Formel 1 - Hätte Rosberg gewinnen können?

Bärenstark zur Rennmitte

Nico Rosberg verpasste das Podium knapp, die Gründe dafür sind bekannt. Doch hätte der Mercedes-Pilot vielleicht sogar siegen können?
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg war eine der tragischen Figuren des Malaysia GP. Im Qualifying machte ihm Petrus einen Strich durch die Rechnung, im Rennen die Teamführung. Dabei legte Rosberg über weite Strecken des Rennens die beste Pace des gesamten Feldes an den Tag. Das wirft die Frage auf: Hätte Nico Rosberg das Rennen gewinnen können? Rosberg selbst stellt sich diese Frage ebenfalls: "Ich war immer in Schlagdistanz und habe auch daran geglaubt, warum nicht sogar gewinnen?" Motorsport-Magazin.com nimmt das Rennen des Wiesbadeners genauer unter die Lupe und kommt zu einer erstaunlichen Erkenntnis.

Ich war immer in Schlagdistanz und habe auch daran geglaubt, warum nicht sogar gewinnen?
Nico Rosberg

Die erste knifflige Entscheidung mussten Fahrer und Teamchefs schon sehr früh im Rennen treffen. Die Strecke trocknete von Beginn an ab, die Intermediates verschlissen schnell. Sebastian Vettel kam in Runde fünf als erster Pilot an die Box und wechselte auf Slicks. Seine Probleme auf der noch feuchten Strecke ließen Zweifel daran, ob der Wechsel noch zu früh war. Doch schnell zeigte sich, dass die Slicks schneller wurden. Mark Webber und Lewis Hamilton zogen in Runde sieben nach. Nico Rosberg musste sich noch einen weiteren Umlauf gedulden und holte sich erst in der achten Runde die Medium Reifen.

Der direkte Vergleich mit Mark Webber zeigt: Der Wiesbadener hat bei diesem Wechsel entscheidend Zeit liegen lassen. Zwischen Runde sieben und neun, die sowohl beim Australier, als auch beim Deutschen In- und Outlap berücksichtigen, verlor Rosberg 6,2 Sekunden. Selbst auf Teamkollege Hamilton, der seine Outlap auf den Slicks alles andere als perfekt absolvierte, verlor er noch über zwei Sekunden. Interessant ist auch der direkte Vergleich mit Sebastian Vettel. Als Maßstab dienen hierbei die Zeiten von Runde vier bis neun. Trotz des vermeintlich 'zu' frühen Wechsel des späteren Siegers, war Vettel in diesem Intervall immerhin eine Sekunde schneller als Rosberg.

Auf dem Medium-Reifen zeigte Rosberg dann eine beeindruckende Performance. Der Mercedes-Pilot setzte eine schnellste Rennrunde nach der anderen und knabberte zwischen der zehnten und der 18. Runde erheblich am Rückstand zu Raceleader Webber. Bis zu dessen nächsten Stopp in Runde 19 holte Rosberg in gerade einmal neun Runden über fünf Sekunden auf. Nachdem auch der Mercedes-Pilot zum zweiten Mal seine Pit-Crew besuchte, zeigte sich ein ähnliches Bild: Im dritten Stint konnte er den Abstand zur Spitze auf lediglich 3,2 Sekunden verkleinern.

Hinter Hamilton verlor Rosberg viel Zeit - Foto: Sutton

Nach dem dritten Stopp musste Rosberg dann ein wenig Federn lassen. Dafür gibt es zwei Faktoren: Zum einen wechselte er auf die harte Reifenmischung, mit der Mercedes im Renntrimm nicht so gut zurecht kam wie die Konkurrenz aus Milton Keynes. Zum anderen schloss er auf Hamilton auf, der die Pace nicht mitgehen konnte und ihn schon vor dem letzten Stopp wertvolle Zeit kostete. Im letzten Stint wechselte Rosberg wieder auf die mittlere Reifenmischung, allerdings stand nur noch ein gebrauchter Satz zur Verfügung, während Webber und Vettel frische Sätze aufziehen konnten. Ein Vergleich im letzten Rennabschnitt blieb aber ohnehin aus, die Teamorder von Mercedes verhinderte eine repräsentative Gegenüberstellung.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Hätte Nico Rosberg das Rennen gewinnen können? Diese Frage lässt sich im Nachhinein nicht so leicht beantworten. Fakt ist, dass er beim ersten Reifenwechsel extrem viel Zeit verloren hat. Dass er den Rückstand auf die Spitze zweitweise auf drei Sekunden abgeknabbert hatte, zeigt, wie schnell die Kombination Rosberg/Mercedes an diesem Tag war. Interessant wäre gewesen, welche Pace Rosberg ohne Hamilton hätte gehen können. Am Ende ist es reine Makulatur, aber die Tatsache, dass Rosberg über weite Strecken der schnellste Fahrer im Feld war, lässt darauf hoffen, dass es nicht die letzte Chance für ihn war. (Christian Menath)


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