Formel 1 - Todt: Neue Startgelder sind fairer

Demokratisch

FIA-Präsident Jean Todt verteidigt die Erhöhung der Startgelder sowie der Super-Lizenzen und erklärt, warum das neue System durchaus Sinn ergibt.
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Motorsport-Magazin.com - Auf die Formel-1-Teams kommt in der kommenden Saison ein erhöhtes Startgeld zu, wie die FIA in der vergangenen Woche bekanntgab. Das Nenngeld betrug bislang 309.000 Euro pro Team, 2013 werden noch einmal rund 400.000 Euro veranschlagt. Als Grund gab FIA-Präsident Jean Todt die zusätzlichen Aufgaben, wie Zeitnahme und Wetter-Service an, die die Teams vorher separat bezahlen mussten. "Im Moment beträgt das Startgeld 309.000 Euro", so Todt. "Hinzu kommen die Gebühren in Höhe von rund 400.000 Euro, zusammen gefasst also 750.000 bis 1,3 Millionen Euro." Die Erhöhung betrifft vor allem die größeren Teams. "Die kleinen Teams zahlen weniger, etwa 640.000 Euro bis eine Million Euro", erklärte Todt. "Wir sprechen von sechs aus zwölf Teams."

In jedem demokratischen Land zahlt man seine Steuern anhand des Verdienstes.
Jean Todt

Christian Horner und Martin Whitmarsh konnten die Erhöhung zwar nachvollziehen, doch sie fragten sich, warum dies ausgerechnet in Zeiten der großen Einsparungen passiere. Todt argumentierte, dass die FIA das Geld benötige, um weiter ihren Aufgaben nachkommen zu können. Neben den erhöhten Startgeldern steigen auch die Kosten für die Super-Lizenz der Fahrer sowie die Zahlungen der FOM. "Ich denke, das ist fair", meinte Todt. "Wir benötigen das Geld, um Programme für andere Aktivitäten unserer Organisation zu erschaffen."

Dies sei für Todt absolut nötig, wenn die FIA ihre Aufgabe erfüllen will: den Sport sowie das Mobilitätsprogramm in all seinen Aspekten, von ganz unten bis auf das höchste Level, zu fördern. Laut dem FIA-Boss sei es im Hinblick auf die Teamgebühren normal, dass die Großen mehr zahlen müssten, um an der Formel 1 teilzunehmen. "Die größten Teams mit den größten Einkommen zahlen mehr", argumentierte er. "In jedem demokratischen Land zahlt man seine Steuern anhand des Verdienstes." Der FIA-Etat aus diesen Zahlungen würde sich laut Todt um 30 Prozent erhöhen.

Wenn man 20 bis 30 Millionen Dollar verdient, kann man sich auch 250.000 Dollar für die Super-Lizenz leisten.
Jean Todt

Ähnlich sei es bei den Super-Lizenzen, die die Fahrer erstehen müssen, um in der F1 zu fahren. Laut Medienberichten sollen sich die Kosten zur kommenden Saison erhöhen. Zuletzt ärgerte sich Jenson Button über die gestiegenen Gebühren und meinte, dass die Kosten für alle Fahrer gleich hoch sein sollten statt nach erzielten WM-Punkten bemessen zu werden. "Wenn man den Führerschein bekommt, zahlt man ja auch nicht mehr, weil man mehr Kilometer fährt", sagte der McLaren-Pilot.

Todt sieht diese Angelegenheit etwas anders. "Die Fahrer verdienen es zwar, aber wenn man 20 bis 30 Millionen Dollar verdient, kann man sich auch 250.000 Dollar für die Super-Lizenz leisten", sagte der Franzose. "Wenn man kein Geld verdient, zahlt man 10.000 Euro." Die Piloten zahlen 10.000 Dollar für die Lizenz sowie 1.000 Dollar für jeden eingefahrenen Weltmeisterschafts-Zähler.


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