Formel 1 - Lotus beschwert sich über Reifen-Wahl

Das macht doch keinen Sinn!

Lotus mischt in der Reifen-Debatte weiter kräftig mit. Diesmal ärgert sich das Team über die Reifenwahl, die Pirelli für die kommenden Rennen getroffen hat.
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Motorsport-Magazin.com - Die neuen Reifen von Pirelli wurden erst einmal abgewendet, in den kommenden drei Rennen in Silverstone, am Nürburgring sowie Ungarn kommen die überarbeiteten Hinterreifen nicht zum Einsatz. Im Zuge der schwelenden Reifendebatte, die die Formel 1 seit dem Beginn der Saison pausenlos beschäftigt, hat Lotus nun wieder einen neuen Ansatz gefunden. Das Team, das sich mit am stärksten gegen Reifenänderungen ausgesprochen hat, ist mit der Reifenwahl für den Ungarn Grand Prix überhaupt nicht einverstanden. "Das macht keinen Sinn", wetterte Alan Permane gegen die Medium/Hart-Kombination, die auf dem Hungaroring zum Einsatz kommen wird.

"Es ist unüblich, dass in Ungarn die gleichen Reifen zum Einsatz kommen wie in Bahrain und Silverstone", meinte Permane. Im vergangenen Jahr brachte Pirelli in Ungarn die Weich/Medium-Variante an den Start, dieses Jahr hingegen die konservativste Möglichkeit. Permane: "Letztes Jahr hatten wir diese Reifen nicht. Wir hatten die Mediums und die weichen Mischungen und die Fahrer absolvierten zwei Boxenstopps. Also macht das alles überhaupt keinen Sinn - sie sind zu hart für diese Strecke."

Kein Verständnis bei Lotus

Gleiches gelte auch für die anderen Reifenvarianten, mit denen Pirelli bei den nächsten Rennen aufschlagen wird. Permane verstand nicht, warum Pirelli für diese Saison weichere Mischungen ankündigte, in den Grands Prix aber härtere Reifenkombinationen einsetzt als 2012. Im vergangenen Jahr nutzten die Piloten in Silverstone etwa den weichen und den harten Reifen, diesmal gibt es Medium/Hart. "Das ist genau das, was sie in den letzten Rennen des vergangenen Jahres gemacht haben: Die Reifen wurden härter und härter und am Ende hatten wir nur noch einen Boxenstopp pro Rennen", legte Permane nach. "Letztes Jahr hieß es, dass sie konservativere Reifen wählen, um die Meisterschaft nicht zu beeinflussen - ich habe aber nie verstanden, was sie damit meinten."

Laut einem Bericht der BBC will Lotus-Teamchef Eric Boullier dieses heikle Thema bei Pirelli ansprechen. Angeblich habe sich auch noch mindestens ein anderes Top-Team über die Reifenwahl für Ungarn beschwert. Der Reifenlieferant stellte in einer Stellungnahme klar: "Die Entscheidungen, welche Mischungen zum Einsatz kommen, werden im Hinblick auf die verfügbaren Daten, spezielle Streckencharakteristika und zu erwartendes Wetter getroffen. Somit soll das Fenster von zwei bis drei Boxenstopps pro Rennen eingehalten werden." Laut Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery seien die Reifen der diesjährigen Generation aggressiver im Vergleich zum Vorjahr.


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