Formel 1 - Lowdon wettert nach Glock-Crash gegen Vergne

Das hat unser Rennen zerstört

Für Graeme Lowdon, Sportdirektor bei Marussia, ist klar, wer dem Team Rang zehn bei den Konstrukteuren vermasselte.
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Motorsport-Magazin.com - Marussia-Sportdirektor Graeme Lowdon macht Jean-Eric Vergne dafür verantwortlich, dass sein Team den äußerst wichtigen zehnten Rang in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure verlor. Der Toro-Rosso-Pilot war Timo Glock in der Vorbereitung auf den Restart der ersten Safety-Car-Phase ins Heck gerauscht. Glock musste an die Box kommen, während der Rest des Feldes unter grünen Flaggen im vollen Renntempo fuhr. Von da an hing der Marussia-Pilot hinterher und konnte mit seinem beschädigten Auto nichts mehr ausrichten.

Er ist einfach nur geradeaus in Timos Heck gefahren und hat sein Auto zerstört.
Graeme Lowdon

Daher sieht Lowdon in dem Auffahrunfall die entscheidende Szene im Kampf um Platz zehn bei den Konstrukteuren. "Das hat unser Rennen zerstört", erklärte er gegenüber Autosport. "Er ist einfach nur geradeaus in Timos Heck gefahren und hat sein Auto zerstört. Sicherlich war die Aerodynamik am Heck beschädigt, und er verursachte einen Platten, aber es war nicht auf den ersten Blick ersichtlich, weshalb er eine ganze Runde damit weiterfuhr", erläuterte Lowdon die Folgen des Crashs.

"Wir waren zu diesem Zeitpunkt eine Meile vor Caterham", war er überzeugt. Bei den ersten Boxenstopps habe das Team alles richtig gemacht. Das Safety Car sei nicht zu Glocks Gunsten gewesen, weil er dadurch seinen Vorsprung auf die Verfolger einbüßte. "Aber er hatte immer noch einige Autos zwischen ihm und [Vitaly] Petrov. Und er hatte sicherlich die Pace, denn wir konnten ihnen einfach davonfahren. Es ist nicht das erste Mal, dass uns ein Toro Rosso reingefahren ist, aber dieses Mal hat es uns unglaublich viel gekostet", wetterte er gegen das Schwesterteam von Weltmeister Red Bull.

So einfach ist das

Dabei schlägt Lowdon weniger das entgangene Preisgeld auf den Magen, als der moralische Rückschlag für das Team. "Es geht weniger um das Finanzielle, es geht mehr um die Tatsache, dass jeder wirklich, wirklich hart gearbeitet und sich in diese Position gebracht hat", erläuterte der Sportdirektor. Das Team gehe nun in eine unsichere Phase, es gebe noch kein Concorde Agreement, weshalb man so weit oben in der Rangordnung sein wollte wie möglich. Denn Lowdon will sichergehen, dass Marussia wie alle anderen Teams behandelt wird.

Wir haben absolut alles getan, was wir konnten.
Graeme Lowdon

"Aber für die Leute im Team und in der Fabrik in Banbury, die hart gearbeitet haben, ist es frustrierend, wenn man nicht das Resultat abliefern kann, dass jeder verdient hat. Wenn wir es vermasselt hätten, die falsche Strategie gewählt hätten, oder die Fahrer einen Fehler gemacht hätten, dann könnten wir die Hände hochnehmen", meinte Lowdon. "Aber wir haben absolut alles getan, was wir konnten." Der Unfall erscheine ihm vollkommen vermeidbar. Man solle kein Auto unter Safety-Car-Bedingungen touchieren. "So einfach ist das."

Doch nach dem ungeschickten Manöver von Jean-Eric Vergne war der zehnte Rang bei den Herstellern eigentlich noch nicht verloren, denn Charles Pic lag vor Caterham-Pilot Vitaly Petrov. Dieser setzte sich jedoch am Marussia-Piloten vorbei und sicherte so WM-Rang zehn für Caterham. Gerüchten, dass der in der kommenden Saison für Caterham startende Pic seinem künftigen Arbeitgeber damit einen Gefallen getan hätte, trat Lowdon entgegen. "Ich bin mir sicher, dass das nicht so war. Es gibt nichts Schlimmeres für ihn, als dorthin zu gehen und zuvor von einem ihrer Fahrer überholt worden zu sein", erläuterte Lowdon. "Er muss auf seinen professionellen Stolz achten."


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