Formel 1 - Sutil wird ohne Sorgen ins Bett gehen

Alles für das Comeback getan

Adrian Sutil kämpfte am Donnerstag in Barcelona um seine möglicherweise letzte Chance in der Formel 1. Die Zeichen stehen gut und der Deutsche ist erleichtert.
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Motorsport-Magazin.com - "Ich habe alles was ich konnte getan, um mein Comeback zu erlangen. Nun liegt es an ihnen, zu entscheiden." Adrian Sutil kämpft in diesen Tagen um seine Rückkehr in die Formel 1. Schon ausgemustert, wittert der Gräfelfinger nun wieder eine Chance, 2013 für Force India ins Lenkrad zu greifen. Wenngleich das Team schon im Vorfeld unmissverständlich klar machte, dass es nicht auf Bestzeiten sondern auf aussagekräftiges Feedback ankommt, ist ein Blick auf die Tabelle niemals schlecht.

Adrian Sutil ist mit seiner Leistung zufrieden - Foto: Sutton

Am ersten - und zunächst einzigen - Testtag brannte der Gräfelfinger eine 1:22,877 in den Asphalt und war damit rund eine Sekunde hinter der Spitze. Im Vergleich: sein möglicher Teamkollege Paul die Resta schaffte am ersten Tag nicht einmal den Sprung unter die 1:24er-Marke und auch am Mittwoch blieb er mit 1:23,971 Minuten weit hinter Sutils Bestzeit zurück.

Natürlich darf bei aller Euphorie nicht vergessen werden, dass der Schotte am ersten Tag mit einer deutlich grüneren Strecke zu kämpfen hatte. Zudem weiß außer den beiden Piloten und Force India niemand, welche Programme bestritten wurden und wie viel Benzin der VJM06 im Bauch hatte. Dennoch vielleicht eine kleine Spritze für das Selbstbewusstsein des Deutschen.

Ein anderer Vergleich - immer unter Berücksichtigung der Hintergrundgeschehnisse - gibt aber etwas mehr Aufschluss. Di Resta fuhr am Mittwoch in Runde 19 seinen ersten gezeiteten Umlauf in 1:26.146 Minuten. Danach dauerte es 27 weitere Runden, bis er seine Tagesbestzeit fuhr, die 1,941 Sekunden schneller war. Sutil stieg in Runde 25 mit einer ähnlichen Zeit von 1:25,936 Minuten ins Geschehen ein. Lediglich sieben Umläufe später setzte er seine persönliche Bestmarke: 3,059 Sekunden schneller. Selbst wenn tausende von Parametern eine Rolle spielen können und damit die Zeiten eigentlich nur aussagen, dass sie nichts aussagen - eines ist deutlich: Formel 1 ist wie Fahrradfahren - das verlernt man nicht.

Abwarten und zusehen

Nun ist Sutil nach 78 Runden wieder dazu verdammt, abzuwarten. Am Freitag wird sein Konkurrent um das Cockpit, Jules Bianchi, testen und Force India vermutlich im Lauf der nächsten Tage eine Entscheidung treffen. An ein Shootout glaubt der Deutsche allerdings nicht, denn durch seine sechs Jahre bei Force India würde ihn das Team ohnehin besser als jeden anderen kennen. "Sie kennen meine Leistung und ich denke, es war heute offensichtlich, dass ich zeigen konnte, immer noch schnell zu sein - das ist sehr wichtig", so Sutil, der nicht wusste, wer nun bessere Karten haben wird.

Ich hatte einen guten Tag, was sehr wichtig war. Nun kann ich ohne Sorgen schlafen
Adrian Sutil

Talent kann laut dem Gräfelfinger aber nicht ausschlaggebend sein - eher die finanzielle Seite. "Es muss etwas anderes sein, andernfalls hätten sie lang vor dem ersten Test einen Fahrer bestätigt", mutmaßte Sutil, der mit Capri-Sonne und Medion zwei große Sponsoren mit zu Force India bringen würde. Es wird bereits spekuliert, ob die Entscheidung auch mit potentiellen Motorenpartnern zusammenhängen könnte.

Force India wird derzeit von Mercedes-Aggregaten befeuert, ein Umstieg für 2014 ist allerdings denkbar. Da Toro Rosso im Verdacht steht, ab jener Saison mit Renault- statt Ferrari-Motoren an den Start zu gehen, hätte die Scuderia ein Kundenteam weniger. Luca Marmorini, Motorenpapst bei der Mythosmarke, erklärte unlängst, wie wichtig Kundenteams sind - vor allem bei den wenigen Testmöglichkeiten, die für die neuen Aggregate bestehen. Durch die Beziehungen von Jules Bianchi zu den Roten wäre also eine Partnerschaft zwischen Force India und Ferrari nicht abwegig. Aber auch Sutil hat in dieser Disziplin noch etwas im Köcher.

"Meine Beziehung zu Mercedes ist schon immer gut und hoffentlich sind sie stark daran interessiert, mich dieses Jahr in diesem Auto zu sehen", erklärte der Gräfelfinger bei f1.com. Mit den wirklichen - speziell wirtschaftlichen - Hintergründen würde er sich aber nicht auskennen und wichtig sei ohnehin die Leistung auf der Strecke und mit den Ingenieuren. "Ich habe meinen Teil erledigt. Ich hatte einen guten Tag, was sehr wichtig war. Nun kann ich ohne Sorgen schlafen."


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