Formel 1 - Berger: Verständnis für Vettels Aktion

Killerinstinkt wie Senna und Schumacher

Gerhard Berger verteidigt Sebastian Vettel nach der Überhol-Kontroverse von Malaysia. Der Siegeswille des Red-Bull-Stars sei der Schlüssel zu seinem Erfolg.
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Motorsport-Magazin.com - Auf einer Stufe mit den ganz Großen: Sebastian Vettels Weigerung, Red Bulls Teamorder in Malaysia zu akzeptieren und Mark Webber den Sieg zu entreißen, zeigt nach Meinung des früheren Formel-1-Stars Gerhard Berger nur eines: Der Red-Bull-Star besitzt einen außergewöhnlichen Siegeswillen. Nur die Formel-1-Legenden Ayrton Senna und Michael Schumacher hätten sich innerhalb ihres Teams ähnlich durchsetzungsfähig präsentiert wie der 25-Jährige.

Es gibt Rennfahrer wie einen Senna, einen Schumacher oder einen Vettel, die zusätzlich noch einen Extra-Egoismus auf der Strecke entwickeln.
Gerhard Berger

"Es gibt Rennfahrer wie einen Senna, einen Schumacher oder einen Vettel, die zusätzlich noch einen Extra-Egoismus auf der Strecke entwickeln", erklärte Berger im Gespräch mit Autobild Motorsport. "Der bringt in solchen Situationen wie in Malaysia einen Vorteil, weil er einen Killerinstinkt freisetzt, der sie nur noch an eines denken lässt: 'Ich will das Rennen gewinnen.'" Und dank ihrer mentale Stärke seien diese Fahrer in die Lage, dreimal, fünfmal oder siebenmal Weltmeister zu werden.

Dass Vettel wegen seiner Aktion ins Grübeln gerät, glaubt Berger nicht, auch wenn er einräumte, dass sein ehemaliger Schützling in der Nacht nach dem Rennen sicherlich nicht gut geschlafen habe. "Aber die Wahrheit ist: Die anderen, die nicht gewinnen, schlafen noch viel schlechter. Fest steht: Vettel gibt sein komplettes Leben für den Erfolg auf." Und Fahrer die dermaßen auf das Siegen fixiert seien, könne ein Team auch durch eine Stallorder nicht einbremsen. "Stallorder macht bei Typen wie Schumacher, Senna und Vettel keinen Sinn, außer sie ist zu ihrem Vorteil."

Einfach den Mund abwischen, tierisch Gas geben und aller Welt beweisen, dass er Sebastian Vettel schlagen kann.
Gerhard Berger

Anfreunden kann sich der 53-Jährige mit dem teaminternen Nichtangriffspakt ohnehin nicht - vor allem nicht zu so einem frühen Zeitpunkt. "Das sollte man machen, wenn es in Richtung Titelentscheidung geht." Dass Vettel Webber nur überholt habe, weil der Australier sich bereits im Sparmodus befand, hält der Österreicher für ein Märchen. "Sebastian hat Webber überholt, weil er einfach der schnellere Mann war."

Für den Ärger des 36-Jährigen hat er dennoch Verständnis. "Er dachte, das Rennen wäre vorüber, Vettel würde ihn nicht mehr angreifen. Deshalb ist er jetzt verbittert", sagte er und riet. "Einfach den Mund abwischen, tierisch Gas geben und aller Welt beweisen, dass er Sebastian Vettel schlagen kann."


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