 Millimetern auf 400 Millimeter verändern sollte, gleichzeitig sollte der Durchmesser von 660 auf 690 Millimeter steigen. Das hätte jedoch zur Folge gehabt, dass die Bodenfreiheit der Fahrzeuge sich hinten um 15 Millimeter angehoben hätte - das gesamte aerodynamische Konzept hätte über den Haufen geworfen werden müssen.

Zwei Seiten der Medaille

Breitere Reifen hätten neue Windkanalmodelle erfordert - Foto: BMW

Der frühere Technikchef bei Williams, Mark Gillan, erläutert gegenüber dem Blog, wie es zu dieser Entscheidung kam: "Das war wirklich nicht leicht. Einerseits muss man Pirelli verstehen: Mit den neuen Regeln weiß keiner, welche Verbesserungen bei der Aerodynamik erzielt werden. Es wird sicherlich große Fortschritte im Vergleich zu diesem Jahr geben, was zu signifikant höheren Belastungen in den Kurven führen wird." Pirelli habe aus den großen Fortschritten, die die Teams gemacht haben, gelernt. Der Vorschlag wurde unter anderen in den Raum geworfen, um ein ähnliches Desaster wie dieses Jahr zu vermeiden.

"Auf der anderen Seite ist das Letzte, was die Teams jetzt nach Fertigstellung des Designs für 2014 brauchten, eine derartige Last-Minute-Veränderung", so Gillan weiter. "Es hätte viel Arbeit in gewissen Bereichen einfach vernichtet und die Teams hätten mit dem Design wieder neu anfangen müssen, und das unter einer sehr knappen Deadline, da die Chassis bereits im Januar für die Tests fertig sein müssen." Somit sei es kein Wunder gewesen, dass zehn von elf Teams bei den Diskussionen am Hungaroring gegen eine Veränderung gewesen sind.

Zu knappes Zeitfenster

Es hätte viel Arbeit in gewissen Bereichen einfach vernichtet und die Teams hätten mit dem Design wieder neu anfangen müssen
Mark Gillan

Drei Bereiche haben den Teams zu große Kopfschmerzen bereitet: Die bereits thematisierte Bodenfreiheit, die sich um etwa 15 Prozent verändern würde, ist nur eine Baustelle. Breitere Reifen hätten zu anderen Luftströmungen im Bereich der Heckpartie geführt, was ganze Aerodynamikkonzepte auf den Kopf gestellt hätte. Derzeit befindet sich zwischen Reifeninnenwand und Heckflügel ein größerer Luftraum, der aerodynamisch voll genutzt wird. Eine Verkleinerung dieses Raumes in Verbindung mit der größeren Bodenfreiheit hätte in manchen Fällen einen kompletten Neuentwurf der Heckpartie erfordert, die sich wiederum auf das Design der Seitenkästen ausgewirkt hätte.

Schließlich wäre da noch der enge Zeitplan: Neue Windkanalreifen hätten erst hergestellt werden müssen, um sie den Teams zur Verfügung zu stellen. Eine Neukonstruktion des Fahrzeugs hätte wiederum neue Windkanalmodelle nötig gemacht - eine unnötige Verschwendung von Geld. Dazu ist der Zeitplan enger als gewöhnlich: Wegen der neuen Motorenregeln wurde beschlossen, die ersten Testfahrten bereits im Januar stattfinden zu lassen. Deshalb war die Zeit für eine solch weitreichende Änderung einfach zu knapp.


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