Formel 1 - Hembery verteidigt Reifenwahl

Mit Sicherheitspolster ins Unbekannte

Pirelli musste für die konservative Reifenwahl in Austin Kritik einstecken. Doch Paul Hembery wehrt sich: Weichere Reifen wären ein zu großes Risiko gewesen.
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Motorsport-Magazin.com - Viele kritische Stimmen musste Pirelli im Fahrerlager über sich ergehen lassen, wenn es um die mitgebrachten Reifenmischungen ging. Die Mischungen Weich und Hart erwiesen sich als so haltbar, dass es im Rennen kaum strategische Variationen geben und mit einem Stopp durchgefahren werden wird. Manche Teams gehen sogar davon aus, dass man theoretisch ohne Boxenstopp durchkommen könnte, was aber aufgrund des Reglements, das vorsieht, dass beide Reifentypen verwendet werden müssen, nicht möglich ist.

Auf den harten Reifen war es nicht einfach, den richtigen Grip zu finden - Foto: Sutton

Hembery verteidigte die vorsichtige Herangehensweise: "Man muss bedenken, dass wir am Ende der Saison sind und wir müssen unsere Entscheidungen auch darauf basierend fällen. Wir treffen unsere Wahl zwei Monate vor den Rennen." Außerdem habe ein möglicher WM-Kampf die Entscheidung mit beeinflusst: "Wenn es eine Sache gab, über die wir nicht sicher waren, war es, am Ende der Saison zu aggressiv vorzugehen. Wir wollten nicht, dass die Medien auf uns zugehen und uns fragen, ob wir die Weltmeisterschaft entscheiden würden."

Der Hauptgrund für die mitgebrachten Reifen sei aber die Unkenntnis über den verwendeten Asphalt gewesen: Basierend auf den jetzt gemachten Erfahrungen hätte Pirelli die Reifentypen Weich und Superweich angekarrt, aber man habe vor dem Rennen keinerlei Kenntnis über den Asphalt in Austin gehabt, wodurch eine solche Entscheidung im Vorfeld zu riskant gewesen wäre. "Man muss einen heiklen Balanceakt meistern. Mit der Entscheidung, die wir mit der damaligen Kenntnis gefällt haben, lagen zum wir Zeitpunkt unserer Reifenwahl richtig."

Hembery betonte weiter, dass die Reifenwahl in der kommenden Saison wesentlich früher getroffen werde: "Wir kennen nun die Strecken sehr gut, wir wissen, wie die Autos funktionieren und fühlen, dass wir aggressiver vorgehen können. Dann kommunizieren wir unsere Entscheidungen früher und können so nicht dafür kritisiert werden, den Titelkampf zu beeinflussen." Für die Strecke hatte Paul Hembery einige lobende Worte parat: "Wie alle haben auch wir das Layout für interessant befunden. Es dürfte sehr anregend für die Fahrer sein, hier zu fahren."


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