Formel 1 - Whitmarsh: Ich wäre angepisst gewesen

Ferraris Getriebe-Manöver war eine harte Sache

Martin Whitmarsh fand das Verhalten von Ferrari vor dem Rennen in Austin nicht gerade korrekt. Er bedauerte jene Fahrer, die darunter zu leiden hatten.
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Motorsport-Magazin.com - McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh war am Sonntag in Austin nicht unbedingt ein Fan von den Vorgängen bei Ferrari vor dem Start des Rennens. Die Scuderia hatte absichtlich das Siegel am Getriebe von Felipe Massas Auto aufgebrochen, damit der Brasilianer fünf Startplätze nach hinten versetzt wird, da ein Bruch des Siegels gleichbedeutend mit einem Getriebewechsel ist. Dadurch gewann dessen Teamkollege Fernando Alonso nicht nur einen Startplatz, er konnte sein Auto auch auf der sauberen Seite der Startaufstellung in Position bringen und so beim Start von Position sieben bis auf Platz vier nach vorne fahren.

Das Härteste ist, dass es eine Reihe von Leuten auf die langsamere Seite der Startaufstellung brachte
Martin Whitmarsh

Was Whitmarsh dabei sauer aufstieß, war die Tatsache, dass unter der strategischen Entscheidung Ferraris noch einige andere zu leiden hatten. So rutschten Nico Hülkenberg, Romain Grosjean und Bruno Senna von der sauberen Startseite auf die schmutzige. "Das Härteste ist, dass es eine Reihe von Leuten auf die langsamere Seite der Startaufstellung brachte. Leider betraf es uns nicht. Wir waren auf der langsameren Seite und blieben dort. Aber ich denke, hätte ich mich auf der schnellen Seite der Startaufstellung qualifiziert und wäre dann auf die langsame verschoben worden, wäre ich ziemlich angepisst gewesen", sagte Whitmarsh.

Der falsche Weg

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hatte nach dem Rennen zugegeben, gar nicht an Fahrer anderer Teams gedacht zu haben, als er die Entscheidung traf, bei Massas Auto das Getriebesiegel brechen zu lassen. Für Whitmarsh stand fest, dass solche taktischen Spielchen nicht die Art und Weise sind, wie Teams geleitet werden sollen. "Das glaube ich nicht. Ich denke persönlich, das war eine ziemlich harte Sache. Ich kritisiere niemanden dafür, was er macht. Teamchefs müssen entscheiden, wie sie ihre Teams führen und es ist sehr klar, dass Ferrari voll auf Fernando konzentriert ist."

Alle müssen den Rennsport so betreiben, wie sie es für angemessen erachten
Martin Whitmarsh

Whitmarsh nahm an, dass so ein Vorgehen für Alonso durchaus angemessen ist. "Wir dürfen nicht vergessen, als er bei uns war, verließ Fernando uns, weil wir so etwas nicht gemacht haben. Alle müssen den Rennsport so betreiben, wie sie es für angemessen erachten", betonte Whitmarsh. Alonso war 2007 bei McLaren gefahren und lieferte sich damals einen harten teaminternen Kampf mit Rookie Lewis Hamilton. Das britische Team verzichtete dabei auf jegliche Einflussnahme und es kam zu einigen Spannungen. Alonso verließ McLaren nach nur einer Saison wieder.


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