Formel 1 - Ecclestone: Fahrer müssen ihr Hirn benutzen

Früher galt die Sorge Getriebe und Bremsen

Während Bernie Ecclestone möchte, dass die Piloten über den Sieg nachdenken müssen, gehen die Reifen für Niki Lauda in die falsche Richtung.
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Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone macht in der aktuellen Reifendiskussion reinen Tisch, indem er sagt, er habe Pirelli darum gebeten, Reifen herzustellen, die nicht die halbe Renndistanz halten, damit Boxenstopps in jedem Fall nötig sind. "Und das haben sie gemacht. Es ist sehr, sehr schwierig vorherzusehen, ob diese Reifen 15 oder 20 Prozent des Rennens halten werden, denn jeder Kurs ist anders: Wir treffen auf unterschiedliche Temperaturen, die Autos sind verschieden und nicht zuletzt hat jeder Fahrer einen eigenen Fahrstil", meinte der Formel-1-Zampano gegenüber der offiziellen Webseite der Königsklasse.

Für Pirelli wäre es am einfachsten, sie stellten Reifen her, die man beim ersten Saisonrennen aufzieht und beim letzten abnimmt.
Bernie Ecclestone

Ecclestone erinnert sich an die Zeiten, als Niki Lauda unter ihm als Teamchef für Brabham fuhr und welche Themen damals im Vordergrund standen. "Zu der Zeit, als Niki fuhr, galt die größte Sorge dem Getriebe und den Bremsen - nicht den Reifen. Dann sind wir davon weggekommen und die Fahrer mussten über gar nichts mehr nachdenken. Nun müssen sie ihr Hirn einsetzen und darüber nachdenken, wie sie Rennen gewinnen", erläuterte er. "Für Pirelli wäre es am einfachsten, sie stellten Reifen her, die man beim ersten Saisonrennen aufzieht und beim letzten abnimmt. Das wäre ganz einfach", fügte er scherzend hinzu.

Auch Mercedes-Vorstandsmitglied Niki Lauda hat seine eigene Sicht auf das Thema Reifen. "Als ehemaliger Fahrer kann ich sagen, dass es Pirellis Ziel war, nach 12 oder 15 Runden Boxenstopps zu haben, aber mit den verschiedenen Faktoren, die Bernie genannt hat, halten sie manchmal nur vier Runden", bemängelte er. "Maximal drei Boxenstopps funktionieren. Wenn man vier Stopps hat - und einige Reifen nur vier Runden lang halten - dann geht das in die falsche Richtung."

Für Bernie Ecclestone ist Niki Lauda der rechte Mann am rechten Fleck. - Foto: Sutton

Nur ja oder nein

In die richtige Richtung geht es dagegen nach Ecclestones Ansicht bei Mercedes, wo er seinen ehemaligen Piloten am rechten Platz sieht. "Ich habe Nikis neue Rolle bei Mercedes voll und ganz unterstützt, denn er ist der Richtige für diese Position. Das hat er bewiesen", stellte der Brite klar. Er sieht allgemein die ansteigende Form von Mercedes - mit drei Pole Positions und zwei Podestplätzen in dieser Saison - in der neuen Personalstruktur begründet. "Die Reifen sind für alle gleich, das Material, das Mercedes verwendet, ist immer noch das gleiche. Der einzige Unterschied sind die Menschen, die das Unternehmen führen - und das macht den Unterschied."

Er ließ zudem anklingen, dass die Stuttgarter zu lange zögerten, ehe sie Änderungen vornahmen. "Die Menschen hoffen immer, dass es im nächsten Jahr besser wird. Letztes Jahr haben sie die Entscheidung getroffen, weil sie lange genug gewartet hatten. Genug ist genug!" Entscheidungen seien das, wobei er versuche, Mercedes zu helfen, bestätigte Lauda. "Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie falsch sind", präzisierte er. "Es ist besser, eine Entscheidung zu treffen und - wenn sie falsch ist - sie zu korrigieren, als stillzustehen. Das ist meine Stärke und ich nutze sie so gut ich kann", schloss er ab. Das konnte auch sein ehemaliger Chef bestätigen. "Leute, die mit Niki zu tun haben, wissen, dass sie es mit Niki zu tun haben. Bei ihm gibt es kein 'vielleicht' oder 'möglicherweise'. Es gibt nur 'ja' oder 'nein'."


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