Formel 1 - Sutil auf den harten Reifen stark

Rätsel um neue Teile

Adrian Sutil machte am Freitag in Silverstone einen starken Eindruck. Der Gräfelfinger ist äußerst optimistisch für das Wochenende.
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Motorsport-Magazin.com - Nach Rang acht und knapp einer Sekunde Rückstand auf den Tagesschnellsten Nico Rosberg fand sich Adrian Sutil in gewohnten Regionen wieder. Doch während der zweiten Session machte der Force-India-Pilot einen bärenstarken Eindruck, konnte zwischenzeitlich sogar die Führung übernehmen. Dabei fuhr er mit dem neuen Prototyp-Reifen, bei dem die Klebung der Karkasse verstärkt wurde, um Delaminierungen zu verhindern. "Prinzipiell komm ich mit dem vielleicht sogar besser zurecht, als der Rest", schwärmte Sutil.

Jaja, wir kriegen das schon irgendwie hin, ohne dass wir großartig verlieren, wenn ein anderer Reifen kommen.
Adrian Sutil

Force India galt als Widersacher der neuen Prototyp-Reifen. Weil sich die Teams nach Kanada nicht auf die Einführung der ursprünglich überarbeiteten Reifen einigen konnten, änderte Pirelli nicht mehr das Material des Ringes, sondern lediglich die Verklebung. Von Motorsport-Magazin.com gefragt, ob sein Team die Einführung der überarbeiteten Reifen jetzt sogar unterstützten würde, entgegnete Sutil verheißungsvoll: "Jaja, wir kriegen das schon irgendwie hin, ohne dass wir großartig verlieren, wenn ein anderer Reifen kommt."

Doch nicht nur auf dem Prototypen, auch auf dem regulären harten Compound konnte Sutil überzeugen. "Normalerweise haben wir ein bisschen Schwierigkeiten die harten Reifen sofort in das richtige Temperaturfenster zu bekommen, aber hier ist es relativ einfach." Im Vergleich dazu lag ihm der Option-Reifen weniger. "Der Medium-Reifen war für mich ein bisschen schwieriger aber habe da auch keine ganz gute Runde damit hinbekommen."

Eigentlich ist es sowieso egal - ich kann auch direkt ins Qualifying gehen, da stehe ich wahrscheinlich auf der gleichen Position.
Adrian Sutil

Zwar sei der Unterschied zwischen den in Silverstone eingesetzten Mischungen nur minimal, die Balance auf den weicheren Pneus lies allerdings zu wünschen übrig. Auch die Longruns des Deutschen konnten sich durchaus sehen lassen, auf der Vorderachse hatte er jedoch auf allen Reifenmischungen mit Graining zu kämpfen.

Zwar konnte Sutil wegen des verregneten Vormittags lediglich im zweiten Training sein gewohntes Programm abspulen, diesen Umstand wollte er jedoch nicht zu hoch bewerten. "Eigentlich ist es sowieso egal - ich kann auch direkt ins Qualifying gehen, da stehe ich wahrscheinlich auf der gleichen Position." Grund dafür sind unter anderem die sich ständig ändernden Streckenbedingungen. Aber auch sonst hält Sutil nicht besonders viel vom Freitag. "Es gibt einem nur ein gutes Gefühl, es macht auch Spaß aber ich bin der Meinung, dass die Position im Qualifying genauso wäre, wenn wir gar nicht testen würden."

Formel 1 hat kein Geld

"Direkt Qualifying - das wäre auch mal interessant", lautet sein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag. Entsprechend sieht der 30-Jährige auch die 2014 wieder zurückkehrenden Testfahrten kritisch. "Die sind glaube ich nicht nötig. Das wird wieder die Kosten nach oben schrauben und ich glaube nicht, dass die Formel 1 im Moment viel Geld hat", spricht er die finanziell angespannte Situation an und fügt an. "Eigentlich hat sie gar kein Geld - zumindest die meisten Teams."

Ein bisschen mehr Testzeit hätte dann aber doch nicht geschadet, schließlich testete Sutil neue Teile. Zwar wollte er nicht verraten, worum es sich konkret handelte, im Fahrerlager kursieren allerdings Gerüchte, wonach es sich um das vernetzte Fahrwerk, das sogenannte FRIC-System, handeln soll. Während Paul di Resta noch auf die neuen Teile verzichten muss, spulte Sutil weiter wertvolle Kilometer damit ab. "In den letzten Rennen hatten wir das auch schon probiert, wir sind noch ein bisschen unschlüssig, weil wir es noch nicht zu 100 Prozent im Griff haben - aber es sieht gut aus", fasste er zusammen.


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