Formel 1 - Max Chilton im Portrait

Motorsport als Familien-Leidenschaft

Max Chilton fährt in der Formel-1-Saison 2013 für Marussia. Schon 2011 durfte er F1-Luft schnuppern, anschließend ging es steil bergauf. Chilton im Portrait.
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Motorsport-Magazin.com - Max Chilton geht in der kommenden Saison für Marussia erstmals in der Formel 1 an den Start. Der neue Teamkollege von Timo Glock hatte im Jahr 2012 bereits Gelegenheit, F1-Luft zu schnuppern. Das Team setzte den jungen Briten sowohl beim Young Driver Test in Silverstone als auch im 1. Freien Training zum Großen Preis von Abu Dhabi ein. Seit dem Japan GP in Suzuka reiste Chilton offiziell als Reservefahrer mit Marussia zu den Rennen. Überhaupt war 2012 das große Jahr des Max Chilton: In seiner dritten Saison in der GP2 fuhr er zu zwei Siegen in Hauptrennen, am Hungaroring und in Singapur stand er ganz oben auf dem Podium. Nach guten Leistungen für das Marussia Carlin Team beendete er die GP2-Saison 2012 als Gesamtvierter.

Dabei war es keine große Überraschung, dass Chilton einmal für das Traditionsteam Carlin fahren würde. Sein Vater, Grahame Chilton, kaufte das Team 2009 im Rahmen seiner Capsicum Motorsport-Aktivitäten komplett auf. Chilton Senior gehört zu den dicken Fischen in der Versicherungs-Branche: Er ist der stellvertretende Vorsitzende des US-amerikanischen Groß-Unternehmens Aon Corporation, das Chilton Senior im Jahr 2008 laut Medienberichten 120 Millionen Dollar für seine Anteile an einem britischen Versicherungsunternehmen zahlte. Aon Corporation tritt ebenfalls als Sponsor für Max auf, angeblich bringt er mehr als 11 Millionen Euro Mitgift mit zu Marussia.

Chilton 2009 mit Teamkollege Daniel Ricciardo - Foto: Sutton

Dabei ist Chilton kein Quereinsteiger, sondern seit 2001 im Motorsport aktiv. 2005 wechselte er in die T Cars Championship, in der Fahrer im Alter von 14 bis 17 Jahren antreten dürfen. Nach dem Vize-Titel in seiner zweiten Saison in der Nachwuchsserie stieg der heute 21-Jährige in die Britische Formel 3 auf. Kurios: Wegen seines Alters durfte er noch nicht am ersten Rennwochenende teilnehmen, sondern erst beim zweiten Rennen ins Formel-Cockpit steigen. Im gleichen Jahr startete er als bislang jüngster Teilnehmer beim 1000 km Rennen der Le Mans Serie in Silverstone.

Dort teilte er sich das Cockpit eines LMP1-Boliden mit seinem älteren Bruder Tom, der im Tourenwagensport unterwegs ist und ebenfalls von Aon finanziell unterstützt wird. 2012 startete Tom für das Team Aon in der WTCC auf einem Ford Focus. In Silverstone belegte das Bruderpaar den fünften Platz in der LMP1-Kategorie. Max blieb dem Formelsport jedoch treu und fuhr 2008 für Hitech Racing nochmals in der Britischen Formel 3, am Ende wurde er Zehnter. Mit dem Wechsel zu Carlin, dem Team seines Vaters, ging es 2009 aufwärts: Chilton gewann zwei Rennen und wurde Gesamtvierter. Daniel Ricciardo war in dieser Saison Chiltons Teamkollege und gewann die Meisterschaft.

Chilton mit Johnny Cecotto Jr bei Force India - Foto: Sutton

Anschließend gelang Chilton der Aufstieg in die GP2-Serie, 2010 fuhr er für Ocean Racing an der Seite des Schweizers Fabio Leimer. In der darauffolgenden Saison wechselte er wieder zu Carlin, das der GP2 beigetreten war. In der GP2 Asia belegte Chilton am Saisonende den 22. Platz, in der GP2 wurde er 20. Bereits 2011 erhielt er die Chance, einen Formel-1-Boliden zu testen. Force India setzte Chilton bei den Young Driver Days in Abu Dhabi ein. 2012 fuhr Chilton seine dritte Saison in der GP2, wieder für Carlin. In seiner mit Abstand besten Saison schaffte er es schon beim Saisonauftakt in Malaysia aufs Podium und schloss die Saison mit 169 Punkten hinter Meister Davide Valsecchi, Luiz Razia und Esteban Gutierrez als Vierter ab.


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