Formel 1 - Button: Vettels Mut beugt Peinlichkeit vor

Es hätte auch knallen können

Jenson Button verhielt sich gegenüber dem schnelleren Sebastian Vettel kurz vor Rennende fair. Der Deutsche habe aber auch alle Vorteil auf seiner Seite gehabt.
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Motorsport-Magazin.com - "Es wäre ziemlich peinlich für ihn gewesen, wenn er nicht an mir vorbeigekommen wäre", meinte Jenson Button mit Blick auf sein Duell mit Sebastian Vettel in den letzten Runden des Großen Preises von Abu Dhabi, das der Brite letztendlich verlor und sich deshalb mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben musste. Immerhin Spaß habe ihm die Auseinandersetzung mit dem WM-Führenden aber bereitet. "Wir hatten einen guten Kampf und überhaupt hatte ich heute einige starke Duelle auf der Strecke, auch mit Webber, Alonso und Maldonado - besonders mit Letzterem hat es Spaß gemacht, das habe ich wirklich genossen", sagte Button nach dem Zieleinlauf.

Es wäre ziemlich peinlich für ihn gewesen, wenn er nicht an mir vorbeigekommen wäre.
Jenson Button

Auf die Frage, ob es unmöglich war, Vettel am Ende beim Sturm aufs Podium aufzuhalten, antwortete Button mit seinem bekannt trockenen britischen Humor: "Ja, denn er ist ja schließlich vor mir angekommen." Zu unterlegen sei er am Schluss gewesen, um noch etwas dagegenzusetzen, außerdem habe der Rennverlauf klar seinem Gegenüber in die Karten gespielt. "Seb war schnell und gut unterwegs, aber ohne die beiden für ihn sehr gut passenden Safety-Car-Phasen wäre er sicher nicht hier vor gekommen. Da hatte er schon Glück, denn ohne das zweite Safety-Car wäre er 20 Sekunden hinter mir gewesen - dann hätte es für ihn mit dem Aufholen schon gleich ganz anders ausgesehen."

Reifennachteil zu eklatant

Auf der Lauer: Button hatte die Spitze lange in Sicht - Foto: Sutton

Trotzdem stellte Button fest: "So ist das eben: Manchmal hat man Glück und manchmal eben nicht." Vettel, der auf frischeren weichen Pneus unterwegs war, habe am Schluss auch davon profitieren können, dass die harten Reifen an Buttons MP4-27 schon recht aufgebraucht gewesen wären. "Das lag daran, dass ich davor die ganze Zeit versucht hatte, an Fernando vorbeizukommen." Alonso habe er zwar folgen, nie aber wirklich Paroli bieten können. "Besonders nach dem letzten Safety-Car konnte ich mit ihm nicht mehr mit mithalten - dazu fehlte uns vor allem die Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden und auch seine Traktion war viel besser als unsere - und mit Sebastian auf seinen frischen Reifen schon recht nicht."

Zwar habe er den Heppenheimer ein paar Runden lang in Schach halten können. "In erster Linie dadurch, dass ich mir mein KERS eingeteilt und mein Bestes gegeben habe, wann immer er das DRS offen hatte." Aber am Ende sei dem Deutschen auf der Außenbahn nach der zweiten DRS-Zone ein gutes Manöver gelungen. "Ich hätte mich natürlich auch weiter hinaustragen lassen können, aber dann hätten wir uns berührt und das wäre nicht richtig gewesen. Mutig war es von ihm trotzdem, denn wenn ich mich da verbremst hätte und weiter geradeaus gerutscht wäre, hätte es geknallt. So gesehen war es ein eher ungewöhnliches Manöver, dass ich so auch nicht unbedingt erwarten konnte", räumte der McLaren-Pilot ein.

Ich hätte mich natürlich auch weiter hinaustragen lassen können, aber dann hätten wir uns berührt und das wäre nicht richtig gewesen.
Jenson Button

Gratulieren wollte Button nach einem turbulenten Grand Prix auch Lotus-Rennsieger Kimi Räikkönen. "Kimi ist vielleicht ein Mann weniger Worte - dafür ist er ein Racer und es ist schön, zu sehen, dass er das hier hat beweisen können. Er verdient den Sieg", so der 32-Jährige, der Parallelen zwischen sich und dem Finnen ausmachte. "Er ist auch nur wegen dem Rennfahren hier, weil es das ist, was er liebt." Der Fokus gelte nun aber nicht der Konkurrenz sondern der Vorbereitung auf den nächsten Lauf in Texas. "Der Kurs dort sieht interessant und spannend aus - zudem ist es gut, wieder in den USA zu sein. Das ist wichtig für den Sport", erklärte Button, der voller Vorfreude anfügte: "Austin ist eine junge und belebte Stadt und das wird hoffentlich eine Menge Leute anziehen."


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