Formel 1 - Brawn: Mehrere Faktoren schuld

Probleme häuften sich

Mercedes verpasste es 2012, das Auto konsequent weiterzuentwickeln und fiel im Saisonverlauf dramatisch zurück. Ross Brawn geht auf Ursachenforschung.
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Motorsport-Magazin.com - Zum Saisonauftakt sah es für Mercedes gut aus: Zwar konnten Michael Schumacher und Nico Rosberg meist die Pace aus dem Qualifying im Rennen nicht mitgehen, doch über weite Strecken zeigte sich der Silberpfeil konkurrenzfähig. Beim dritten Saisonrennen in China gelang Rosberg ein souveräner Sieg, den Schumacher mit festgezogener Radmutter wohl noch zum Mercedes-Doppelsieg hätte veredeln können. Doch je länger die Saison lief, desto langsamer wurde der F1 W03. Teamchef Ross Brawn macht mehrere Gründe dafür verantwortlich.

"Wir haben die Entscheidung getroffen, die Aerodynamik-Abteilung umzustrukturieren. Wir mussten auf (den neuen Aerodynamik-Chef) Mike Elliot warten, weil er eine Kündigungsfrist bei Lotus hatte", nannte Brawn eine elementare Ursache für die verschlafene Weiterentwicklung. "Nachdem wir die Situation mit Loic [Bigois] beendet hatten, tat sich eine Lücke auf, die wir nicht so gut füllen konnten."

Weiter machte Brawn die Umstellung im Windkanal für die durchwachsene zweite Saisonhälfte verantwortlich: "Obendrein haben wir den Windkanal von 50-Prozent-Modellen auf 60-Prozent-Modelle umgestellt. Und es gab noch eine Menge andere Dinge in der Aerodynamik-Gruppe. Das hatte einen Einfluss." Die Umstellung auf größere Modelle sei laut Brawn nötig gewesen, um vor allem im Bezug auf die Reifen repräsentativere Werte zu erhalten.

Windkanal-Umstellung war nötig

Derzeit arbeiten noch zwei Teams mit kleineren Modellen, Pirelli liefert dafür extra Reifen in dieser Größe. "Aber auch mit der größten Anstrengung von Pirelli erhält man von den 60-Prozent-Modellen besseres Feedback als von den 50-Prozent-Modellen", so Brawn. Außerdem sei die Messtechnik so rasch vorangeschritten, dass im kleineren Windkanal nicht mehr ausreichend Platz war. "Über die Jahre haben wir immer mehr Equipment für Messungen, Überwachung und Checks in den Windkanal gesteckt. Wir hatten im 50-Prozent-Modell einfach keinen Platz mehr."

Zudem bieten sich bei der Arbeit mit der größeren Variante auch mehrere Möglichkeiten. "Es gab Dinge, die wir machen wollten, aber nicht machen konnten. Dafür haben wir das 60-Prozent-Modell benötigt um diese Ausstattungen hinzuzufügen. 60 Prozent ist vom Reglement her das Maximum, wir können in diesem Bereich keinen weiteren Schritt mehr machen."


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