Formel 1 - Hamilton: Ich liebe Details

Downforce verbessern & Knöpfe eliminieren

Lewis Hamilton zeigt sich mit dem Leistungsstand von Mercedes zufrieden. Jetzt ginge es darum, die Schwachstellen des F1 W04 auszumerzen.
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Motorsport-Magazin.com - Keine Spur von Ernüchterung: Dass die Bäume bei Mercedes nicht in den Himmel wachsen, war Lewis Hamilton bereits klar, als er sich für einen Wechsel zum Team aus Brackley entschied. Aus diesem Grund zeigte er sich von den Ergebnissen beim ersten Test in Jerez nicht sonderlich überrascht. "Der McLaren war besser, aber das war keine Überraschung. Ich habe im letzten Jahr gesehen, dass dem Mercedes oft eine Sekunde zur Spitze gefehlt hat, manchmal sogar zwei", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe. "In Jerez habe ich bemerkt, dass der Mercedes weniger Downforce hat als der McLaren, aber das ist keine Katastrophe. Ich habe ein paar Ideen, wie wir ein, zwei Sachen verbessern können."

Bei Mercedes gibt es 26 Knöpfe - sechs bin ich bereits losgeworden.
Lewis Hamilton

Verbesserungen strebt Hamilton in vielen Bereichen an. Das Lenkrad seines neuen Boliden gestaltet sich nach Meinung des Briten beispielsweise viel zu kompliziert. Gleiches habe er bereits bei McLaren erlebt. "Ich bin in Knöpfen ertrunken - alle die, die ich nicht benutzt habe, habe ich eliminiert. Als nächstes habe ich die wichtigsten nach oben gemacht, so dass besser sie zu erkennen sind", so Hamilton. "Bei Mercedes gibt es 26 Knöpfe - sechs bin ich bereits losgeworden." Und auch das Steuer für das kommende Jahr nimmt der Mercedes-Neuzugang bereits unter die Lupe. "Ich denke jetzt bereits an das Lenkrad für 2014, an dem es neue Funktionen geben wird. Ich liebe solche Details."

Neben seiner Vorliebe für Kleinigkeiten sprach der Weltmeister von 2008 auch noch einmal ausführlich über seine Gründe für den Wechsel zu Mercedes. Auch wenn er bei McLaren in einem guten Auto gesessen hätte, habe es ihm beim Team aus Woking nicht mehr so gut gefallen wie in den Jahren zuvor. "Ich war in der Lage, mit Sebastian zu kämpfen und Rennen zu gewinnen. Aber vielleicht bin ich zu lange geblieben", sagte er. "Ich brauchte neue Herausforderungen. Ich kann nicht 25 Jahre lang ins gleiche Büro gehen und die gleichen Dinge machen - und McLaren war ein bisschen wie ein Büro für mich: der Ablauf, das Gym und immer die gleiche Fabrik, von der ich jede Ecke kannte."

Wir haben uns sehr leidenschaftlich unterhalten. Letzten Endes hat das zu meiner Entscheidung beigetragen, zu Mercedes zu wechseln.
Lewis Hamilton

Ein weiterer Grund für seinen Wechsel sei ein Gespräch mit Niki Lauda gewesen, in dem die beiden Formel-1-Weltmeister ihre Vorurteile ausräumten. "Ich habe Niki Lauda immer respektiert, aber in den vergangenen Jahren hat er mich ein paar Mal kritisiert, ohne mich überhaupt zu kennen", spielte Hamilton auf Laudas Tätigkeit als TV-Experte an. "Ich wollte Zeit mit ihm verbringen, damit er versteht, wie ich bin. Und für mich wollte ich wissen, ob mir sein Charakter gefällt. Es hat sich herausgestellt, dass wir einiges gemeinsam haben. Wir haben uns sehr leidenschaftlich unterhalten. Letzten Endes hat das zu meiner Entscheidung beigetragen, zu Mercedes zu wechseln."


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