Formel 1 - Ungarn: Zu Gast an der Donau

Vielfältiges Budapest

Alle lieben Monaco, Melbourne oder Montreal. Es gibt aber auch schöne Städte, die nicht mit einem M beginnen. Beispielsweise Budapest...
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Motorsport-Magazin.com - Wer mit dem Formel 1 Tross um die Welt reist, der kommt logischerweise viel herum. Die einen lieben Monaco, die anderen Melbourne, die nächsten schwören auf Montreal. Aber obwohl der Austragungsort des Ungarn GP, der gerne als Monaco des Ostens titulierte Hungaroring, aufgrund seiner Überholunfreundlichkeit bei kaum einem Fahrer, Fan oder Journalisten ganz oben in der Beliebtheitsskala steht, steht die nur 20 Minuten entfernt gelegene ungarische Hauptstadt Budapest dem Vergleich mit dem Fürstentum an der Cote d'Azur in nichts nach.

Eine ganze Palette an kulturellen Highlights, die sehenswerte Architektur sowie das lebendige Nachtleben sorgen dafür, dass die Hauptstadt - im Gegensatz zur Rennstrecke - immer eine Reise wert ist.

Wer beispielsweise in einem der vielen Cafés oder Restaurants am Straßenrand Platz nimmt, der wird nicht lange darauf warten müssen, dass er von Straßenmusikanten mit deren Violinenklängen umschwärmt wird.

Die Donau teilt Buda und Pest voneinander. - Foto: Sutton

Was die gebotenen kulinarischen Genüsse angeht, so sollten Sie sich jedoch in Acht nehmen. Besonders für Vegetarier ist Budapest ein riesiges vegetarisches Brachland in der ansonsten schweren und vor Fleisch sowie Fett nur so triefenden ungarischen Kost.

Dank der zahlreichen internationalen Einflüsse finden sich unter den rund 5.000 Cafés, Bars, Restaurants und Kneipen der Stadt dennoch viele entdeckenswerte Plätzchen mit einem schmackhaften Angebot.

Wer lieber Einkaufen geht, für den ist die Váci utca die Königin unter den Einkaufsstraßen. In der Fußgängerzone zwischen Vörösmarty tér und Szabad Sajtó út findet man außerdem Filialen aller internationalen Modedesigner, dazu Geschäfte für Sport und Freizeit, Leder und Schuhe. Kurzum: Alles was das Herz begehrt und den Geldbeutel hungern lässt.

Jeden Tag genießen dürfen dieses Ambiente die knapp zwei Millionen Einwohner der Hauptstadt, die damit jeden fünften Ungarn beheimatet. Von den etwa 20 Millionen Touristen, die jährlich nach Ungarn reisen, statten mehr als die Hälfte Budapest einen Besuch ab. Für die meisten von ihnen gilt die Stadt als die schönste Metropole an der Donau.

In Budapest gibt es viel zu sehen... - Foto: Sutton

Zur Metropole von Weltformat stieg Budapest allerdings erst nach dem Beginn der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie 1867 auf. So wurden sechs Jahre danach 1873 die beiden die Donau säumenden Orte Buda und Pest sowie eine dritte Ortschaft namens Óbuda zur gemeinsamen Stadt Budapest vereinigt. Bis zur Jahrhundertwende 1900 verdreifachte sich in der Folge die Einwohnerzahl von 300.000 auf fast eine Million.

Nach der deutschen Besatzung im Jahre 1944 übernahm die Sowjetunion die Kontrolle über Ungarn, was bis zum Fall des eisernen Vorhangs 1989 anhalten sollte. Neben Berlin und Warschau wurde Budapest im Zweiten Weltkrieg am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Alle Donaubrücken wurden gesprengt. Weitere Zerstörungen erlitt die Stadt bei der Niederschlagung der Revolution 1956. Noch heute kann man an manchen alten Fassaden, vor allem in der Pester Innenstadt, Einschusslöcher entdecken.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Kettenbrücke, welche die beiden Donauufer miteinander verbindet und zwischen 1839 und 1849 erbaut wurde. Zudem lohnt sich ein Besuch des barocken Königsschlosses, das auf der Buda-Seite über der Stadt thront. Das enge Burgviertel und die Uferzone wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Städtebaulich großzügiger präsentieren sich klassizistische Prachtbauten, Grünanlagen und Boulevards auf der Seite der Pest-Ebene.

Auch kulturell und architektonisch ist Budapest eine Weltmetropole. - Foto: Sutton

Neben der Donau als Handelsstraße verhalfen vor allem die zahlreichen heißen Quellen der Stadt beim Aufstieg zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes. Neben etlichen Universitäten und Museen besitzt Ungarns Hauptstadt auch den Titel Bad Budapest. Schließlich sprudeln hier 123 Thermalquellen - zwischen 20 und 76 Grad warm - aus bis zu 1.250 Metern Tiefe jeden Tag 70 Millionen Liter Wasser empor. Das interessanteste ist das Gellért-Bad, an dessen Stelle bereits im 13. Jahrhundert ein Thermalbad stand.

Eines der beliebtesten Fotomotive ist das Parlament mit der majestätischen Donau, das zahlreiche Reiseführer und Stadtpläne schmückt. Der Bau des Orszáház (Haus des Landes) dauerte von 1884 bis 1902. In den fast 700 Räumen wurden 22 Kilo Blattgold zur Dekoration verwendet. Das Gebäude verfügte auch über die erste Klimaanlage in Europa.

Die ungarische Sprache Magyar ist neben dem Finnischen eine von nur zwei europäischen Sprachen, die nicht aus einer der anderen europäischen Sprachen hervorging. Stattdessen stammt sie aus dem Fernen Osten und wurde 896 von den Magyar Stämmen mitgebracht. Weitere Einflüsse entstanden unter der Führung von Attila dem Hunnen, der sich in Ungarn niederließ, sowie durch die Deutschen, Türken und Österreicher. Für die meisten bleibt die Sprache dennoch unverständlich. Jedenfalls wenn es um etwas anderes als die Übersetzung für den Begriff Kaffeehaus geht, die so viel wie kavehaz bedeutet.


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