Formel 1 - Hill: Hamilton kann Mercedes-Anführer werden

Kein Designbüro im Kopf

Durch seinen Wechsel zu Mercedes könnte Lewis Hamilton den wahren Teamleader in sich entdecken, glaubt Damon Hill.
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Motorsport-Magazin.com - Müsste man Lewis Hamilton als Rennfahrer beschreiben, würde einem wohl primär einfallen, dass er so ziemlich alles mit vier Rädern äußerst schnell um eine Rennstrecke bewegen kann. Als wahrer Teamleader wird er hingegen noch nicht wahrgenommen. Laut Damon Hill könnte sich das bei Mercedes aber ändern und sein Landsmann könnte dort auf natürliche Weise herausfinden, was er dazu für Fähigkeiten braucht. Hamilton war in seiner bisherigen Formel-1-Karriere nur für McLaren tätig und betritt 2013 bei Mercedes Neuland.

Als ich bei Williams war, habe ich nicht geführt, da war ich mehr oder weniger Testfahrer
Damon Hill

Hill erlebte eine relativ ähnliche Situation, als er 1997 zu Arrows kam. Er hatte zuvor bei Williams als Testfahrer begonnen und hatte abgesehen von ein paar wenig erfolgreichen Einsätzen bei Brabham im Jahr 1992 nur für Williams in der Formel 1 ins Lenkrad gegriffen. Bei Arrows musste er sich dann zum vollen Anführer mausern, der das Team nach vorne bringt. "Als ich bei Williams war, habe ich nicht geführt, da war ich mehr oder weniger Testfahrer. Als ich dann aber zu einem anderen Team ging, wurde ich als Anführer gesehen, also ist es vielleicht einfacher, diese Rolle zu übernehmen, sobald jemand einen in diese Richtung lenkt", sagte Hill.

Das Beste herausholen

Hamilton könnte das ebenfalls lernen oder die nötigen Eigenschaften bei sich entdecken, wenn er zu Mercedes kommt, glaubte Hill weiter. Ob es wirklich so kommt, wusste er allerdings nicht. "Aber in der Situation könnte er es herausfinden. Seht euch Alonso an. Er hat kein Designbüro im Kopf. Er weiß, wie er ein Team motivieren und das Beste aus den Leuten herausholen kann, die er um sich hat", betonte er. Im Gegensatz zu früheren Zeiten hat sich für Hill aber doch so manches verändert, wenn es um die führenden Fahrer geht.

Man könnte 2013 so sehen: Jenson Button hat McLaren, Lewis hat Mercedes, Fernando hat Ferrari, Sebastian Vettel hat Red Bull und Kimi Räikkönen hat Lotus
Damon Hill

Seiner Ansicht nach sind die Teams nun mehr auf einen Piloten konzentriert und nicht mehr auf zwei, wie es in den 1990ern noch der Fall war. "In den früheren Tagen gab es immer nur ein Team, für das es sich zu fahren lohnte, also hatte man die zwei besten Fahrer im gleichen Team, die um Aufmerksamkeit rangen. Jetzt hat man mehr als ein Team und mehrere Jungs mit ihren eigenen Teams. Man könnte 2013 so sehen: Jenson Button hat McLaren, Lewis hat Mercedes, Fernando hat Ferrari, Sebastian Vettel hat Red Bull und Kimi Räikkönen hat Lotus. Die Situation sieht so aus, dass jeder von ihnen gewinnen könnte." Deren Teamkollegen dürften die Situation aber wohl etwas anders sehen.


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