Formel 1 - Barcelona: Überall gibt es noch Probleme

Kleine und große Ärgernisse

Testfahrten sind dazu da, Probleme aus der Welt und den Autos zu schaffen. In Barcelona hakt es bei einigen Teams. Motorsport-Magazin.com mit dem Problem-Check.
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Motorsport-Magazin.com - Im Großen und Ganzen verlief der zweite Tag der Testfahrten in Barcelona eher ruhig. Doch im Innern knistert es, denn einige Teams hatten am Mittwoch mit kleineren und größeren Problemen zu kämpfen. Tests sind natürlich auch dafür da, um Kinderkrankheiten auszuräumen, doch jede verlorene Runde ist trotzdem ärgerlich. Tag zwei auf dem Circuit de Catalunya hielt für einige Piloten und Teams unschöne Überraschungen parat. Allen voran Kimi Räikkönen, der an seinen beiden Einsatztagen auf insgesamt nur 87 abgespulte Runden kam. Am Dienstag zickte die Telemetrie-Elektronik und Lotus konnte keine relevanten Daten aufzeichnen. Am Folgetag musste das Team das Getriebe am E21 wechseln und verlor dabei sehr viel Zeit.

"Wenn gestern kein idealer Tag war, war es heute mehr oder weniger dasselbe", stellte Räikkönen nüchtern fest. "Wir testen, um Probleme zu finden, also erledigen wir diesbezüglich einen guten Job, aber es ist frustrierend." An den beiden kommenden Tagen übernimmt Teamkollege Romain Grosjean das Auto. Sein Ziel wird es sein - ähnlich wie bei Mercedes in Jerez - möglichst viele Runden zu drehen, um die wichtigen Daten einzusammeln. Nur bedingt besser lief Fernando Alonsos zweite Ausfahrt im neuen Ferrari. Der Spanier brachte es auf 76 Runden, nachdem bis zur Mittagspause gerade einmal 28 Umläufe zu Buche standen.

Bei Ferrari machte der Auspuff Probleme - Foto: Sutton

Der Grund für die Unterbrechung des Test-Programmes: Der Auspuff am F138 bereitete Probleme, möglichweise gab es einen Bruch innerhalb der Konstruktion, weshalb Alonso die Zwangspause einlegen musste. Vorteil gegenüber Lotus: Alonso spulte zum Auftakt ganze 100 Runden - die meisten aller Piloten am Dienstag - ab und konnte sich dabei mit dem neuen Auto vertraut machen. Etwas limitiert in seiner Arbeit war auch Sebastian Vettel, Alonsos WM-Rivale aus der vergangenen Saison. Nachmittags stand der RB9-Bolide rund eine dreiviertel Stunde in der Box, weil etwas mit einem Drucksystem am Auto nicht stimmte und vom Team überprüft werden musste.

Später endete der Tag frühzeitig für Vettel, als er etwa eine Stunde vor Feierabend 100 Meter hinter der Boxengasse stehen blieb und für rote Flaggen sorgte. Ein Mechaniker hatte eine Radmutter bei einer vorangegangenen Boxenstopp-Übung nicht richtig angezogen und so musste Vettels Renner abgeschleppt werden. Es hätte sich nicht mehr gelohnt, noch einmal herauszufahren. "Es gab noch ein paar kleine Probleme mit der Zuverlässigkeit, aber nichts Dramatisches", sagte Vettel. Auch Landsmann Nico Hülkenberg hatte etwas zu bemängeln bei seinem ersten Sauber-Einsatz in Barcelona. "Wir konnten zwar viel erledigen, aber hatten auch ein paar kleine Probleme", verriet er.

Nico Hülkenberg ist noch nicht ganz zufrieden - Foto: Sutton

Vor allem am Vormittag stand der C32 einige Zeit in der Garage, zwischen 11:00 und 12:00 Uhr musste Hülkenberg pausieren. Worum es sich genau bei den Problemen handelte, behielt das Team für sich, die Rede war nur noch mechanischen Schwierigkeiten. Immerhin legte Hülkenberg am Mittwoch 88 Runden zurück. Das waren 26 Umläufe mehr als bei seinem ehemaliger Teamkollege Paul di Resta. "Wir hatten ein paar Probleme mit der Zuverlässigkeit, deshalb endete unser Tag etwas früher als geplant", sagte Chef-Renningenieur Jakob Andreasen. Rund eineinhalb Stunden vor Schluss parkte di Resta sein Auto endgültig in der Box. Ein Teil am Auspuff war gerissen, wie Bob Fernley bestätigte.

Für di Resta war es der letzte Einsatz in Barcelona, am Donnerstag übernimmt erstmals seit Ende 2011 wieder Adrian Sutil, zum Abschluss darf sich dann noch einmal Jules Bianchi beweisen. Unterdessen hatte Marussia einen interessanten Erklärungsansatz für die Tatsache, dass Max Chilton lediglich 67 Runden zurücklegte. "Auf dem Papier haben wir natürlich weniger Kilometer abgespult als einige andere Teams und auf die reine Performance konnten wir uns auch nicht fokussieren", so Teamchef John Booth. "Aber heute war einer dieser Tage, an dem der Nutzen unseres Aufwands für die Engineering-Gemeinschaft vielleicht ersichtlicher war als für die Außenwelt."

In anderen Worten: Chilton spulte schier unzählige Shortruns ab und steuerte immer wieder die Marussia-Box an. Ergo sammelte er nicht so viele Kilometer. Ob es nicht doch das eine oder andere Problem auszuräumen gab, wollte das Team nicht verraten. Klar ist nur: In Barcelona hakt es bei vielen Teams noch an allen Ecken und Enden. Noch insgesamt sechs Testtage bleiben ihnen Zeit, die größten Probleme auszuräumen, bevor in Australien der Ernstfall eintritt.


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