Formel 1 - Lotus reist unzufrieden aus Indien ab

Guter Speed, schlechte Position

Lotus bezahlte im Rennen für ein Setup, das auf zu viel Abtrieb ausgelegt war. Für Räikkönen war hinter Massa auf Rang sieben Schluss, Grosjean wurde Neunter.
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Motorsport-Magazin.com - Für ein Team, das über gewisse Strecken der Saison siegfähig war, sind die Plätze sieben und neun keine zufriedenstellende Ausbeute. Nichts zu beschönigen hatte Teamchef Eric Boullier: "Wir sind frustriert, dass wir es nicht besser gemacht haben." Kimi Räikkönen biss sich die Zähne an Felipe Massa aus und blieb auf Rang sieben hängen, während Grosjean sich immerhin vom zwölften Startplatz auf den neunten Endrang verbesserte.

Ich denke, wir hatten die Pace, ein bisschen weiter nach vorne zu kommen. Wir müssen ganz klar an unseren Qualifyings arbeiten und dort einen besseren Job erledigen.
Eric Boullier

"Ich hatte heute ein gutes Auto, mit dem ich aber nichts anfangen konnte, weil ich einfach auf der Geraden nicht überholen konnte" ärgerte sich Räikkönen. "Das ist ein bisschen frustrierend, aber so laufen die Dinge. Wir haben uns selbst mit dem Setup, das wir gestern gewählt haben, in diese Situation gebracht und heute dafür den Preis gezahlt." Lotus habe den Speed gehabt, aber an den falschen Stellen, maulte er. "Und wenn man dann hinter jemandem festhängt, gibt es nicht viel, was man tun könnte."

Zu wenig Topspeed auf der Geraden

Während Räikkönen sich das gesamte Rennen über das Heck von Felipe Massa anschauen durfte, musste Romain Grosjean seine Schlappe aus dem Qualifying auswetzen. Ganz zufrieden war er mit der Steigerung um drei Positionen ebenfalls nicht: "Vom zwölften Startplatz aus Neunter zu werden ist gut, aber wir hätten es besser machen können" fasste er zusammen. "Ich denke, es war ein ganz gutes Rennen von mir, meinen Ingenieuren und der Crew bei den Boxenstopps. Wir haben alles gegeben, was wir konnten; alle arbeiteten auf 100 Prozent, aber heute hat etwas Speed auf der Geraden gefehlt, was es unmöglich macht, zu überholen."

Was er schilderte, ist alarmierend für Lotus: "Ich habe auf jeder Runde gepusht - es war wie 90 Minuten Qualifying - und habe alles versucht, das Beste aus dem Auto herauszuholen, deshalb bin ich recht glücklich." Das heißt nichts weiter als dass das Auto zu langsam war - und das nicht nur geradeaus. Die schnellsten Runden weisen beiden Lotus-Piloten nur Mittelfeldpositionen aus. Alan Permane, der leitende Ingenieur bei Lotus an der Strecke, sah das wiederum anders: "Beide Fahrer haben von exzellenten Autos im Rennen berichtet, was gut ist."

Wo liegt der Hund begraben?

Für Räikkönen gab es einfach kein Vorbeikommen an Massa - Foto: Sutton

Das Problem lag für ihn eher bei der Rennstrecke: "Man kann hier kaum überholen", beschwerte er sich in Richtung Hermann Tilke. "Selbst wenn es hier eine lange Gerade gibt, ist die DRS-Zone nicht allzu lang. Es ist klar, dass wir definitiv schneller waren als die Autos vor uns, aber nicht so viel schneller, als dass wir hätten überholen können." Während Räikkönen hinter Massa festhing, sei Grosjean von Michael Schumacher blockiert worden: "Schumacher bekam vier Runden lang blaue Flaggen gezeigt", ärgerte er sich.

Boullier sieht das Problem beim Qualifying, mit dem Lotus schon das ganze Jahr kämpft: "Ich denke, wir hatten die Pace, ein bisschen weiter nach vorne zu kommen. Wir müssen ganz klar an unseren Qualifyings arbeiten und dort einen besseren Job erledigen." Den Fahrern stellte er ein ordentliches, aber nicht überragendes Zeugnis aus: "Sie haben den Job gemacht, den man von ihnen verlangen kann." Großes Lob gab es dagegen für die Strategen am Kommandostand.


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