Formel 1 - Teil 4: Teamkollegen im Vergleich

Qualifying-Giganten & Wasserträger

Die teaminternen Duelle bei Red Bull, Ferrari und McLaren waren hochspannend. Motorsport-Magazin.com nimmt die drei Top-Stallduelle unter die Lupe.
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Motorsport-Magazin.com - Der Teamkollege ist im Motorsport immer derjenige, den es als erstes zu schlagen gilt und gleichzeitig der Maßstab für die Leistung des anderen Piloten. An einem starken Teamkollegen sind in der Formel 1 schon viele Karrieren zerbrochen. Motorsport-Magazin.com blickt auf die Teamduelle der vergangenen Saison zurück - wer hatte seinen Partner fest im Griff, wer hat ihn überraschend geschlagen?

Red Bull: Vettel vs. Webber

Punkte: 281:179 - Qualifying: 11:9

Fünf gegen zwei Siege, WM-Titel gegen Platz sechs - Sebastian Vettel entschied das teaminterne Duell zum dritten Mal in Folge für sich. Dabei fuhren der Heppenheimer und Mark Webber lange Zeit auf vergleichbarem Niveau, doch ab dem Singapur Grand Prix wendete sich das Blatt deutlich. Vettel verbuchte vier Erfolge nacheinander und war fortan der klare Favorit im Titelrennen. In den letzten Läufen der Saison machte Webber seinem Teamkollegen öfter mal Platz, baute im Endspurt allerdings auch etwas ab. Interessant: Webber schrammte ganze sechs Mal als Vierter nur haarscharf am Podium vorbei, viermal in den ersten vier Grands Prix des Jahres. Dieses Kunststück gelang keinem anderen.

In Indien schubste Webber seinen Kollegen an - Foto: Sutton

Während Vettel in der vergangenen dominanten Saison das Nonplusultra im Qualifying war, sah die Samstags-Angelegenheit 2012 anders aus. Nur knapp setzte er sich gegen Webber durch, holte allerdings auch insgesamt sechs Pole Positions. Webber fuhr lediglich zweimal auf Startplatz 1. Unter dem Strich entschied Vettel das teaminterne Duell klar für sich, diesmal aber nicht mehr so überlegen wie noch im Vorjahr.

Ferrari: Alonso vs. Massa

Punkte: 278:122 - Qualifying: 17:3

Klare Angelegenheit bei der Scuderia: Fernando Alonso behauptete seinen Anspruch als Team-Leader auch auf der Strecke. Während der WM-Zweite durch die Saison hinweg konstant starke Leistungen zeigte, brauchte Massa zu viel Anlaufzeit. Erst nach der Sommerpause drehte der Brasilianer auf und fand zu seiner Form. Ein Zahlenspiel: Massa fuhr in den ersten zehn Rennen zu 23 Punkten, in der zweiten Hälfte erzielte er 99 Zähler. Vize-Champ Alonso holte in den letzten zehn Rennen lediglich 25 Punkte mehr. Dank Massas katastrophaler Hinrunde fiel das teaminterne Ergebnis jedoch eindeutig aus.

Alonsos Wasserträger: Massa - Foto: Sutton

Gleiches galt für die Performance im Qualifying: Mit 17:3 gewonnenen Zeittrainings setzte sich der Spanier überlegen durch. Doppelt bitter in diesem Fall für Massa - der F2012 war in der abgelaufenen Saison meist nur für die dritte bis vierte Startreihe gut und selbst Alonso musste sich häufig erst einmal nach vorn kämpfen. Da Alonso am Ende der Saison mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto hatte wie Massa, sind die Kräfteverhältnisse in Maranello eindeutig.

McLaren: Hamilton vs. Button

Punkte: 190:188 - Qualifying: 17:3

Eng, enger, McLareng. Lewis Hamilton setzte sich in seiner letzten Saison für die Briten nur hauchdünn gegen Jenson Button durch. Die beiden Chrompfeile erlebten eine Saison voller Aufs und Abs. Nach starkem Beginn - Hamilton dreimal auf dem Podium, Button mit Sieg und Platz 2 in den ersten drei Grands Prix - ging es bergab. Vor allem Hamilton hatte nicht wenig Pech im Jahr 2012, gleich sechsmal fiel er vorzeitig aus. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte wurde er von unverschuldeten Kollisionen und technischen Problemen geplagt und ließ beim Kampf an der Spitze zahlreiche Punkte liegen. Ausfälle und Siege reihten sich aneinander, am Ende stand Hamilton viermal ganz oben auf dem Podium. Button verbuchte drei Erfolge für sich. Er lieferte im Schnitt mehr mittelmäßige Rennperformances als sein Teamkollege.

Durften immer frei fahren: Hamilton & Button - Foto: Sutton

Das teaminterne Qualifying war dagegen eine glasklare Angelegenheit. Hamilton setzte sich mit 17:3 gewonnenen Zeittrainings durch und lieferte damit wieder einmal einen Beweis für seinen bemerkenswerten Speed. Hamilton fuhr siebenmal auf die Pole, in Spanien verlor er zudem Startplatz 1 nach der Disqualifikation. Elfmal startete er aus der ersten Reihe. Button qualifizierte sich lediglich fünfmal für Startreihe 1 und kam nicht über eine Pole Position hinaus. In Sachen reiner Performance hatte Hamilton in seinem letzten McLaren-Jahr also deutlich die Nase vorn.


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