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Formel 1 - Interview - Bruno Senna

Niemand will einem anderen rein fahren

Bruno Senna sprach mit Motorsport-Magazin.com über seine Kollision mit Sebastian Vettel – und warum er keinen Schuldigen sieht.
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Motorsport-Magazin.com - Wie war für dich die Situation mit Sebastian Vettel?
Bruno Senna: Ich hatte einen sehr guten Start, habe gleich ein paar Positionen gut gemacht, ich bin dann innen an di Resta vorbei gegangen, Sebastian war außen, deshalb konnte er mich vielleicht nicht richtig sehen, als er, sagen wir mal, sehr entschlossen nach innen in Richtung Scheitelpunkt der Kurve gezogen hat. Als ich es gemerkt habe, habe ich noch versucht, ihm auszuweichen, aber da war absolut kein Platz, dann sind wir kollidiert. Sebastian hat nicht so viel Erfahrung mit Starts im Mittelfeld, wo es immer sehr eng wird, wo man extrem aufpassen muss, dem anderen den nötigen Raum zu lassen, deshalb hat er vielleicht etwas zu energisch reingezogen.

Blödes Gefühl, mit einem WM-Kandidaten einen Crash zu haben?
Bruno Senna: Natürlich möchte niemand jemand anderem rein fahren, schon gar nicht jemandem, der um den WM-Titel kämpft und damit eine WM beeinflussen. Aber Unfälle passieren einfach mal. Das war das erste Mal in diesem Jahr, dass ich durch einen Unfall in der ersten Runde draußen war. Aber Sebastian ist ja zum Glück doch noch Weltmeister geworden, ich denke, er wird sicher eine nette Nacht heute in Sao Paulo haben.

Sebastian hat nicht so viel Erfahrung mit Starts im Mittelfeld, wo es immer sehr eng wird, wo man extrem aufpassen muss.
Bruno Senna

War Dir eigentlich sofort klar, dass es Sebastian ist?
Bruno Senna: Nein, ich habe nur einen Red Bull gesehen, nicht den Helm. Erst als ich aus dem Auto draußen war, habe ich gemerkt, dass Webber vorbeikam, Vettel erst mal nicht.

Hast Du gehofft, dass er auf jeden Fall noch Weltmeister wird, damit die Diskussionen nicht gar so wild werden?
Bruno Senna: Ach - solche Dinge passieren einfach immer mal, sind schon öfters vorgekommen. Und dass die Stewards nicht einmal eine Untersuchung eingeleitet haben, wo doch heute jede Kleinigkeit untersucht und bestraft wird, zeigt mir, dass die auch der Meinung waren, dass das ein ganz normaler Rennunfall war.

Für Dich selbst war es natürlich auch kein schönes Jahresende...
Bruno Senna: Natürlich nicht, ich hatte das Gefühl, dass das Auto heute wirklich sehr gut gewesen wäre, es hat sich auf den ersten Metern schon toll angefühlt. Da wäre was möglich gewesen wäre. Und das das gerade hier passiert, zu Hause, ist natürlich besonders schade.


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