Formel 1 - Vettel muss weiter um Startplatz zittern

Strafversetzung möglich

Noch steht Sebastian Vettel auf Startplatz 3 für den drittletzten Grand Prix der Saison. Aber ihm droht eine Strafversetzung ans Ende des Feldes.
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Motorsport-Magazin.com - Helle Aufregung im künstlich beleuchteten Fahrerlager von Abu Dhabi. Während Lewis Hamilton seine Pole Position feierte, mussten Vertreter von Red Bull und Renault bei den Rennkommissaren antreten. Der Grund: Sebastian Vettel blieb nach seiner schnellen Runde im Q3 (die ihm Platz drei sicherte) auf dem Rückweg an die Box in Kurve 19 stehen.

Sofort wurden Erinnerungen an Lewis Hamiltons Pole in Barcelona in diesem Jahr wach. Diese verlor der McLaren-Pilot nachträglich, weil er ohne ausreichend Sprit stehen geblieben war. Das ist gemäß Artikel 6.6.2 des Technischen Reglements nicht erlaubt. Dieser besagt, dass bei der Kontrolle noch ein Liter Benzin im Tank sein muss, um eine Probe zu entnehmen.

Das Team hat mir gesagt, dass ich relativ zügig zurückkommen soll, was dagegen spricht, dass wir beim Sprit am Limit waren.
Sebastian Vettel

Vettel sah kurz nach dem Qualifying keinen Grund zur Aufregung, kannte den Grund für den Stopp allerdings auch nicht. "Es sollte nichts Schlimmes sein", meinte er. Wegen Benzinmangels habe er das Auto zumindest nicht parken müssen. "Nein, das glaube ich nicht. Wir haben diese Übung schon öfter gemacht, das sollte kein Problem darstellen", sagte er gegenüber Motorsport-Magazin.com.

"Ich sollte auf der Strecke anhalten", erklärte er mit etwas Abstand am Abend. "Das Team hat mir gesagt, dass ich relativ zügig zurückkommen soll, was dagegen spricht, dass wir beim Sprit am Limit waren." Aus seiner Sicht sei alles normal gewesen. "Ich bekam relativ kurz und knapp die Anweisung, das Auto anzuhalten, aber das passiert mit Sicherheit nicht grundlos."

Das Team erhielt laut Teamchef Christian Horner eine Aufforderung von Motorenpartner Renault, das Auto sofort anzuhalten. Mehrere Stunden nach dem Qualifying gestand Horner, dass es tatsächlich ein Problem mit dem Benzinsystem des Autos gegeben habe. Ob dies mit einer defekten Pumpe oder anderen technischen Probleme zu tun hatte, ist noch nicht bekannt.

Das Reglement besagt, dass nur, wenn die Stewards der Ansicht sind, es handele sich um höhere Gewalt, keine Strafe ausgesprochen wird. McLaren-Boss Martin Whitmarsh weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig dieses Argument anzuführen ist: "Wir haben in Barcelona probiert, damit zu argumentieren und kamen nicht weit."


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