Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso wollte nach seinem neunten Platz im Qualifying zum US Grand Prix in Texas nicht verzagen. Aus seiner Sicht war im WM-Kampf gegen Sebastian Vettel noch gar nichts verloren. Der Deutsche wird das Rennen am Sonntag von der Pole Position aus starten, Alonso fährt als Achter los, da der im Qualifying vor ihm platzierte Romain Grosjean wegen eines Getriebewechsels fünf Positionen verliert und hinter ihn zurückfällt. In der Weltmeisterschaft liegt Vettel zwei Rennen vor Schluss zehn Punkte vor dem Ferrari-Piloten.
Alonso sollte also nach Möglichkeit Punkte gutmachen, statt sie zu verlieren, was von seiner Ausgangsposition schwierig werden dürfte. Er blieb aber optimistisch. "Es ist die gleiche Herangehensweise wie das ganze Jahr. Wir waren im Qualifying immer Sechster oder Siebter und kämpfen trotzdem um die Weltmeisterschaft. Ich will mehr Punkte einfahren als Sebastian, das wäre schön. Es ist ein sehr langes Rennen", sagte der Spanier.
Während der 52 Runden auf dem Circuit of The Americas erwartete Alonso von Anfang bis Ende eine Fahrt am Limit, um sich so gut wie möglich zu platzieren. Da der Reifenabbau in den Trainings sehr gering war, sollte es möglich sein, über die gesamte Distanz zu pushen, ohne Probleme mit den Pneus zu bekommen.
Von den Fahrern vor ihm kann er erwarten, dass der von Position sechs startende Felipe Massa ohne größere Schwierigkeiten Platz machen wird. Alonso musste seinem Teamkollegen für sein gutes Qualifying Respekt zollen. "Er war durchwegs schneller, das war ein super Qualifying für ihn." Nico Hülkenberg, der direkt vor Alonso startet, wird nicht so einfach aus dem Weg gehen. Und dann ist da noch Rekordweltmeister Michael Schumacher, der wie Lewis Hamilton, Mark Webber und Kimi Räikkönen noch vor dem Spanier steht.
Somit sind zwei Landsmänner Vettels im Weg, was Alonso aber keine besonderen Sorgen machte. "Nein, das glaube ich nicht. Sie sind super Fahrer, jeder kämpft gegen jeden, aber man respektiert sich. Ich sehe da keinen Unterschied, nur weil sie Deutsche sind." Stattdessen hatte er ein klares Ziel und das hieß Vettel. Die Dominanz des Red-Bull-Piloten im Qualifying war für Alonso keine Überraschung gewesen. "Aber das Rennen ist wie immer morgen. Ich glaube immer noch, dass wir morgen die Lücke zu Sebastian verkleinern und nur das zählt. Er startet von Pole und hat eine sehr starke Pace, aber das Rennen wird lange und schauen wir, ob wir unsere Möglichkeiten nutzen können."
Sollte Vettel gewinnen, braucht Alonso zumindest Platz vier, um die Weltmeisterschaft noch offen zu halten. Mit Minimalzielen wollte er sich aber nicht abgeben, auch wenn er wusste, dass nur Vettel sein Schicksal in eigenen Händen hält. "Wir werden sehen, wie der Start läuft. Wenn er das Rennen gewinnt und dann auch in Brasilien erfolgreich ist, wird er Weltmeister sein - und das verdient. Es läuft aber nicht immer alles für jeden glatt. Wir kämpfen, um es in Q3 zu schaffen, also haben wir es heute auf wundersame Weise dort hingeschafft und werden versuchen, weiter an unserer Hoffnung festzuhalten. Wie ich sagte, aus irgendeinem Grund habe ich das eigenartige Gefühl, dass wir morgen die Lücke verkleinern."