Formel 1 - Erklärt: Die neuen Kerbs in Abu Dhabi

Es hat sich ausgeknallt

In diesem Jahr sorgt eine Streckenänderung in Abu Dhabi für Aufsehen: Die Fahrer müssen sich an neue Kerbs gewöhnen. Motorsport-Magazin.com erklärt die Gründe.
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Motorsport-Magazin.com - Vorsicht, Kerb! In diesem Jahr wartet Abu Dhabi mit einer nicht unwesentlichen Streckenänderung auf. An diesem Wochenende wurden einige Kerbs künstlich leicht erhöht, nämlich auf den Scheitelpunkten der Kurven 5, 6, 12, 13, 14, 18 und 19. Mit dieser Neuerung wartet der Yas Marina Circuit in diesem Jahr auf, um zu verhindern, dass die Fahrer auf ihren schnellen Runden abkürzen und über die Kerbs brettern. Dank der Erhöhung in den sieben Kurven dürften sich derartige Aktionen in Grenzen halten, sonst könnte es unter Umständen böse enden.

Wenn man die richtig trifft, dann ist die Runde erst einmal dahin und die Aufhängung vielleicht auch.
Nico Hülkenberg

"Ich glaube, die Strecke ist dadurch um einiges langsamer geworden und wenn man die richtig trifft, dann ist die Runde erst einmal dahin und die Aufhängung vielleicht auch", sagte Nico Hülkenberg im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Der künftige Sauber-Pilot habe während der Trainings in Abu Dhabi jedoch keinen Piloten gesehen, der auf diese Weise abgekürzt hat. Jenson Button, der einzige Pilot, der in jedem der drei bisherigen Rennen im Wüstenstaat auf das Podium fuhr, begrüßte die Änderung in den Kurven.

"Es ist gut, dass die Kerbs nun höher sind", so der McLaren-Pilot. "Im vergangenen Jahr haben wir wahrscheinlich mehr Platz auf der Strecke genutzt als wir eigentlich sollten, denn es gab keinen Kerb, der dich davon abhielt, die weißen Linien zu verlassen. Jetzt bleiben wir alle innerhalb der Strecke." In den vergangenen Jahren wurden in den Kurven acht und neun bereits erhöhte Kerbs installiert, jetzt ist der 5,554 km lange Kurs mit den strengeren Begrenzungen durchzogen. "Jetzt kann da niemand mehr so voll über die Kerbs knallen, jetzt muss man mehr auf der Strecke bleiben", stellte Bruno Senna fest.

Die Innenseite der Kerbs wurde erhöht - Foto: Sutton

Für Williams könnte sich die Maßnahme möglicherweise sogar positiv auswirken, denn laut Senna sei das Auto auf den Kerbs sowieso nie gut gewesen. Am Freitag hatten die Fahrer insgesamt 180 Minuten Zeit, sich mit den neuen Umständen vertraut zu machen und ihre Fahrlinien entsprechend anzupassen. "Das ist schon etwas anderes", sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg zu Motorsport-Magazin.com. Die Streckenorganisatoren nahmen die Änderungen auf Wunsch der Fahrer vor. An diesem Wochenende unterscheiden sich die Kerbs teilweise in der Höhe, in den langen, engen Kurven sind sie beispielsweise leicht erhöht.

Streckenchef Richard Cregan ist von der Idee seines Technikteams begeistert. "Das Tolle daran ist, dass man die inneren Kerbs austauschen kann", erklärte er. "Das ist das erste Mal, dass ein Kurs so etwas verwendet. Man kann einen bestimmten Bereich des Kerbs entfernen und ihn an verschiedene Rennsportarten anpassen." Dank dieser Flexibilität könne er sich vorstellen, dass dieses System auch auf anderen Rennstrecken zur Anwendung kommt. Ein Risiko besteht übrigens nicht: Die Kerbs wiegen zwei Tonnen und sind fest auf ihrer Position verschraubt.


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